Alfa Romeo New York Taxi 1975 Alfa Romeo
Alfa Romeo New York Taxi 1975
Alfa Romeo New York Taxi 1975
Alfa Romeo New York Taxi 1975
Alfa Romeo New York Taxi 1975 8 Bilder

Richtungsweisende Studie von Giugiaro

New York Taxi von Alfa Romeo

Dieser Alfa Romeo von Giugiaro ist weit weniger altmodisch als Sie vielleicht glauben. Schon 1975 wurden die großen Fragen der Mobilität behandelt – entstanden ist ein New York Taxi.

Wenn Sie glauben, die Diskussionen um verstopfte Straßen, hohe Verbräuche und zeitgemäße Mobilitätslösungen seien ein zeitgenössisches Phänomen, dann haben Sie sich getäuscht. Bereits im Jahr 1975 ging es bei einem Wettbewerb, den das New York Museum of Modern Art (MoMA) initiierte, um genau diese Themen. Gesucht wurde ein neues Konzept für die Taxis im Big Apple. Etwas, das im zähen Stadtverkehr nicht unbedingt auf einen 5,7-Liter-V8 von Chevrolet setzt, sondern nachhaltiger agiert.

Alfa Romeo New York Taxi 1975
Alfa Romeo
Was hat mehr 70er-Charme: Das Outfit der jungen Dame, oder das Alfa Romeo Taxi-Concept.

Geräumig und so umweltfreundlich wie möglich sollte der Entwurf sein – offenbar keine Attribute, mit denen man die großen amerikanischen Hersteller anlocken konnte. GM, Chrysler und Ford verzichteten dankend. Vielleicht auch um ihr Image nicht zu verdünnen, wer weiß. Das Designstudio von Giorgio Giugiaro jedenfalls ließ sich diese Chance nicht entgehen, und machte sich an die Arbeit. Das Ergebnis: Ein kompakter Van mit zukunftsweisendem Ansatz.

Reichlich Platz im Alfa

Den Passagieren – fünf Plätze gibt es – stehen zwei Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Gesamtlänge des Fahrzeugs beträgt lediglich vier Meter. Ziel des Entwurfs war es, die Verkehrsfläche zu reduzieren und in der Tat: Im Vergleich zu den damals gebräuchlichen Limousinen vom Typ Cecker A-11 war es eine Reduktion um rund ein Drittel. Für den Antrieb sorgte der 1,3-Liter-Vierzylinder-Boxer aus dem Alfasud. Der – machen wir uns nichts vor – auf den Stau-geplagten Straßen New Yorks eine völlig ausreichende Performance abliefert.

Alfa Romeo New York Taxi 1975
Alfa Romeo
Dank eines hochklappbaren Sitzes und einer Rampe im Fahrzeugboden ist die Mitfahrt auch im Rollstuhl oder etwa mit einem Kinderwagen kein Problem.

Doch nicht nur eine clevere Raumausnutzung stand auf Giugiaros Zettel. Im Dach sitzt natürlich ein großes Fenster, damit die Passagiere während der Fahrt die Wolkenkratzer bewundern können. Auf beiden Fahrzeugseiten erleichtern Schiebetüren den Ein- und Ausstieg und eine ausfahrbare Rampe ermöglichte in Kombination mit einem hochklappbaren Sitz und einem ebenen Fahrzeugboden die Mitfahrt für Kinderwagen oder Rollstühle.

Alles ziemlich clever, nicht wahr? Auf New Yorks Straßen ist das Concept von Giugiaro dennoch nicht unterwegs, sondern verweilt als Einzelstück im Alfa Romeo-Museum im italienischen Arese. Ganz fruchtlos war das revolutionäre Taxi aber doch nicht. Auf den Entwurf geht das spätere Serienmodell des Lancia Zeta zurück. Welche Schätze sonst noch in dem Museum zu sehen sind, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Alfa Romeo Museum Arese Alfa Romeo Museum Arese Alfa Romeo Museum Arese 77 Bilder

Fazit

Ein cleveres Konzept nach der uralten Design-Philosophie „Form follows function“. Heute nutzen sie in New York immerhin auch den kleinen Van Nissan NV200 als Taxi – aber irgendwie wäre es doch cooler gewesen, in der kantigen Giugiaro-Version durch die Häuserschluchten chauffiert zu werden.

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