Sicherheit auf höchstem Niveau: Der neue Mercedes S 680 Guard

Mercedes S 680 Guard
6 Monate Handarbeit für höchste Sicherheit

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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Mercedes-Benz S 680 Guard W 223 Facelift Sitzprobe Clemens Hirschfeld
Foto: Mercedes-Benz AG

Die Basis des Mercedes S 680 Guard bildet eine selbsttragende Schutzzelle aus gehärtetem Spezialstahl, die den gesamten Fahrgastraum umschließt – vom Dach über die Türen bis zum Boden. Diese Struktur wird durch eine Aluminium-Außenhaut ergänzt, die als Designhülle fungiert und dem Fahrzeug das unauffällige Erscheinungsbild einer herkömmlichen S-Klasse verleiht. Besonders beeindruckend sind die bis zu 15 Zentimeter dicken Panzerglasscheiben, die mit einem Polycarbonat-Splitterschutz beschichtet sind. Diese Kombination schützt Insassen nicht nur vor Kugeln aus Sturmgewehren mit panzerbrechender Munition, sondern auch vor Splittern bei Explosionen.

Ein weiteres Highlight ist das integrierte Schutzsystem (iSS), das Fahrwerk, Motor und Getriebe an das erhöhte Gewicht von über vier Tonnen anpasst. Die Türen wiegen jeweils bis zu 240 Kilogramm und sind mit elektromechanischen Aktuatoren ausgestattet, die das Öffnen und Schließen erleichtern – selbst an Steigungen.

Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau

Der S 680 Guard erfüllt die höchsten zivilen Sicherheitsklassen nach VPAM BRV (Bullet Resistant Vehicles) und VPAM ERV (Explosive Resistant Vehicles). Diese Zertifizierungen wurden vom Beschussamt Ulm durchgeführt – einer der modernsten Prüfstellen weltweit. Während der Tests widerstand das Fahrzeug Angriffen mit Dragunov-Gewehren sowie Explosionen von 12,5 Kilogramm Sprengstoff aus nur zwei Metern Entfernung.

Erstmals kamen bei diesen Prüfungen biofidele Dummys zum Einsatz, deren Knochen- und Gewebestruktur dem menschlichen Körper nachempfunden ist. Das Ergebnis: keine Schäden an den Dummys oder an den lebenswichtigen Komponenten des Fahrzeugs.

Produktion in Handarbeit: Präzision aus Sindelfingen

Die Fertigung eines S 680 Guard dauert rund sechs Monate und erfolgt in einer speziellen Manufaktur-Linie im Mercedes-Werk Sindelfingen. Anders als bei Serienfahrzeugen wird hier jedes Bauteil individuell angepasst. Beispielsweise werden die Panzerelemente direkt in den Rohbau integriert, bevor die Aluminium-Außenhaut montiert wird.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Montage der Türen und Fenster. Die hydraulischen Fensterheber ermöglichen es, selbst bei einem Ausfall des Bordnetzes die Scheiben zu schließen – eine wichtige Funktion im Falle eines Angriffs. Auch Sonderausstattungen wie ein Notluft-Frischluftsystem oder eine automatische Feuerlöschanlage werden hier integriert.

Leistung für Sicherheit: Der V12-Motor

Um das massive Gewicht von über vier Tonnen zu bewegen, setzt Mercedes auf einen 6,0-Liter-V12-Biturbo-Motor mit 612 PS (450 kW) und einem Drehmoment von 830 Newtonmetern ab 2.000 Umdrehungen pro Minute. Der Allradantrieb sorgt für optimale Traktion in jeder Situation, während spezielle Michelin-PAX-Notlaufreifen auch bei Beschädigungen noch bis zu 30 Kilometer Fahrt ermöglichen.

Trotz seiner Panzerung erreicht der S 680 Guard eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 210 km/h – ein beeindruckender Wert für ein Fahrzeug dieser Klasse.

Fazit