BMW E34 mit M60-V8: Ein Meilenstein der Ingenieurskunst

BMW E34 540i mit M60-V8
So gut ist der Alu-V8 und Vierventiltechnik

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.05.2026
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BMW 540i E34
Foto: I. Pompe

Der M60-V8-Motor, erstmals im BMW E32 eingeführt und später auch im E34 verwendet, war ein Meilenstein in der Motorenentwicklung von BMW. Mit einem Aluminium-Kurbelgehäuse, Sinterpleueln und einer Ansauganlage aus Kunststoff setzte er auf Leichtbau und Effizienz. Die doppelwandigen Abgaskrümmer und die elektronische Motorsteuerung mit On-Board-Diagnose waren damals innovative Features. Mit einem Hubraum von 3982 cm³ erreichte der Motor eine Leistung von 286 PS bei 5800 U/min und ein maximales Drehmoment von 400 Nm.

Die Kombination aus Vierventiltechnik und hydraulischem Ventilspielausgleich sorgte für eine kultivierte Laufruhe und hohe Leistungsentfaltung. Im Vergleich zum S38-Motor des M5, der auf Hochdrehzahl ausgelegt war, bot der M60 eine alltagstauglichere Charakteristik mit beeindruckendem Durchzugsvermögen.

Unterschiede zum S38-Motor

Der S38-Motor des M5 war ein Reihensechszylinder mit sportlicher DNA, abgeleitet vom legendären Triebwerk des BMW M1. Während der S38 mit bis zu 340 PS glänzte, forderte er durch seine Hochdrehzahlcharakteristik eine aktivere Fahrweise. Im Gegensatz dazu punktete der M60-V8 mit seiner mühelosen Kraftentfaltung bereits bei niedrigen Drehzahlen.

Ein markanter Unterschied lag auch in der Getriebeauswahl: Der M5 war ausschließlich mit Schaltgetriebe erhältlich, während der 540i zunächst nur mit einer Fünfstufenautomatik angeboten wurde. Ab 1993 gab es jedoch auch eine Sechsgang-Schaltvariante für den V8, die besonders bei Enthusiasten gefragt war.

Produktionszahlen und Varianten

Zwischen 1992 und 1996 wurden insgesamt 25.104 Exemplare des BMW 540i E34 produziert. Davon entfielen rund 20.075 Einheiten auf die Automatikversionen, während nur etwa 2.570 Fahrzeuge mit dem begehrten Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet waren. Besonders selten sind die Touring-Modelle: Von den insgesamt produzierten Kombis wurden lediglich 561 Exemplare mit Schaltgetriebe ausgeliefert.

Neben den Serienmodellen gab es auch Sondereditionen wie den BMW M540i für Kanada oder den BMW 540i Sport für den US-Markt, die als Alternativen zum kurzzeitig nicht verfügbaren M5 dienten.

Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit

Der BMW E34 mit dem M60-V8 überzeugte durch sein ausgewogenes Fahrverhalten. Die Kombination aus präziser Lenkung, gut abgestimmtem Fahrwerk und leistungsstarkem Antrieb machte ihn sowohl auf langen Autobahnfahrten als auch auf kurvigen Landstraßen zu einem Genuss.

Besonders beeindruckend ist die Beschleunigung: Der automatisch geschaltete 540i sprintet in nur 7,2 Sekunden von null auf hundert Kilometer pro Stunde – Werte, die nahe an denen des frühen M5 liegen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde bei beiden Modellen elektronisch auf 250 km/h begrenzt.

Wartung und Schwachstellen

Trotz seiner technischen Raffinesse ist der M60 nicht frei von Schwachstellen. Zu den bekannten Problemen zählen Korrosion an Türkanten und Wagenheberaufnahmen sowie Verschleiß an Querlenkern und Spurstangen bei intensiver Nutzung. Dennoch gilt der Motor bei entsprechender Pflege als äußerst robust und langlebig.

Ein weiterer Aspekt ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Während Standardkomponenten relativ leicht zu beschaffen sind, können spezifische Teile wie das Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sonderausstattungen kostspielig sein.

Fazit