BMW iNext (2021)

Der künftige i5 fährt 750 Kilometer elektrisch

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Das dritte Elektroauto von BMW wird ein SUV. Die Studie, die noch den Namen iNext trägt, soll ab 2021 wahrscheinlich als i5 auf den Markt kommen. Extrem auffällig sind die riesige beleuchtet Niere und die Technik: Der Akku reicht bis 750 Kilometer, auf Wunsch fährt der i5 autonom und im Cockpit dominieren intelligente Assistenten.

BMW erfindet sich neu und stellt sich für die Herausforderungen der sich wandelnden Mobilität einen ganzen Zukunftsbaukasten zusammen, der auf den Namen iNext hört. Seine Weltpremiere feiert das Konzept im Oktober 2018 auf dem Autosalon in Paris, ausgewählte Journalisten konnten sich den BMW der Zukunft aber bereits jetzt ansehen, in einem dafür eigens umgebauten Frachtflugzeug der Lufthansa. Warum? Nicht die Journalisten sollten zur Studie kommen, sondern die Studie zu den Pressevertretern nach München, New York, San Francisco und Peking. So viel Aufwand für ein Konzeptfahrzeug, das nicht als Auto auf die Straße darf? Sicher nicht. Denn was da heute noch als iNext im Frachtflieger steht, ist viel mehr als nur eine Kiste voller Innovationen. Der iNext ist auch ein Auto. Ein SUV, um genau zu sein, auch wenn sie bei BMW viel lieber von einem „Sport Activity Vehicle“ (SAV) sprechen. Wir bleiben beim SUV und machen auch ums verschwurbelte „Crossover“ einen weiten Bogen.

2021 soll das Serienmodell des iNext auf die Straße kommen, dann wahrscheinlich als BMW i5 und damit als drittes Modell der BMW i-Baureihe. BMW-Chef Harald Krüger hat während der Hauptversammlung bereits die erste Skizze des BMW iNext gezeigt. Auch der Produktionsstandort und der Produktionsbeginn stehen fest: Der iNext wird ab 2021 in Dingolfing gebaut. Für das Serienauto hatte BMW-Chef den Aktionären versprochen: Das Mittelklasse-Auto „fährt voll elektrisch, ist voll vernetzt und fährt hochautomatisiert“.

XXL-Design: Riesen-Niere, Riesen-Räder

BMW Vision iNEXT / i5 Foto: BMW
Dicke Niere, zartes Vier-Augen-Gesicht: Der iNext spart nicht mit prallen Formen. Hinter der Niere verstecken sich alle Kameras und Sensoren, die man fürs assistierte, bzw. autonome Fahren braucht.

Beim Design entkoppelt sich der iNext komplett von der Linienführung der aktuellen Serienmodelle und polarisiert mit einer beleuchteten Riesen-Niere, einer tiefen Sicke in der Fronthaube, markanten Einschnitten in der Frontschürze, voluminösen Flanken, riesige 24-Zoll-Räder und einem einem wuchtigen Stummelheck mit mächtigem Diffusor. Dem Design-Team rund um Adrian van Hooydonk war wichtig, „klar lesbare Formen zu schaffen“, der rund fünf Meter lange iNext soll wirken, wie aus „einem Stück geformt“. In den schmalen LED-Scheinwerschlitzen in der Front steckt ein neues Vier-Augen-Gesicht, das aber ehrlich gesagt neben der blau illuminierten XXL-Niere ein wenig verloren wirkt. Die dient allerdings nicht nur als Design-Element, sondern wird bei den elektrischen BMWs der Zukunft schlicht die Abdeckung für alle Kameras und Sensoren, die man zum assistierten oder final autononem Fahren braucht.

Auffällig: Die Niere taucht als Design-Element auch in der Seitenansicht des Fahrzeugs wieder auf, die Scheibengrafik bildet ebenfalls eine langgestreckte Niere. Das iNext-Heck kommt ebenfalls nicht ohne LED-Leuchtbänder aus, auch hier sind Logo und Diffusor blau beleuchtet. Geht's nach den Designern, unterstreicht das die „markante Linienführung des Fahrzeugs“. Das mag nun jeder für sich selbst entscheiden.

iNext mit bis zu 750 km Reichweite

BMW Vision iNEXT / i5 Foto: BMW
Wuchtiges Stummelheck: Der beleuchtete Diffusor ist kein Blender, er soll helfen, 750 Kilometer Elektro-Reichweite möglich zu machen!

