Die Fans des neuen Audi-Werksteams bekamen dieses Jahr noch nicht viel zu feiern. Die Fahrer zeigen immer wieder, dass im Auto eigentlich eine gute Pace steckt. Doch dann kommt am Ende immer etwas dazwischen, das ein besseres Resultat verhindert. In Monaco war es ein abgefallenes Aero-Teil, das in der zweiten Quali-Runde den Aufstieg von Nico Hülkenberg ins Top-Ten-Finale verhinderte.
Von Startplatz 13 war schon vor dem Rennen am Sonntag klar, dass es ein anstrengender Nachmittag auf dem überholfeindlichen Stadtkurs wird und die Chance auf Punkte gering ist. Doch dann erhöhte der Rennverlauf den Frust-Faktor im Audi-Cockpit noch zusätzlich. Die beiden Williams direkt vor Hülkenberg führten eine Blockade-Taktik aus, um sich gegenseitig den Platz für Boxenstopps ohne Positionsverlust zu verschaffen.
Hülkenberg appellierte an die FIA, solche Taktikspielchen in Zukunft zu verbieten: "Dieses Mal war es erlaubt und deshalb war es okay. Jedes andere Team hätte genau das Gleiche gemacht. Es geht also nicht gegen Williams. Aber da sollte sich die FIA etwas überlegen, damit so etwas in Zukunft verhindert oder verboten wird. Es ist einfach nur schmerzhaft und nicht sehr sportlich", klagte der Rheinländer in seiner Medienrunde zum Start des Barcelona-Wochenendes.

Hülkenberg wurde in Monaco von den Williams eingebremst.
Erst Blockade, dann Kollision
Es war aber nicht die einzige Szene, die dem Werkspiloten negativ aufstieß. Nach der Unterbrechung öffnete sich plötzlich doch noch einmal die Tür in Richtung Punkte. Beim Restart fand sich Hülkenberg im Kampfgetümmel am Ende der Top Ten wieder, als es zu einer Kollision mit Carlos Sainz kam.
Auslöser war nach Ansicht des Deutschen aber ein ganz anderer Pilot: "Russell hat vorne verlangsamt, weil er eine Lücke aufreißen wollte, um seine Strafe abzusitzen. Das verursachte dahinter im Mittelfeld viel Chaos. Am Ausgang von Mirabeau fährt Fernando (Alonso) direkt neben mir. Vor mir kämpft Esteban (Ocon). Ich musste links und rechts schauen und dann nach innen ausweichen, um ihm nicht aufzufahren. Dann konnte ich einfach nicht mehr weiter lenken. Es ging einfach der Platz aus."
Laut Hülkenberg hätte Sainz mit etwas mehr Überblick die Kollision verhindern können. "Carlos lag außen und weiß eigentlich, dass die Autos mehr übereinander als nebeneinander liegen. Er hakt ziemlich extrem zurück in Richtung Strecke und da ist dann mein Vorderreifen und wir kollidieren. Er hätte sich mit einer weiteren Linie selbst retten können."

Im Restart-Getümmel kam es zum Kontakt zwischen Hülkenberg und Sainz.
Harte Strafe ohne Untersuchung
Am Ende zog der Spanier den Kürzeren. Sainz fiel nach dem Kontakt mit Hülkenberg und der anschließenden Kollision mit Colapinto vorzeitig aus. Hülkenberg kreuzte die Ziellinie auf Platz 9. Doch die Freude über die ersten WM-Punkte währte nicht lange. Die FIA-Kommissare sprachen im Schnellverfahren eine 10-Sekunden-Strafe aus, die den Audi aus den Top-Ten-Plätzen warf.
"Für mich war das unglücklich, ein Rennunfall", beklagte sich Hülkenberg. "Etwas bitter war, dass die Strafe einfach sofort ausgesprochen wurde. Es gab keine Untersuchung. Die Kollision mit Colapinto zwei Kurven später wurde erst noch untersucht, dann wurde ein Urteil gefällt. Bei uns wurde es einfach vollstreckt. Das war natürlich enttäuschend."
Nur sieben Tage nach der Monaco-Enttäuschung will Hülkenberg in Barcelona aber wieder angreifen. Das Layout ist ganz anders als im Fürstentum. "Es ist schwer zu sagen, wie gut uns die Strecke liegt. Es gibt mehr schnelle Kurven. Der Reifenverschleiß ist höher. Hier kommt es wieder mehr auf das Energie-Management an als in Monaco. Mal schauen, wie gut das unserem Paket schmeckt."












