Nach dem Europa-Auftakt in Monaco (7.6.) nimmt die Formel-1-Saison nun langsam auf dem alten Kontinent Fahrt auf. Auf den Klassiker im Fürstentum folgt am kommenden Wochenende (12. bis 14.6.) der Barcelona-Catalunya-Grand-Prix. So heißt das Traditionsrennen in diesem Jahr, da im September auf dem neuen Stadtkurs von Madrid der Große Preis von Spanien ausgetragen wird.
Weil die Strecke bekannt ist, nutzt mehr als die Hälfte der Teams in Barcelona die Gelegenheit, die eigenen Nachwuchstalente im ersten Training ans Steuer zu lassen. Dazu zählen McLaren, Ferrari, Mercedes, Red Bull, Williams, Audi und Cadillac. Lediglich die Racing Bulls, Aston Martin, Alpine und Haas setzen in FP1 (12.6.) ihre Stammfahrer ins Cockpit.
McLaren tauscht Weltmeister Lando Norris durch Leonardo Fornaroli aus. Der Italiener wurde im Vorjahr Formel-2-Champion und gewann 2024 den Formel-3-Titel. Als Meister dürfen die Nachwuchspiloten in der darauffolgenden Saison nicht ein weiteres Mal in derselben Serie starten. Fornaroli stand trotz seiner Erfolge für dieses Jahr ohne Cockpit da. McLaren nahm den 21-Jährigen Anfang Dezember 2025 in sein Förderprogramm auf. Nach einigen TPC-Einsätzen (Tests mit alten F1-Autos) darf Fornaroli nun erstmals an einer offiziellen Formel-1-Session teilnehmen.
Hamilton muss weichen
Neben Norris muss mit Lewis Hamilton ein weiterer Engländer die ersten 60 Minuten des Wochenendes zuschauen. Der Rekordsieger gibt die Schlüssel für seinen Ferrari an Dino Beganovic weiter. Der Schwede startet seit 2025 in der Formel 2. Er wurde im Vorjahr Siebter und liegt aktuell auf P6 in der Gesamtwertung. Für den Ferrari-Junior ist es nicht die erste Teilnahme an einer FP1-Session. Er kam bereits letztes Jahr in diesen Genuss.
Andrea Kimi Antonelli müsste nach fünf Siegen in Folge vor Selbstvertrauen fast platzen. Der 19-Jährige hat nach dem Monaco-Erfolg im ersten Training aber zunächst Pause. Frederik Vesti klettert an seiner Stelle in den Mercedes. Bei Red Bull trifft es Isack Hadjar. Nach dem Premieren-Podium für sein neues Team in Monte-Carlo soll nun der Japaner Ayumu Iwasa sein Können am Freitag präsentieren.

Paul Aron war bereits für das Audi-Vorgänger-Team Sauber am Steuer.
Aron für Hülkenberg
Deutsche Fans müssen an diesem Wochenende eine Session ohne Nico Hülkenberg verkraften. Der Routinier gibt seinen Audi R26 an Paul Aron weiter. Der Este fuhr bereits im Vorjahr in mehreren FP1-Sitzungen für das Vorgänger-Team Sauber und für Alpine.
Luke Browning hat ebenfalls schon Formel-1-Erfahrung gesammelt. Der Engländer durfte in der Vergangenheit mehrmals bei Williams an Freitag-Trainings teilnehmen. In Barcelona übernimmt er den FW48 von Alexander Albon. Der Thailänder wird es verschmerzen können. Mit seinem 96. GP-Einsatz für das Traditionsteam löst er an diesem Wochenende Nigel Mansell als Pilot mit den meisten Rennen für Williams ab.

Colton Herta startet 2026 bei Hitech in der Formel 2. In Barcelona fährt er in FP1 den F1-Cadillac.
US-Amerikaner im Cadillac
Ein Debüt feiert dagegen Colton Herta. Der US-Amerikaner ist Teil des Nachwuchsprogramms von Cadillac. Das jüngste Team der Königsklasse gibt dem ehemaligen IndyCar-Piloten die Chance, sich in einem F1-Auto zu beweisen. Der 26-Jährige bestreitet parallel seine erste Formel-2-Saison bei Hitech.
Es ergibt Sinn, dass sieben von elf Teams in Barcelona ihre Fahrer für das erste Training austauschen. Ende Januar dieses Jahres bestritt die Formel 1 schon eine Shakedown-Woche in Katalonien, an der die Rennställe ihre neuen Autos testen konnten. Deshalb haben zehn Teams bereits viele Daten auf der beliebten Teststrecke gesammelt. Lediglich Williams musste wegen Verzögerungen bei der Fertigstellung des Autos auf eine Teilnahme verzichten.
Alle Teams sind verpflichtet, vier Rookie-Einsätze pro Saison in den ersten Trainings-Sessions einzuplanen – jeder Stammfahrer muss also zwei Mal aussetzen. Setzt ein Rennstall einen Rookie als Stammpiloten am Anfang des Jahres ins Cockpit, erfüllt dieser die Regel schon in den ersten Rennen. Deshalb muss bei den Racing Bulls nur Liam Lawson zwei Mal das Auto abgeben. Sein Teamkollege Arvid Lindblad war der einzige Stammfahrer-Rookie in dieser Saison.












