Walter de Silva und Pininfarina: Wünsch-dir-was-Einzelstücke für Superreiche

UNICUM von Walter De Silva und Pininfarina
Wünsch-dir-was-Einzelstücke für Superreiche

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
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Und das dürften die allerwenigsten sein. Denn ein automobiles Einzelstück dürfte eher zwei- als einstellige Millionenbeträge kosten. Schließlich kostete schon der zweimal 5-fach (Spider und Coupé) gebaute Zerouno von Italdesign 1,9 Millionen Euro – und zwar 2019. Trotzdem könnte die Carbonflunder mit Audi R8-Technik einen Fingerzeig geben, wie ein einzigartiges "Unicum" entsteht.

Denn Alexandre De Silva, Sohn von Walter de Silva und Partner seines Vaters bei Walter De Silva Automotive (WDS), spricht bei der Präsentation des neuen Kooperationsprojekts mit Pininfarina von "Donator-Cars", also Spenderfahrzeugen. Sie dürften die Basis für die Realisierung der Vision des künftigen Autos bilden. Ob Kunde, Designer oder Erbauer diese einbringen, ist vermutlich zweitrangig. Denn der Kunde kann bei Unicum kein fertiges Produkt kaufen, sondern gestaltet es mit. Bezahlen muss er vermutlich schon vorher, denn auf der Reise zu seinem automobilen Traum wird er vom Designer wie von einer Art Kreativ-Coach begleitet.

Ein Auto für Sammler zum selbst Entwerfen

In der Pressemitteilung klingt das so: "Unter der künstlerischen Leitung von Walter De Silva führt das Programm UNICUM einen neuen Ansatz in die Welt des Karosseriebaus ein: niemals eine Serie, sondern immer nur ein einziges Auto – geschaffen, um Autosammlern die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Sammlung zu vervollständigen, ausgehend von ihrer persönlichen Geschichte".

Alle Unicum-Schöpfungen produziert die Marke DESILVA. Und wenn die Vision Wirklichkeit werden soll, kommt Pininfarina mit seinen Ingenieuren und dem Fertigungs-Know-how ins Spiel. Jedes Detail soll dann maßgeschneidert gedacht, geformt und gefertigt werden – im Pininfarina-Atelier in Cambiano (Turin). Pininfarina ist eine international tätige Dienstleistungsgruppe, die über den Automobilsektor hinaus in Industrie- und Experience-Design, Architektur, Yacht-Design und Mobilität aktiv ist. Das Unternehmen hat 500 Mitarbeitende, Standorte in Italien, Deutschland, China und den USA und ist seit 1986 börsennotiert.

Pininfarina als Einzelstück-Spezialist

Paolo Dellachà, Chief Executive Officer von Pininfarina, sagte anlässlich der Präsentation von Unicum: "Seit den 1930er-Jahren verwandeln wir komplexe Visionen in einzigartige Autos. Unsere Fähigkeit, meisterliches Handwerk und fortschrittliche Technologien zu verbinden, mit dem Design von Walter De Silva zu kombinieren, ist für uns eine besondere Gelegenheit".

Unicum Walter de Silva Pininfarina Vorstellung Bergson München WDS 761
Gerd Stegmaier

Walter de Silva meint: "Pininfarina als Partner zu wählen, war eine natürliche Entscheidung: Wir teilen dasselbe Streben nach klaren Linien, Präzision und künstlerischem Anspruch. Jedes UNICUM-Modell wird nicht einfach ein Auto sein, sondern ein kulturelles Artefakt, das dazu bestimmt ist, die Sprache des Automobildesigns zu prägen".

Feier und Vorstellung in München

Die Bekanntgabe der Kooperation erfolgte im Rahmen von "WDS 754", einer Veranstaltung zum 75. Geburtstag von Walter De Silva und zu seiner 54-jährigen Karriere. "Der Bleistift hört nie auf. Er bewegt sich weiter über das leere Blatt Papier. Meine Hand zeichnet die Kontur einer Idee nach, die in meinem Kopf Gestalt annimmt. Für mich ist Zeichnen ein Dialog mit denen, die Autos lieben, und mit denen, die ihre Schönheit spüren, noch bevor sie sie vollständig verstehen", sagte der sichtlich bewegte Jubilar unter anderem vor den Gästen in München. Gekommen waren zahlreiche Weggefährten aus den Zeiten von de Silvas langer Karriere, die ihn unter anderem zu Alfa Romeo, Seat, Audi und Volkswagen geführt hatte.

Vor dem Bergson Kunstkraftwerk, einem zur Eventlocation mit Konzertsaal umgebauten Heizkraftwerk aus den 1920er-Jahren im Westen Münchens, waren drei Schöpfungen de Silvas geparkt: ein Audi R8, ein A5 und ein Alfa Romeo 156. Innen konnten sich die Gäste anhand von Exponaten ein Bild machen, was de Silva im Laufe der Jahre alles gestaltet hat – neben weiteren bekannten Fahrzeugen wie dem ersten Seat Leon oder dem VW Polo von 2008 standen da auch eine Leica-Kamera, zwei Damenschuhe das Modell eines Sessels und die Barilla-Nudeln "Papiri".

Fazit