Porsche nennt die Kundennachfrage als Hauptgrund für die Rückkehr der Handschaltung im 911 Carrera S. Entscheidend ist dabei, dass die Signale nicht nur aus Internet-Foren kommen. Laut Porsche Cars North America kamen Impulse auch direkt von Kunden und aus dem Händlernetz.
Ein besonders greifbarer Hinweis ist die sogenannte Take-Rate, also der Bestellanteil einer Option im echten Verkauf. Beim 911 GT3 sollen sich in den USA 80 Prozent der Käufer für das manuelle Getriebe entschieden haben.
Der 911 GT3 spielt dabei die Rolle des Türöffners. Wenn sich dort die Handschaltung stark verkauft, sinkt das Risiko, sie auch in einem volumenstärkeren Modell wie dem Carrera S anzubieten. Genau diesen Schritt nutzt Porsche nun, allerdings mit klarer regionaler Begrenzung.
Der Carrera S bekommt das MT-Paket
Im 911 Carrera S wird das manuelle Getriebe als "MT-Paket" angeboten, MT steht für Manual Transmission. Technisch handelt es sich um ein manuelles Sechsgang-Getriebe als Alternative zum bislang ausschließlich verbauten Achtgang-PDK. Das Sechsgang-Getriebe stammt aus dem 911 Carrera T. Im Carrera S wird es mit dem stärkeren Boxer kombiniert, der laut den vorliegenden Angaben 480 PS leistet. Zum Vergleich: Der Carrera T liegt in dieser Konstellation bei 394 PS.
Für den nordamerikanischen Markt koppelt Porsche die Handschaltung an zusätzliche Ausstattung, die auf ein "analoges Fahrerlebnis" und auf weniger Gewicht zielt. Genannt werden unter anderem Hinterachslenkung, eine um 10 Millimeter tiefergelegte Sportabstimmung und das Sport-Chrono-Paket.
Dazu kommen Details wie ein Schaltknauf aus Walnussholz und ein rotes S am Heck. Auch ein Cabrio ist vorgesehen, nicht nur das Coupé. Porsche macht damit deutlich, dass es nicht um eine puristische Kleinserie geht, sondern um eine definierte, marktgerechte Variante.
Gewicht und Details als Argument
Porsche koppelt die Handschaltung im Carrera S an konkrete technische und optische Änderungen. Ein wichtiger Baustein sind Zentralverschlussfelgen, also Räder mit einer großen Zentralmutter statt mehrerer Radschrauben. Diese Lösung kennt man aus dem Motorsport, sie spart Bauteile und kann Gewicht reduzieren.
Laut den Angaben spart das Rad-Setup gegenüber den Standardrädern des 911 Carrera S insgesamt mehr als 7,7 Kilogramm ein. In Summe soll der Handschalt-Carrera S rund 43 Kilogramm leichter sein als die PDK-Variante.
Auch die Abgasanlage bekommt eine spezifische Abstimmung, dazu Auspuffendrohre in Titanoptik mit schwarzer Blende.
Warum Europa außen vor bleibt
So deutlich Porsche die Nachfrage in Nordamerika betont, so klar ist die Absage an Europa. Die Handschaltoption für den Carrera S ist exklusiv für den nordamerikanischen Markt vorgesehen. Porsche erklärt dazu, es gebe nur dort eine entsprechende Nachfrage, für Europa sehe man sie derzeit nicht.





