DFM Rich 9: Diesen Diesel Pick-up aus China mit Nissan-Genen gibt's bei uns

DFM Rich 9 (2026)
Diesel Pick-up aus China mit Nissan-Stammbaum

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.02.2026
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Ein neuer Pick-up, drei Gesichter. 2025 stellte Nissan in China den Frontier Pro vor, den die Japaner in Zusammenarbeit mit Dongfeng entwickelt haben. Gebaut wird er vom Gemeinschaftsunternehmen Zhengzhou Nissan (ZNA). Mit leicht geänderter Front soll das Modell auch von der wiederbelebten spanischen Marke Santana im Süden der iberischen Halbinsel (end-)montiert werden (wir berichteten).

Jetzt rollt die Doppelkabine mit Ladefläche auch mit dem Dongfeng-Logo an den Start und bis zu Händlern in Deutschland. DFM Rich 9 heißt das Modell, das der auf Autos aus China spezialisierte Importeur Indimo ins Programm nimmt. DFM ist die Abkürzung für die Marke Dongfeng Forthing Motors.

Karosse: ein Riesentrumm

Dort wird er über dem bereits erhältlichen Rich 6, der auf dem bei uns nicht mehr erhältlichen Nissan Navara basiert, positioniert. Das zeigt er auch im Format. 5,52 Meter lang, 1,96 Meter breit und 1,95 Meter hoch ist der Rich 9. Das Design wirkt klar und modern bis hin zur LED-Leiste zwischen den Scheinwerfern als obere Begrenzung des optisch dominanten Kühlergrills. Hinter der viertürigen Doppelkabine hält der Pick-up seine Ladefläche bereit. Deren Größe konnten wir nachmessen.

Mit einer Länge von knapp unter 1,60 Metern und 1,04 Metern Breite zwischen den Radkästen passen – wie bei den meisten anderen Pick-ups auch – keine zwei Europaletten zwischen die 55 Zentimeter hohen Bordwände und die Klappe am Heck. Die Nutzlast beträgt 865 Kilogramm für Menschen und Material. Noch liegen keine Informationen zur Anhängelast vor, wir gehen von 3.000 bis 3.200 Kilogramm aus.

Diesel mit 190 PS

Auch der DFM Rich 9 setzt auf den bewährten 2,3-Liter-Dieselmotor mit vier Zylindern und Turboaufladung. Die Leistung wurde im Vergleich zum kleineren Bruder erhöht. 130 kW / 190 PS stehen im Datenblatt des Chinesen. Im Drehzahlbereich zwischen 1.500 und 2.500 U/min liegen 500 Newtonmeter Drehmoment an. ZF liefert das Achtstufen-Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler zu. Nach WLTP-Norm soll der Verbrauch des Pick-up bei 9,2 l / 100 km liegen, der Tankinhalt wird mit 73 Litern angegeben.

Auf der Straße ist der DFM Rich 9 mit Hinterradantrieb unterwegs. Hier soll der Fahrkomfort deutlich über dem vieler Mitbewerber liegen. Anstelle der klassischen Konstruktion mit hinterer Starrachse und Blattfedern ist hier eine Fünflenker-Konstruktion eingebaut. Vorne nutzt der Rich 9 Doppel-Querlenker. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole kann die Vorderachse hinzugeholt und damit der Allradantrieb aktiviert werden. Außerdem gibt es eine Geländeuntersetzung.

Innenraum bietet Platz auch im Fond

Bei der ersten Sitzprobe im DFM Rich 9 fallen die weit öffnenden Türen positiv auf, die für einen bequemen Zustieg sorgen. Oder für das Ein- und Ausladen sperriger Dinge. Die Rücksitzbank kann man geteilt nach oben klappen, was den Chinesen zum Zwei- oder Dreisitzer mit zusätzlichem Laderaum in der wettergeschützten Kabine macht.

Auch große Menschen haben im Fond ausreichend Platz für Knie und Kopf. Vorne bietet der Rich 9 Heizung und Lüftung für beide Plätze und einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz. Ein großer Touchscreen steht für die Steuerung fast aller Funktionen bereit, auch die Verstellung der Außenspiegel muss hier initiiert und dann mit Tasten am Multifunktionslenkrad gesteuert werden. Alle Menüs im System sind in englischer Sprache. Apple CarPlay und Android Auto sind nicht direkt im Infotainment-Modul integriert, beides kann über den Umweg der Carbit-App aktiviert werden. Auch die Einzonen-Klimaautomatik kann über das berührungsempfindliche Display befehligt werden, für die wichtigsten Funktionen gibt es aber auch leicht erreichbare und gut beschriftete Kippschalter im Cockpit.

Eine 360-Grad-Rundumsicht, die aus den Perspektiven mehrerer Kameras am Fahrzeug zusammengestellt wird, ist Teil der Serienausstattung. Sie erlaubt auch eine virtuelle Durchsicht unter das Auto. Dieses "transparente Chassis" hilft beispielsweise im Gelände beim Überfahren von Geröll oder anderen Hindernissen. Außer dieser Blickerweiterung und einer Bergabfahrkontrolle sind keine Assistenzsysteme an Bord. Der Rich 9 kommt bei uns mit Einzelzulassung auf die Straße, daher gibt es auch keine Tempolimit-Warnung mit Verkehrszeichenerkennung.

Unter 40.000 Euro, drei Jahre Garantie

Verarbeitung und die Materialgüte bei Kunststoffen und den Sitzbezügen aus Synthetik-Leder machen bei unserem ersten Kontakt einen guten Eindruck. Wie sich die Auskleidungen im harten Arbeitsalltag eines Pick-ups schlagen, können wir noch nicht beurteilen.

Alle fahrrelevanten Informationen werden auf einem großen Display hinter dem Lenkrad dargestellt. Die Geschwindigkeitsregelanlage (ohne adaptive Regelung) hält auch Programme für das Offroad-Fahren bereit. Die Rundumsicht-Kamerafunktion hilft beim Rangieren oder Klettern, auch mit einer transparenten Durchsicht auf den Boden unter dem Auto. Auch eine Bergabfahrkontrolle ist an Bord, weitere Assistenten gibt es nicht.

Den DFM Rich 9 kann man zum Preis von 39.995 Euro kaufen (netto ohne Mehrwertsteuer 33.609,24 Euro). Die Neuwagengarantie läuft über den Zeitraum von drei Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Zum identischen Preis hält der Indimo-Händler auch den Foton 4 – ebenfalls aus chinesischer Produktion – bereit.

Fazit