09/2020, 1970 Plymouth Hemi Cuda Auktion Barrett-Jackson
09/2020, 1970 Plymouth Hemi Cuda Auktion
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09/2020, 1970 Plymouth Hemi Cuda Auktion 14 Bilder

1970er Plymouth Hemi 'Cuda bei Barrett-Jackson

Muscle Car-Traum könnte ein Schnäppchen werden

Dieser 1970er Plymouth Hemi 'Cuda mit Matching Numbers und gerade einmal 33.000 Meilen auf dem Tacho könnte bald Ihnen gehören. Vielleicht wird er zum Schnäppchen – wahrscheinlich wird er aber richtig teuer.

So eine "No-Reserve"-Versteigerung ist eine heikle Sache. Nehmen wir diesen wunderschönen Plymouth Hemi 'Cuda, Modelljahr 1970, als Beispiel. Das Muscle Car, für das es keinen Schätzpreis gibt, wird bei der Herbstauktion von Barrett-Jackson vom 22. bis 24. Oktober in Scottsdale auf jeden Fall erkauft – egal, ob der vom Verkäufer erwartete Preis auch wirklich erzielt wird. Der rote Rabauke kann für den Käufer also zum richtigen Schnäppchen werden. Oder irre teuer, weil die "No-Reserve"-Klassifizierung viele Interessenten anlocken könnte, die sich gegenseitig zu Höchstgeboten treiben.

Matching Numbers und 33.000 Meilen

Das zweite Szenario ist, um ehrlich zu sein, das wahrscheinlichere. Denn dass hier ein Traum von einem US-Auto unter den Hammer kommt, steht außer Zweifel. Matching Numbers sind ebenso geboten wie eine geringe Laufleistung von 33.000 Meilen (umgerechnet gut 53.000 Kilometer). Die Farbe Rallye-Rot steht dem Hardcore-Barracuda ganz hervorragend, wobei die Lackierung seit einer bestens dokumentierten Restaurierung besonders gut zur Geltung kommen dürfte.

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Barrett-Jackson
Heute schwer zu verargumentieren, aber einfach Kult im Hemi 'Cuda: Schaltknauf in Form eines Pistolengriffs.

Hinzu kommt: Dieses Auto ist selten. Im Modelljahr 1970 wurden laut Auktionshaus nur 670 Exemplare produziert; 18 davon als Cabrios. Ein solches ist dieser am 8. April 1970 gebaute Plymouth nicht, aber dafür einer von nur 284 Vertretern des besagten Modelljahres, der über ein manuelles Viergang-Getriebe verfügt. Die meisten Neuwagenkäufer entschieden sich damals für die Dreigang-Automatik – und verzichteten damit freiwillig auf den ikonischen Pistolen-Schaltknauf, der so wunderbar zu diesem Raufbold auf vier Rädern passt.

Siebenliter-V8 mit Hemi-Gütesiegel

Auch sonst hatte der Erstbesitzer bei der Bestellung seines Hemi 'Cudas auf maximale Performance geachtet. Der 426er-V8 war zwar nicht das größte verfügbare Triebwerk (Plymouth bot neben dem Siebenliter-Motor noch ein 7,2-Liter-Aggregat mit Sechsfach-Vergaser an). Aber er trägt als einziges das Hemi-Gütesiegel, verfügt außerdem über eine hydraulisch betätigte Nockenwelle und atmet durch großzügig bemessene, gusseiserne Auspuffkrümmer aus. Mit einem Aufpreis von 871,45 Dollar war die Option entsprechend teuer; der Basispreis lag seinerzeit bei 3.164 Dollar. Als Resultat stehen 431 PS und ein maximales Drehmoment von 664 Newtonmetern auf dem Datenblatt.

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Barrett-Jackson
Die legendäre "Shaker Hood" ist natürlich auch am Start.

Der teure Motor hielt den Käufer 1970 nicht davon ab, weitere aufpreispflichtige Ausstattungsmerkmale zu wählen, die das Auktionsresultat im Oktober zusätzlich nach oben treiben dürften. Zum Beispiel die "Shaker Hood" – jene direkt mit dem Motor verbundene Lufthutze, die durch die Motorhaube ragt und sich gemeinsam mit dem Triebwerk schüttelt (daher der Name). Aber auch das "Super Track Pak"-Achspaket geht als Verkaufsargument durch. Ein Bestandteil dessen war die verstärkte Dana 60er-Hinterachse, die zeigt: Der Erstbesitzer meinte es ernst mit seinem Hemi 'Cuda. Und 4,8 Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) sowie eine Viertelmeilenzeit von 14 Sekunden bei einer Zielgeschwindigkeit von 164 km/h waren schwer bis unmöglich zu schlagen auf den Drag Strips im Amerika der Siebzigerjahre.

Schwarz-weißer Original-Innenraum

Sie brauchen weitere Gründe, sich Ende Oktober Ihr ganzes Geld zu packen und bei dieser Versteigerung mitzubieten? Nun ja, da gibt es die in Wagenfarbe lackierten 15-Zoll-Stahlfelgen mit metallischer Zentralkappe, die in Verbindung mit den passenden Goodyear-Reifen ein unvergleichliches Nostalgie-Gefühl erzeugen. Und dann dieser im Originalzustand belassene, schwarz-weiße Innenraum mit Vinyl-Sportsitzen samt Ledereinsatz, Zusatzinstrumenten und Music Master-Radio. Dass dem Auto alle wichtigen Dokumente beiliegen, dürfte dem Käufer nach dem Fall des Hammers ein extragutes Gefühl verleihen – auch für den Fall, dass es doch etwas teurer wie gedacht geworden sein sollte.

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Fazit

Es fällt schwer, bei diesem Auto nicht ins Schwärmen zu geraten. Schließlich ist der Plymouth Hemi 'Cuda der heilige Gral unter den Muscle Cars. Ein Exemplar dieser US-Legende kommt nicht oft auf den Markt, schon gar nicht in einem solchen Zustand. Das bedeutet aber auch: Die Wahrscheinlichkeit, dass der 'Cuda ein Schnäppchen wird, ist deutlich geringer als jene, dass er ein Riesenloch in das Konto seines künftigen Besitzers reißt.

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