Nach Jahren ohne grundlegende Modellpflege und angesichts des nahenden Generationswechsels bringt der Hersteller noch einmal ein echtes Spitzenmodell auf den Markt: den Panamera Turbo GT. Erste Prototypen wurden am Nürburgring und am Bilster Berg gesichtet – mit klaren Hinweisen auf eine stark überarbeitete Technik und ein deutlich geschärftes Design.
Design und Aerodynamik
Optisch zeigt sich der Panamera Turbo GT wesentlich aggressiver als die bisherigen Modelle. Der vordere Stoßfänger verfügt über größere Öffnungen und neu ausgeformte Luftleitelemente, die den Luftstrom gezielt zu den Kühlern und Bremsen führen. Über den Vorderrädern sitzen markante, sägezahnartige Entlüftungen, die von den GT-Modellen 911 GT3 und 718 GT4 übernommen wurden. Sie helfen, Überdruck im Radhaus abzubauen und die Standfestigkeit der Bremsanlage zu verbessern.
Am Heck trägt der Prototyp einen feststehenden, groß dimensionierten Flügel, der die bisher ausfahrbare Lösung ersetzt. Seine Form ist breit ausgelegt und auf maximalen Abtrieb optimiert. Ergänzt wird das Paket durch einen tiefen Diffusor und verbreiterte hintere Kotflügel. Zusammen mit der breiteren Spur und den massiven 21-Zoll-Rädern entsteht ein Gesamtauftritt, der den Panamera optisch deutlich näher an Porsches GT-Reihe heranführt.
Antrieb und Leistung
Unter der Haube arbeitet weiterhin ein V8-Biturbo, der mit einem Plug-in-Hybrid-System kombiniert sein dürfte. Der zusätzliche Ladeanschluss am linken Heck sowie das deutliche V8-Brabbeln bei Testfahrten bestätigen diese Annahme. Es handelt sich also um eine weiterentwickelte Version des bekannten Antriebs aus dem Panamera Turbo S E-Hybrid.
Während die bisherige Topversion 771 PS leistet, wird für den neuen Turbo GT eine Systemleistung von rund 800 PS erwartet. Damit würde er nicht nur das stärkste Panamera-Modell aller Zeiten, sondern auch eine der leistungsfähigsten viertürigen Limousinen auf dem Markt. Die 0-auf-100-Zeit dürfte deutlich unter der Drei-Sekunden-Marke liegen, womit der Turbo GT sogar in Reichweite des Taycan Turbo GT käme.
Fahrwerk und Technik
Das Fahrwerk wurde sichtbar überarbeitet. Die Karosserie liegt tiefer, die Radkästen sind stärker ausgeformt, und die Bremsanlage wurde vergrößert. Porsche setzt beim Turbo GT erneut auf Carbon-Keramik-Bremsscheiben, die eine höhere thermische Belastbarkeit und ein geringeres Gewicht bieten. Auch die Luftfederung dürfte eine neue Abstimmung erhalten, um den Spagat zwischen Komfort und Rennstreckentauglichkeit noch besser zu meistern.
Während der Erprobung zeigten die Fahrzeuge unterschiedliche Fahrzeughöhen, was auf das aktive Fahrwerk der PHEV-Modelle schließen lässt. Diese Technik erlaubt eine variable Bodenfreiheit und ein präziseres Dämpferverhalten – insbesondere bei schnellen Lastwechseln.
Innenraum und Ausstattung
Im Innenraum deutet alles auf eine Mischung aus Alltagstauglichkeit und GT-Charakter hin. Aufnahmen zeigen einen Überrollschutz hinter den Vordersitzen, während die Rücksitze erhalten bleiben. Damit bleibt der Panamera ein echter Viersitzer – allerdings mit klarer Betonung auf Fahrdynamik. Schalensitze, GT-Lenkrad und Materialien wie Alcantara oder Sichtcarbon sind wahrscheinlich.
Auch softwareseitig könnte Porsche beim Turbo GT neue Fahrmodi integrieren, etwa ein Track-Setup mit angepasster Dämpfung, Getriebesteuerung und Hybridstrategie.
Strategie und Ausblick
Mit dem Turbo GT schließt Porsche die Ära der aktuellen Panamera-Generation ab. Eine ursprünglich geplante, vollelektrische Nachfolgeplattform wurde verschoben. Stattdessen investiert der Hersteller in den Ausbau der bestehenden Hybrid- und Verbrennertechnik. Der Turbo GT wird somit als letztes und zugleich leistungsstärkstes Modell dieser Baureihe gelten – ein sportliches Finale, bevor die Nachfolgegeneration mit klarer E-Ausrichtung folgt.
Der Marktstart des Panamera Turbo GT dürfte 2026 erfolgen. Preislich wird das Modell oberhalb des Turbo S E-Hybrid liegen und damit die Spitze der Baureihe bilden. Mit rund 800 PS, ausgefeilter Aerodynamik und einem nochmals geschärften Fahrwerk könnte der Turbo GT zum schnellsten viertürigen Porsche mit Verbrennungsmotor werden – und zugleich das letzte große Statement der Panamera-Baureihe in ihrer klassischen Form setzen.












