Das JMS-Racing-Team setzte diesen BMW 530 der Baureihe E12 von 1979 damals auf der Rennstrecke ein. Er stammt aus der Blütezeit der französischen Tourenwagen-Meisterschaft, bewegt von Fahrern, die Motorsportgeschichte geschrieben haben. Mitte der 1970er-Jahre suchte der französische Motorsport nach einer Bühne für seriennahe Rennen mit überschaubaren Budgets und maximaler Publikumsnähe. Claude Ballot-Léna, Langstreckenpilot und Motorsportjournalist bei L’Équipe, lieferte die Antwort: 1976 gründete er die französische Tourenwagen-Meisterschaft. Das Konzept schlug sofort ein. Werksteams, Privatiers und große Namen teilten sich den Asphalt – bis hin zu Formel-1-Stars.
Genau aus dieser Ära stammt der zum Verkauf stehende BMW 530. Er zählt zu den Autos, die das Gesicht der Serie prägten. 1980 fuhr Ballot-Léna den Wagen auf Rang zwei der Meisterschaft. Damit stellte er unter Beweis, dass das Fahrzeug ein ernst zu nehmender Titelkandidat war. Den alles krönenden Sieg errang dieser 5er allerdings nicht.
Langstrecke in Spa
Dafür hinterließ er auch international seine Spuren. Dreimal startete er bei den 24 Stunden von Spa. 1980 krönte sich der E12 dort mit einem dritten Gesamtrang, damals in der auffälligen ISO-Roulement-Lackierung. Am Steuer wechselten sich Jean-Claude Andruet, René Metge und Jean-Louis Schlesser ab. Ab 1981 fuhr der BMW in Marlboro-Farben, zwei Jahre später wechselte er vom Rundkurs in den Bergrennsport. Die Historie ist durchgängig belegt.
Zurück in den Zustand von 1980
2016 nahm sich ein motorsportbegeisterter Besitzer des E12 an und ließ ihn komplett restaurieren. José Rocher, schon in der aktiven Zeit an der Entwicklung beteiligt, begleitete den Neuaufbau. Das Team zerlegte die Karosserie komplett, baute sie neu auf und lackierte den Wagen in seinem 1980er-Look.
Unter der Haube gingen die Mechaniker ebenso radikal vor. Der 2,8-Liter-Reihensechszylinder bekam eine Komplett-Überholung und drei Weber-48-Vergaser. Damit leistet der Motor heute rund 280 PS. Zusätzlich gehört ein 3,0-Liter-Aggregat von Danielson zum Paket, das der BMW zeitweise trug und das vor einem erneuten Einsatz noch einmal revidiert werden muss. Auch der Rest blieb nicht unangetastet: Fahrwerk, Getriebe, Achsen und Bremsen gingen komplett durch die Hände der Spezialisten. Rechnungen und Fotodokumentationen belegen die Tiefe der Arbeiten. Vier Jahre später war das Projekt fertig.
Bereit für die zweite Karriere
Mit Abschluss der Restaurierung wechselte der BMW auf der Rétromobile den Besitzer. Der neue Eigentümer setzte sportlich andere Prioritäten und konzentrierte sich auf Rallye-Projekte. Entsprechend blieb der BMW seitdem weitgehend ungenutzt. Der Schätzpreis liegt bei 80.000 bis 120.000 Euro, ohne Mindestpreis. Das französische Auktionshaus Auktionshaus Artcurial versteigert den Tourenwagen am 27. Januar 2026 . Zum Vergleich: Ein M5 E12 535i aus dieser Zeit wird bei Classic Analytics in gepflegtem Zustand auf 44.200 bis 59.800 Euro geschätzt. Damit liegt der Schätzpreis für den Rennwagen etwa doppelt so hoch. Dieser BMW E12 verbindet Rennerfolge, prominente Fahrer und eine frisch restaurierte Substanz. Das macht ihn zu einem äußerst spannenden Fahrzeug für Sammler und Motorsport-Enthusiasten.












