Es ist kaum zu glauben, dass die britische Ariel Motor Company den Leichtbausportwagen Atom schon seit 25 Jahren fertigt. Zum Jubiläum haben die Briten jetzt eine neue Extrem-Version des Atom aufgelegt. Der Atom 4RR kommt mit ausgeprägter Rennstreckenorientierung, ist aber, zumindest in Großbritannien, noch straßenzugelassen.
Turbo-Vierzylinder mit bis zu 525 PS
Extrem macht den Atom 4RR vor allem die neue Motorspezifikation. Herzstück ist nach wie vor der zuverlässige 2,0-Liter-Vierzylinder Honda K20C Type R. Allerdings wurden hier nahezu alle Anbauteile und Innereien durch Motorsportkomponenten ausgetauscht sowie der Motor in Handarbeit penibel aufgebaut. Der Ladedruck liebt bei 1,7 bar. Unter dem Strich bringt es der waschechte Turbomotor so auf sagenhafte 525 PS und 550 Nm Drehmoment. Die Maximaldrehzahl liegt bei 8.200 Touren. Im Bestfall ist der nur knapp 700 Kilogramm schwere Zweisitzer damit in 2,4 Sekunden auf Tempo 100, 160 km/h werden nach 5,1 Sekunden erreicht. Eine Höchstgeschwindigkeit nennt Ariel nicht.
Der Vierzylinder kann aber auch sanfter. Vom Cockpit aus kann der Pilot über verschiedene Motorkennfelder 400 PS und 380 Nm, 500 PS und 450 Nm und eben 525 PS und 525 PS abrufen. Auf der Einlassseite ist der Motor mit einem neuen Carbon-Lufteinlasssystem mit externem Luftfilter ausgerüstet. Im Auslassbereich strömen die Abgase durch eine Titan-Auspuffanlage. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein sequenzielles Quaife-Sechsganggetriebe mit leichten Antriebsscheiben, Motorsportdifferenzial und pneumatischen Schaltwippen. Kupplungsloses Hoch- und Runterschalten ist möglich, mit automatischer Zwischengasfunktion beim Herunterschalten. Die leichte Kupplung wird nur zum Anfahren benötigt.
Fahrwerk, Bremse, Chassis – alles verstärkt
Das bewährte Gitterrohrchassis wurde in vielen Bereichen verstärkt. Ergänzend dazu verfügt das Fahrzeug über voll einstellbare Öhlins-Zweirohrdämpfer mit einstellbarer Druck- und Zugstufendämpfung, gefräste Aluminium-Radträger sowie aerodynamisch geformte, verstellbare Chromoly-Querlenker und Schubstangen. Für eine optimierte Bremsleistung sorgen neue, zweiteilige, innenbelüftete 310-mm-Bremsscheiben von AP Racing – die größten, die in den Radsatz des Atom passen – in Kombination mit Vierkolben-Motorsportbremssätteln und Rennbremsbelägen. Das vom Cockpit aus einstellbare Motorsport-ABS bietet elf Einstellstufen, lässt sich aber auch komplett ausschalten.
Das minimale Karosseriekleid aus Kohlefaserlaminat wurde in Sachen Abtrieb weiter optimiert. Zudem wurde die Anströmung der Kühler verbessert. Auf den vorn 16 und hinten 17 Zoll großen Felgen sitzen straßenzugelassene Yokohama A052-Reifen in den Größen 195/50R16 und 255/40R17.
Kleine Auflage, extremer Preis
Gebaut wird der Ariel Atom 4RR nur auf Kundenwunsch. Zu den Optionen gehören ein Sperrdifferenzial, elektronisch gesteuerte Stoßdämpfer, ein motorsportzugelassener Überrollkäfig und sogar integrierte Luftheber. Zudem will Ariel nur eine extrem limitierte Auflage fertigen. Bei einem Preis von 208.000 Pfund zuzüglich Steuern (umgerechnet rund 239.000 Euro) dürfte der Kundenansturm auch nicht allzu groß ausfallen.





