Citroën bringt die Ente zurück: Neuer 2CV kommt als Elektro-Mini

Citroën bringt die Ente zurück
Neuer 2CV kommt als Elektro-Mini

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.05.2026
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05/2026 Citroen 2CV E-Car Rendering
Foto: Rendering AMS/KI-generiertes Bild

1948 brachte Citroën mit dem 2CV ein Fahrzeug auf den Markt, das in Frankreich zum Symbol individueller Mobilität wurde. Genau 80 Jahre später soll der Name zurückkehren, diesmal elektrisch. Auf dem Investor Day 2026 zeigte Stellantis erstmals ein offizielles Teaserbild einer neuen Interpretation der Ente und kündigte zugleich ein neues Programm günstiger Elektroautos für Europa an. Die Neuauflage des 2CV gilt dabei als eines der zentralen Modelle dieser Strategie.

Einstiegspreis unter 15.000 Euro

Der Auftritt auf der Investorenveranstaltung war bewusst emotional inszeniert. Als Citroën-Markenchef Xavier Chardon den Namen 2CV aussprach, reagierten Analysten und Investoren mit Applaus. Chardon sprach von einer Ikone, die die Marke wieder näher zu den Menschen bringen solle. Gleichzeitig positioniert Citroën den neuen 2CV klar als erschwingliches Elektroauto für den europäischen Massenmarkt. Der Einstiegspreis soll unter 15.000 Euro liegen.

Das gezeigte Teaserbild, anhand dessen wir das im Titel gezeigte Rendering erstellt haben, verrät bereits einige Details. Die Silhouette erinnert deutlich an das historische Vorbild: hohe Dachlinie, stark ausgeprägte Radhäuser und ein schmal zulaufendes Heck mit fast senkrechter Abschlusskante. Auch die freigestellten Frontscheinwerfer und die gewölbte Motorhaube greifen typische Elemente der klassischen Ente auf. Gleichzeitig deutet Citroën an, dass es sich nicht um eine reine Retro-Kopie handeln soll. Statt nostalgischer Detailtreue steht offenbar die Grundidee des Originals im Vordergrund: möglichst viel Platz, einfache Technik und geringe Betriebskosten.

05/2026 Citroen 2CV E-Car Teaser
Stellantis

Die Abmessungen dürften kompakt ausfallen. Konzernintern soll sich das Modell klar unterhalb des Citroën C3 positionieren. Beobachter rechnen daher mit einer Länge zwischen 3,50 und 3,70 Metern. Damit würde der neue 2CV eher in Richtung des kommenden Renault Twingo oder japanischer Kei-Car-Konzepte rücken als in die klassische Kleinwagenklasse. Die hohe Dachform könnte dennoch einen vergleichsweise großzügigen Innenraum ermöglichen.

Neue E-Car-Konzernplattform

Technisch soll die Neuauflage Teil des neuen Stellantis-Programms für sogenannte "E-Cars" werden. Dahinter steckt eine neue Fahrzeugkategorie besonders günstiger Elektroautos, die in Europa produziert werden sollen. Hintergrund sind die Planungen der EU für eine neue Unterkategorie kleiner Elektrofahrzeuge namens M1E. Diese soll kompakte, leichte und kostengünstige Elektroautos fördern. Diskutiert werden derzeit Fahrzeuglängen von etwa 3,50 bis 4,20 Metern sowie vereinfachte technische Vorgaben, um günstige Preise zu ermöglichen.

Der neue 2CV könnte eines der ersten Serienmodelle sein, das genau auf diese neue Fahrzeugklasse zugeschnitten wird. Stellantis kündigte an, die Fahrzeuge ab 2028 im Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel zu produzieren. Dort läuft bislang unter anderem der Fiat Panda vom Band. Parallel plant der Konzern offenbar weitere Modelle derselben Plattform, darunter wahrscheinlich ein elektrischer Fiat im selben Kleinstwagensegment.

Einfache E-Technik

Als wahrscheinlich gelten Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Diese LFP-Akkus verzichten auf teure Rohstoffe wie Nickel oder Kobalt und gelten als günstiger sowie thermisch robuster, bieten allerdings geringere Energiedichten. Für ein kleines Stadtauto mit begrenzter Reichweite wäre diese Technik jedoch ausreichend. Stellantis arbeitet in diesem Bereich bereits mit dem chinesischen Hersteller CATL zusammen und baut derzeit eine gemeinsame Batteriefabrik im spanischen Saragossa auf.

Konkrete technische Daten nennt Citroën bislang nicht. Die bekannten Eckpunkte der geplanten M1E-Klasse sowie Konkurrenzmodelle wie der kommende Renault Twingo erlauben jedoch erste Rückschlüsse. Wahrscheinlich erscheint eine Batteriegröße zwischen 25 und 35 kWh. Damit wären Reichweiten von etwa 200 bis 300 Kilometern nach WLTP denkbar. Im Stadtverkehr könnte der tatsächliche Aktionsradius höher liegen.

Premiere auf dem Autosalon Paris

Bei der Motorleistung dürfte Citroën ebenfalls auf Einfachheit setzen. Diskutiert werden in der neuen EU-Kategorie zwei Leistungsstufen: einfache Stadtversionen mit etwa 40 bis 50 PS sowie stärkere Varianten für Überland- und Autobahnbetrieb. Für den 2CV erscheint ein Elektromotor zwischen 60 und 90 PS plausibel.

Designchef Pierre Leclercq hatte bereits Ende 2025 angedeutet, dass Citroën intensiv an einer modernen Interpretation des 2CV arbeite. Dabei gehe es weniger um reine Nostalgie als um die Übertragung der ursprünglichen Philosophie in die Gegenwart. Statt eines historischen Zitats soll ein funktionales und einfaches Fahrzeug entstehen.

Die Premiere eines ersten Konzeptfahrzeugs wird derzeit für den Pariser Autosalon im Oktober 2026 erwartet. Bis zum geplanten Serienstart 2028 bleiben allerdings noch zahlreiche technische Details offen. Klar ist bereits jetzt nur die strategische Bedeutung des Projekts: Der neue 2CV soll nicht nur ein weiteres Elektroauto werden, sondern zugleich das Gesicht einer neuen europäischen Niedrigpreis-Klasse innerhalb des Stellantis-Konzerns.

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