Jaguar C-X75 aus Spectre Amy Shore ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
Jaguar C-X75 aus Spectre
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Jaguar C-X75 aus Spectre 21 Bilder

Jaguar C-X75 aus James Bond-Film

Stuntauto aus „Spectre“ wird versteigert

Mit dem hochexklusiven Coupé feierte sich Jaguar einst selbst – und lieferte sich ein Bösewicht eine Verfolgungsjagd mit 007 höchstpersönlich. Ende November kommt der C-X75 aus „Spectre“ in Abu Dhabi unter den Hammer.

Mit dem C-X75 feierte Jaguar auf dem Pariser Autosalon 2010 sein 75-jähriges Bestehen. Und ließen sich nicht lumpen, schließlich verpassten die Briten der Studie nicht nur ein spektakuläres Design, sondern auch einen extrem ausgeklügelten Antrieb. Das C-X75-Showcar verfügte über vier elektrische Radnabenmotoren und zwei kleine Gasturbinen, die als Range Extender fungierten. Das System leistete 780 PS und beschleunigte das Supercar in drei Sekunden von Null auf Hundert.

Filmauto statt Kleinserie

Damals konnte Jaguar noch nicht ahnen, welchen Weg das Auto nehmen würde. Ursprünglich sollte zusammen mit Williams Advanced Engineering, der Entwicklungsabteilung des gleichnamigen Formel 1-Teams, eine Kleinserie von 250 Autos aufgelegt werden. Dazu kam es aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten seitens Jaguar leider nie. Stattdessen wurde der C-X75 zum Filmstar. Im James Bond-Abenteuer „Spectre“ von 2015 ist das Auto in einer heißen Verfolgungsjagd durch Rom zu sehen. Und zwar in Händen des Bösewichts Mr. Hinx (Dave Bautista), der versucht, 007 höchstpersönlich (Daniel Craig) im Aston Martin DB10 zu erwischen. Was für den einen im Wasser und für den anderen mit einer brennenden Autonase endet.

Jaguar C-X75 aus Spectre
Amy Shore ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
Der Jaguar C-X75 sollte ursprünglich in einer Kleinserie gebaut werden, wurde dann aber als Filmauto berühmt.

Williams baute für die Dreharbeiten sechs C-X75-Exemplare auf: vier Stuntautos und zwei „Standardexemplare“. Eines davon wird demnächst versteigert: Bei einer Auktion im Rahmen des Formel 1-Saisonfinales in Abu Dhabi bringt RM Sotheby's am 30. November 2019 eines der Stuntautos unter den Hammer. Einen Schätzpreis gibt es noch nicht, aber angesichts der grandiosen Historie des Sportwagen-Exoten und des sicherlich sehr zahlungskräftigen Publikums dürfte sich ein beachtlicher Preis erzielen lassen.

V8-Kompressor statt Gasturbinen-Hybrid

Wer auch immer zuschlägt, sollte jedoch wissen, dass die Stuntautos nicht über den Über-Antrieb des 2010er Showcars verfügen. Stattdessen kommt der V8-Kompressormotor aus den Topmodellen des Jaguar F-Type zum Einsatz, der dort mindestens 550 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 680 Newtonmetern bereitstellt. Allerdings wurde die Power teilweise limitiert, um das Auto für die Stuntfahrer besser beherrschbar zu machen. Im C-X75 wurde das Triebwerk zudem nicht als Front-, sondern als Mittelmotor installiert. Und es gibt seine Kraft nicht an alle vier, sondern nur an die hinteren Rädern ab. Und sie wird dort per mechanischem Sperrdifferenzial portioniert.

Jaguar C-X75 aus Spectre
Amy Shore ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
Anstelle des Gasturbinen-Hybridantriebs kommt in den Filmautos ein V8-Kompressor aus dem Jaguar F-Type zum Einsatz.

Doch damit nicht genug der Umbauarbeiten. Die Filmautos verfügen über manuelle Sechsgang-Getriebe mit extrem kurzen Schaltwegen aus dem Hause Ricardo, das sequenziell per links vom Lenkrad verbautem Schaltpaddel bedient wird. Dadurch hat der Fahrer die rechte Hand frei, um sich damit der hydraulischen Handbremse zu widmen und mit dem C-X75 hübsche Drifts hinzulegen. Außerdem baut der Jaguar auf einem Gitterrohrrahmen mit extrem dicken Stahlrohren auf und verfügt über ein Rallyefahrwerk, bei dem Williams' Erfahrung aus der WRC einfloss. Schließlich musste der Sportwagen für Fahrten über – beispielsweise – römisches Kopfsteinpflaster, historische Treppen und holprige Böschungen robust genug konstruiert werden und über genügend Federweg verfügen.

Als Ex-„Pod Car“ besser in Schuss

Innen verzichtet der Spectre-C-X75 weitgehend auf Komfort-Accessoires wie Verkleidungen oder Polsterungen. Dafür gibt es zwei Recaro-Schalensitze mit Sechspunkt-Gurten und Bedienelemente im Kampfflieger-Style, zu denen auch ein Drehknopf gehört, mit dem die Rennbremse von AP Racing verstellt werden kann.

Jaguar C-X75 aus Spectre
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Der auf's Wesentliche reduzierte Innenraum erinnert an ein Rennwagen-Cockpit.

Dass dieser C-X75 mit der Chassis-Nummer 24001 deutlich besser in Schuss ist als die drei anderen Stuntautos, liegt nicht nur daran, dass Williams den Motor und die Kupplung nach den Dreharbeiten überholt hat. Ein anderer Grund ist sein Einsatz als „Pod Car“: In ihm wurden die Nahaufnahmen von Dave Bautistas Gesicht während der Fahrt gedreht. Dabei steuerte der Schauspieler das Auto nicht selbst, sondern ein Stuntfahrer, der in einem Gestell Platz nahm, das auf dem Dach des Autos montiert war. In dieser Konfiguration konnte der Jaguar nicht derart dynamisch gefahren werden wie seine Geschwister – und musste entsprechend weniger leiden. (Aber auch die anderen Autos überlebten die Dreharbeiten.)

Danach kam der C-X75 Nr. 24001 noch ordentlich rum. Er wurde für die Promotion für den „Spectre“-Film verwendet und vom damaligen Williams-Formel 1-Fahrer Felipe Massa im Rahmen des Mexiko-GPs 2015 weitgehend quer über die Rennstrecke getrieben. Danach gelangte das Auto in die Hände eines Sammlers, der noch ein paar Meilen damit fuhr und es auf einigen Veranstaltungen präsentierte.

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Okay, dieser Jaguar C-X75 ist nicht ganz so legendär wie der Aston Martin DB5. Aber er dürfte deutlich günstiger über die Theke gehen als der zuletzt für 5,75 Millionen Euro versteigerte James Bond-Klassiker. Historisch wertvoll ist das Stuntauto allemal – zumal der „Spectre“-Film zu den besten 007-Abenteuern zählte.

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Auch sein legendärer DB5 und ein V8 kommen zum Einsatz - und ein Roller.

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