Ferrari Amalfi Spider: Frischer Wind mit 640 PS in 13,5 Sekunden

Ferrari Amalfi Spider
Frischer Wind mit 640 PS in 13,5 Sekunden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.03.2026
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Facelifts? Nein, in der Welt der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari bekommt jedes Modell seine eigene Ära. Nach drei Jahren auf dem Markt folgt deshalb auf den Roma Spider der Amalfi Spider. Die Roma-"Basis" wurde dabei in Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit konsequent weiterentwickelt. Als Inspirationsquelle dient nicht nur im Namen, sondern auch im Design die im Süden Italiens liegende Amalfiküste.

Wie auch bei der Coupé-Variante handelt es sich um einen Zweisitzer mit hinteren Notsitzen sowie mit 640 PS und maximal 760 Nm starkem Front-Mittelmotor-Konzept. Das Plus an Leistung und ein verbessertes Ansprechverhalten werden per Knopfdruck in 13,5 Sekunden von Frischluft gekrönt.

Design und Verdeck

Ziel der offenen Variante des Amalfi war es, die Proportionen und die formale Klarheit des Coupés beizubehalten und das ganz gleich, ob das Verdeck geöffnet oder geschlossen ist. Neben verschiedenen Farben lässt sich für das Verdeck auch zwischen Stoff oder technischem Gewebe mit dreidimensionalem Effekt wählen. Insgesamt stehen sechs Konfigurationsmöglichkeiten zur Wahl. Das Verdeck lässt sich in 13,5 Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h öffnen und schließen.

Optisch wurde es auf der Fahrzeugfläche weitergeführt, um als natürliche Verlängerung des Dachs wahrgenommen zu werden. Im geschlossenen Zustand faltet es sich Z-Förmig auf 220 Millimeter Dicke, um dem sonst 255 Liter fassenden Kofferraum nicht mehr als 83 Liter zu rauben. Zwei Handgepäckkoffer lassen sich so noch verstauen. Wie auch das Amalfi Coupé hat das Cabrio eine eigene Lackfarbe erhalten. "Rosso Tramonto" wurde vom Sonnenuntergang zwischen Himmel und dem Tyrrhenischen Meer inspiriert.

Aero- und Fahrdynamik

Nicht nur die Optik, sondern auch die Aerodynamik spielt bei einem Ferrari eine wichtige Rolle. Um Luftverwirbelungen an der Front zu reduzieren und der Motorkühlung beizusteuern, schafft ein Bypass-Kanal über den Scheinwerfern eine Verbindung zwischen Frontpartie und Motorraum. Wirbelgeneratoren und Diffusoren am Unterboden verringern den Abtrieb. Zusätzlich sorgen aerodynamische Verkleidungen für die freiliegenden Radbereiche an Vorder- und Hinterrädern für Widerstandsreduzierung. Der Wasserkühler des Motors und der Kondensator der Klimaanlage wurden im mittleren Bereich des Chassis positioniert. Die seitlichen Einlässe versorgen die Ladeluftkühler der Turboaufladung mit Frischluft.

Der Spoiler am Heck verfügt über drei Einstellungsstufen, die sich automatisch der Geschwindigkeit sowie der Längs- und Querbeschleunigung anpassen. In der höchsten Stellung werden bei 250 km/h rund 110 Kilogramm erhöhter Abtrieb erzeugt. Die Felgen werden aus einem Block gefräst und sind mit aerodynamischen Lufteinlässen innerhalb der Speichen versehen. Bei der Bereifung setzt Ferrari auf Pirelli P Zero, Goodyear Eagle F1 SuperSport oder Bridgestone Potenza Sport in den Dimensionen 245/35 R20 an der Vorder- und 285/35 R20 an der Hinterachse. Insgesamt kommt der Ferrari Amalfi Spider auf ein Trockengewicht von 1.556 Kilogramm, wobei die Verteilung zu 48 Prozent auf die Vorderachse und 52 Prozent auf die Hinterachse liegt.

Motor und Antrieb

Wie auch bei der geschlossenen Variante setzt der Spider auf eine Weiterentwicklung des Twin-Turbo-V8-Motors mit 3.855 Kubikzentimetern Hubraum aus der F154-Familie. Gegenüber dem Roma Spider wurde die Leistung des Aggregats auf 640 PS bei 7.500 U/min gesteigert. Das maximale Drehmoment von 760 Nm liegt zwischen 3.000 und 5.750/min an. Um die Leistungskurve des Motors voll auszuschöpfen, wurde die maximale Drehzahl 7.600/min angehoben. Die Leistungssteigerung und das verbesserte Ansprechverhalten sind auf eine Vielzahl an Anpassungen zurückzuführen. Ein neues Turbolader-Management-System ermöglicht eine unabhängige Drehzahlregelung der beiden Lader und deren maximale Drehzahl konnte erhöht werden. Mit der Einführung eigener Drucksensoren für jede Zylinderbank soll die Druckregelung präziser erfolgen.

Das neue Motorsteuergerät kommt bereits in anderen Ferrari-Modellen wie 296 GTB, Purosangue und 12Cilindri zum Einsatz. Um das Gewicht der gefederten Massen zu reduzieren, kommen sowohl 1,3 Kilogramm leichtere Nockenwellen, ein um ein Kilogramm leichterer Motorblock und eine Flatplane-Kurbelwelle zum Einsatz. Zum ersten Mal setzt Ferrari auf ein Motoröl mit niedriger Viskosität. Laut Ferrari wird dadurch der Kaltwiderstand um 30 Prozent reduziert, wodurch sich die Warmlaufphase verkürzt. Ein bekanntes Element ist hingegen das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe im Ölbad. Für schnellere und sanftere Schaltvorgänge wurde dieses jedoch tiefer in die Motor-Software integriert und hat zusätzlich eine leistungsstärkere Steuereinheit erhalten.

Innenraum

Das Interieur setzt auf eine doppelte Cockpit-Gestaltung und insgesamt drei Display-Einheiten für die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine (HMI). Das 15,6 Zoll große digitale Kombiinstrument liefert alle Fahr- und Fahrdynamikinformationen. In der Mittelkonsole befindet sich ein 10,25-Zoll-Touchscreen zur Einstellung von Multimedia, Radio, Telefon, Display-Spiegelung, Klimatisierung, Sitzverstellung und Ähnlichem. Zusätzlich hat der Beifahrer ein 8,8-Zoll-Display für schnelle Klimatisierungs- oder Sitzeinstellung sowie für einen Überblick der Fahrperformance.

Zur Bedienung des Multifunktions-Lenkrades kehrt Ferrari zu ergonomischen und einfach nutzbaren physischen Tasten zurück. Die Mittelkonsole birgt sowohl ein Fach zur Positionierung des Fahrzeugschlüssels als auch Tasten für die Bedienung des Verdecks und des Windabweisers. Dieser fährt bis zu einer Geschwindigkeit von 170 km/h aus der Rückenlehne der hinteren beiden Plätze aus. Der Amalfi Spider wird von Ferrari 2+-Sitzer genannt, wobei die hintere Reihe vor allem Platz für Gepäck bietet.

Marktstart und Preise

Für den deutschen Markt haben die Italiener bisher keine Preise kommuniziert. Es ist aber davon auszugehen, dass sie sich an den rund 240.000 Euro des Vorgängers orientieren werden.

Fazit