Im Zukunftskoffer des iNext stecken automatisiertes Fahren, Connectivity, Elektrifizierung und mobile Services. „Der iNext wird unseren Führungsanspruch in diesen Technologien belegen“, sagte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich auto motor und sport. Das Basismodell soll 550 km weit rein elektrisch fahren, gegen Aufpreis gibt es eine leistungsfähigere Batterie mit bis zu 750 km. Die Systemleistung wird der heutiger Sechs- und Achtzylindermotoren entsprechen. Die Batteriekapazität liegt bei rund 110 kWh. Die einzelnen Zellen sind mit gut elf Zentimetern Höhe etwas flacher als beim Konkurrenten Mercedes angelegt. Dafür wird es mehr Zellen geben. Warum aber erst 2021? Weil laut Fröhlich viele der Schlüsseltechnologien noch nicht serienreif, bzw. fertig entwickelt seien. „750 Kilometer mit einem Akku zu fahren ist kein Problem!“, so Fröhlich. „Aber wir wollen keine 800-Kilo-Akkus!“. Den Sprint auf 100 km/h soll der iNext auf jeden Fall in unter drei Sekunden bewältigen.

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Das ist der Elektro-SUV von Mercedes

Obwohl der iNext und das 2021 folgende Serienmodell voll autonom fahren sollen (Level 5), lässt BMW das Lenkrad im Auto und beschränkt sich damit selbst auf Level 4. Der Grund ist so einfach, wie pragmatisch: Das autonome Fahren wird auch im Jahr 2021 ganz sicher nicht global verfügbar sein. Heißt: In den allermeisten Märkten kann, soll und muss der kommende i5 selbst gefahren werden. Im iNext gibt's dafür den so genannten „Boost“-Modus. Der positioniert das Lenkrad nah am Fahrer und fährt Gas- und Bremspedal aus dem Cockpitboden. Ist eine Gegend fürs autonome Fahren freigegeben, bzw. geeignet, dann kommt der „Ease“-Modus ins Spiel. Das Lenkrad entfernt sich vom Fahrer, die Pedal verschwinden im Boden und die Anzeigenflächen im Fahrzeug wechseln von fahrrelevanten Inhalten zu dem, was bei BMW „Exploration“-Modus heißt. Das kann im Zweifel alles sein: Informationen zur Umgebung, Musik, Filme, Büro-Kram.

Hören, sprechen, fühlen: Multimodaler Innenraum

BMW Vision iNEXT / i5 Foto: BMW
Eher Möbelhaus, als Auto: Abgesehen vom Lenkrad erinnert im iNext nicht mehr viel an ein klassisches BMW-Cockpit. "My Favorite Space" heißt der neue Look.

Langweilig wird's den Passagieren im iNext ziemlich sicher nicht. Die Interieur-Spezialisten von BMW haben dem kommenden i5 einen komplett neuen Innenraum verpasst. „My Favorit Space“, mein Lieblingsplatz, nennt sich der neue Stil im Cockpit. Besonders auffällig: Es gibt keinen einzigen Knopf, keinen Schalter. Lediglich das Lenkrad, die beiden großen Displays auf dem Armaturenträger sowie Gas- und Bremspedal, die sich bei Bedarf aus dem Cockpitboden aufrichten, erinnern noch an ein klassisches Fahrzeug. Der Rest ist eine Mischung aus Boutique-Hotel, Lümmelecke und modernem Büro. Ein Lebensraum auf Rädern. Abgesehen vom Verzicht auf tierische Materialien ging es den Designern vor allem darum, die Technik im Fahrzeug so gut es geht zu verstecken.

BMW Vision iNEXT / i5 Foto: BMW
"Shy Tech": Praktisch alle Oberflächen im iNext lassen sich zur Bedienung der Informations- und Unterhaltungsangebot nutzen.

„Shy Tech“, scheue Technologie, nennen sie das in München. Gemeint sind damit vor allem berührungsempfindliche Oberflächen, intelligente (Sprach-)Assistenten und ein Hightech-Beamer, der im Fond über den Passagieren hängt. Per „Intelligent Beam“ können Bilder, Texte und Videos auf praktisch jede Oberfläche im Fahrzeug projiziert werden. Musik auf den Rücksitzen an? Kein Problem, einfach eine Note auf die Sitze malen, schon dudelt die Lieblings-Playlist los. Im Zweifel funktioniert das Ganze aber natürlich auch per Sprachbefehl. Multimodale Nutzung ist das Zauberwort. Nicht BMW gibt vor, wie die Technologie in einem Auto zu bedienen ist, sondern stellt lediglich alles zur Verfügung, um es den Passagieren so einfach wie möglich zu machen.

E-Mini kommt 2019

BMW-Neuheiten iX3, i4, iNext
2018 soll neues Rekordjahr werden

Um bei der Elektromobilität bis 2021 auf nennenswerte Stückzahlen zu kommen, plant BMW Elektroautos auch ohne Karbon-Karosserie. Zunächst kommt 2019 ein elektrisch angetriebenes Modell von Mini. Für 2020 hat BMW dann einen X3 mit Elektro-Antrieb auf Basis der neuen Modellgeneration angekündigt. Auch 3er, 5er und 7er sollen als Elektroversionen kommen.

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