Leder befindet sich als bevorzugter Stoff für komfortable bis luxuriöse Auto-Innenräume auf dem Rückzug. Immer mehr Hersteller legen verstärkten Wert darauf, ihren Kundinnen und Kunden Interieur-Designs anzubieten, die vollständig auf Tierhäute verzichten. Mercedes ist einer jener Autobauer, die an der Spitze dieses Trends stehen. Für den neuen Elektro-SUV GLC bieten die Schwaben ein Ausstattungspaket an, das von der Organisation "The Vegan Society" als komplett vegan zertifiziert wurde – eine Weltpremiere im Automobilsektor.
Sitze mit Stoff und Kunstleder
Selbst bei seinem Luxus-Flaggschiff S-Klasse achtet Mercedes zunehmend darauf, dass künftig weniger Tierhäute verarbeitet werden. Deshalb erhält die aktuelle Generation W 223 nach ihrem Facelift ein Interieur-Paket, das vollständig auf Leder verzichtet – und das zum ersten Mal in der jahrzehntelangen Geschichte der Baureihe. Konkret geht es dabei um den Stoff namens "Mirville" in der Farbe "Stormy Grey", der bei den Sitzbezügen zum Einsatz kommt und mit schwarzen Sitzwangen in der Ledernachbildung "Artico" kombiniert wird. Weiße Ziernähte lockern das dunkle Ambiente ein wenig auf.
Das komplett lederfreie Interieur lässt sich mit allen angebotenen Antriebsvarianten koppeln. Und "komplett lederfrei" bedeutet auch, dass sich an keiner anderen Stelle im S-Klasse-Innenraum Tierhäute befinden. Ob auf dem Armaturenbrett, an den Türtafeln, am Lenkrad oder an den Innenverkleidungen der Säulen: Hier verwendet Mercedes jeweils Kunstleder.
W 223 als erste komplett lederfreie S-Klasse?
Das scheint der Unterschied zu früheren S-Klasse-Generationen wie W 116 oder W 126 zu sein: Selbst wenn deren Sitze Verlours-Überzüge trugen, was über viele Jahre in der Oberklasse durchaus angesagt war, "wurde Leder eventuell doch als Lenkradbezug oder in einem anderen Detail verwendet", sagt ein Mercedes-Sprecher auf auto motor und sport-Nachfrage. Deshalb lasse sich ohne tiefere Recherche keine hundertprozentig zitierfähige Aussage treffen, ob der aufgefrischte W 223 tatsächlich die allererste komplett lederfreie S-Klasse in der langen Geschichte der Oberklasse-Baureihe ist.
Für die Besitzerinnen und Besitzer einer Mercedes S-Klasse mag es ungewohnt erscheinen, Rücken und Gesäß an und auf Sitzmittelbahnen aus Stoff statt Leder zu platzieren, doch in sonstiger Hinsicht müssen sie keine Einbußen in Kauf nehmen. Auch in dieser Konfiguration verfügen die Sitze über bis zu 19 Stellmotoren, um sie perfekt einstellen zu können, und auf Wunsch über sechs Massagefunktionen, falls die aktiven Multikontursitze bestellt werden. Die üblichen Klimatisierungspakete und die Komfortsitze für den Fond lassen sich damit ebenfalls kombinieren.
Leder gibt es auch – ohne Aufpreis
Mercedes bestätigt bisher übrigens nicht, dass der lederfreie S-Klasse-Innenraum komplett vegan ist; über eine entsprechende Zertifizierung wie beim GLC ist jedenfalls nichts bekannt. Und falls sich jemand doch nicht dazu durchringen kann, eine S-Klasse mit Stoffsitzen zu fahren: Allerlei Lederoptionen gibt es freilich weiterhin – die klassisch schwarze Lederoption sogar ohne Aufpreis. Und in welchen teils absurden Außenfarben die neue S-Klasse bestellbar ist, verraten wir in diesem Artikel.





