Mit einem Facelift schickt Chrysler den Van Pacifica ins Modelljahr 2027. Das kommt nicht unbedingt überstürzt, was allerdings zur etwas merkwürdigen Markenstrategie des ehemaligen US-Autogiganten passt. Der aktuelle Pacifica wurde 2016 eingeführt und bekam 2020 ein umfangreiches Update. Sechs Jahre später kommt jetzt eine weitere Modellpflege des traditionsreichen Raum-Riesen.
Kia-Look für US-Van
Die Modellpflege bringt ein überarbeitetes Design, neue Technikfunktionen und eine leicht angepasste Preisstruktur. Äußerlich konzentriert sich das Facelift vor allem auf die Frontpartie. In den höheren Ausstattungen Select, Limited und Pinnacle erhält der Van eine neu gestaltete Front mit vertikal angeordneten LED-Scheinwerfern. Dazu kommt ein neu gezeichnetes Kühlergrill-Element mit beleuchteter Struktur, deren Lichtgrafik Chrysler als "Piano-Keys" bezeichnet.
Die gesamte Front-Aufmachung erinnert an die aktuelle Kia-Designlinie mit dem "Digital Tiger Face". Ebenfalls neu ist das Markenemblem im Flügeldesign, das sowohl vorne als auch am Heck eingesetzt wird. Ergänzt wird die Modellpflege durch zusätzliche Außenfarben und neue Felgendesigns.
Im Innenraum beschränkt sich die Modellpflege auf Detailänderungen. Ein überarbeitetes Markenlogo ziert nun die Lenkradabdeckung des Fahrerairbags. Neue Dekore und Oberflächen sollen die Anmutung im Innenraum leicht aufwerten. Für das Topmodell Pinnacle führt Chrysler außerdem eine neue Interieurfarbe mit der Bezeichnung Blue Agave ein. Der Pacifica bietet weiterhin sieben oder acht Sitzplätze. Charakteristisch ist das sogenannte Stow-’n-Go-System: Die Sitze der zweiten und dritten Reihe lassen sich vollständig im Fahrzeugboden versenken, sodass ohne Ausbau ein ebener Laderaum entsteht. Dieses Konzept gehört seit Jahren zu den wichtigsten und beliebtesten Details der Baureihe.
Mehr Assistenten
Bei der Technik konzentriert sich die Aktualisierung vor allem auf Assistenzsysteme und Komfortfunktionen. Das Safety-Sphere-Paket wurde erweitert und umfasst nun unter anderem eine Kameraansicht des toten Winkels, die beim Betätigen des Blinkers automatisch aktiviert wird (übrigens auch ein von Kia bekanntes Detail). Serienmäßig in allen Versionen ist künftig eine elektrisch betätigte Heckklappe mit einstellbarer Öffnungshöhe.
Nicht alle Varianten übernehmen das neue Gesicht. Denn zeitgleich mit dem Facelift entfällt künftig die Baureihe Voyager , bei der es sich im Grunde um einen abgespeckten Pacifica handelte. Der bisherige Voyager wird im Modelljahr 2027 in die Pacifica-Baureihe integriert und durch die neue Basisausstattung Pacifica LX ersetzt. Das Basismodell übernimmt dabei weitgehend die bisherige Karosseriegestaltung. Chrysler streicht damit auf einen Schlag die Hälfte des Modellangebots, das künftig nur noch aus dem Pacifica bestehen wird.

Nur die höheren Ausstattungslinien des Pacifica erhalten das neue Front-Design.
Unter der Motorhaube wird weiterhin der bekannte 3,6-Liter-V6 aus der Pentastar-Baureihe arbeiten, der 287 PS leistet. In den aktuellen Presse-Informationen wird nur noch dieser konventionelle Antrieb erwähnt. Hinweise auf die bisherige Plug-in-Hybridversion fehlen. Nachdem Stellantis angekündigt hat, entsprechende Varianten im US-Programm bei anderen Marken wie Jeep zu beenden, ist die Elektrifizierung damit auch für das Van-Urgestein vom Tisch.
Parallel zur Modellpflege kommt es bei Chrysler zu einem Führungswechsel. Markenchefin Christine Feuell verlässt den Konzern nach mehreren Jahren an der Spitze. Ihre Aufgaben übernimmt Matt McAlear, der bislang die Marke Dodge leitet. Zusätzlich soll er in Nordamerika auch die Aktivitäten von Alfa Romeo verantworten. Der Wechsel ist Teil einer Reihe von Umbesetzungen innerhalb des Stellantis-Konzerns unter dem neuen Konzernchef Antonio Filosa.
Preis und Modellstart
Bestellungen für die aktualisierte Version sind in den USA bereits möglich, die ersten Fahrzeuge sollen im Sommer zu den Händlern kommen. Die Preise beginnen in den USA bei 41.495 Dollar für den Pacifica LX mit Frontantrieb. Umgerechnet entspricht das rund 35.700 Euro. Darüber positioniert Chrysler den Pacifica Select mit Frontantrieb ab umgerechnet rund 38.400 Euro. Der Limited startet bei 42.800 Euro, während das Spitzenmodell Pinnacle mit Frontantrieb bei rund 47.300 Euro startet. Allradantrieb ist ab der Ausstattung Select erhältlich. Alle Preise sind wie in den USA üblich ohne lokale Steuern angegeben.












