Cadillac V16 Convertible Coupé (1939) RM Sotheby's
Cadillac V16 Sport Phaeton Fleetwood (1930)
Cadillac V16 Sport Phaeton Fleetwood (1930)
Cadillac V16 Sport Phaeton Fleetwood (1930)
Cadillac V16 Sport Phaeton Fleetwood (1930) 28 Bilder

Cadillac V16 aus Sammlung bei RM Sotheby’s Auktion

16-Zylinder für Millionäre und Schnäppchenjäger

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400 Newtonmeter im Leerlauf, über drei Meter Radstand – ein Cadillac V16 ist ein gewaltiges Auto. Jetzt wurden 7 davon verkauft – zu Preisen zwischen 65.520 und einer Million Euro.

John D. Groendyke löst nicht etwa seine Sammlung von Cadillac V16 auf. Nein, der Spediteur aus Oklahoma verkleinert lediglich seine Sammlung von 16-Zylinder-Cadillac. Von 17 Exemplaren ließ er sieben Stück am 16. und 17. Januar während der Scottsdale Auction Week von RM Sotheby’s versteigern. Die Preise lagen zwischen 65.520 und einer knappen Million Euro.

Stark, kultiviert und schön: Der Cadillac V16

Cadillac V16 All Weather Phaeton (1933)
RM Sotheby's
Leise, stark und schön: Der Cadillac V16 gilt als einer der großartigsten Motoren der 30er-Jahre.

Cadillac hatte als einer der ersten Hersteller einen V16-Motor für Autos entwickelt und in Serie gebaut. Rennmotoren mit 16 Zylindern hatte es zuvor schon bei Maserati gegeben, Auto Union fuhr zwischen 1933 und 1938 mit einem 16-Zylinder-Mittelmotorauto Rennen. Pikant: Entwickelt hatte den Cadillac-Motor der ehemalige Marmon-Ingenieur Owen Nacker; Marmon hatte ebenfalls an einem 16-Zylinder gearbeitet, brachte das Serienmodell jedoch nach Cadillac auf den Markt. Cadillac entwickelte unter größter Geheimhaltung, zeitweise war von einem Motor für ein neues Bus-Projekt die Rede. Obwohl die Kurbelwelle kurz und der Zylinderwinkel mit 45 Grad eng ist, handelt es sich um einen gewaltigen Motor, den die Ingenieure schick einkleideten: Der Cadillac-V16 gilt als erster Automotor, der „gestylt“ wurde. Der Anblick beeindruckt heute noch: sauber verlegte Kabel, poliertes Aluminium, feine Streifen auf dem schwarz lackierten Zylinderkopfdeckel. Der 7,4-Liter-Motor leistete anfangs 135, später 160 und in manchen Versionen sogar bis zu 185 PS. Das Drehmoment soll bei 400 Newtonmetern liegen – im Leerlauf. Hydraulisch gedämpfte Ventile sorgen für einen extrem leisen Lauf.

Die Groendyke-Sammlung

Cadillac V16 Sport Phaeton Fleetwood (1930)
RM Sotheby's
Ältestes Exemplar in der Auktion ist ein Sport Phaeton von 1930.

Ältester Cadillac V16 der Sammlung von John D. Groendyke ist ein Sport Phaeton von 1930. Es ist das erste Baujahr des Modells, das intern nach dem Hubraum in cubic inch 452 genannt wird. Cadillac hatte über 50 Karosserievarianten im Angebot. Groendyke legte offenbar Wert drauf, aus jedem Baujahr ein Modell mit unterschiedlichen Karosserien zu besitzen. Den Sport Phaeton hatte ein Vorbesitzer in seinem Wohnzimmer stehen. Er soll 900.000 bis 1,2 Millionen US-Dollar bringen – umgerechnet 809.000 bis 1,08 Millionen Euro. Tatsächlich wurde der Sport Phaeton für 0,99 Millionen Euro verkauft – inklusive des bei Auktionen üblichen Aufgelds.

Von 1931 stammt ein Siebensitzer mit blau lackierte Karosserie. Der „Blue Boy“ ist laut RM Sotheby’s einer der originalsten V16 und hat aktuell 21.903 Meilen auf der Uhr. Das Auto fährt, ist aber äußerlich unrestauriert. Bestellt hatte das Auto der Kongressabgeordnete Ira C. Copley, der das Auto in den Farben seiner Universität lackieren ließ. Es war mit einem Kaufpreis von umgerechnet 65.520 Euro die günstigste Möglichkeit, während dieser Auktion an einen Cadillac V16 zu kommen.

Selten: Einer von drei V16 von 1939 zu versteigern

Cadillac V16 Convertible Coupé (1939)
RM Sotheby's
Der V16 der zweiten Generation gilt als weniger schön. Die Karosserie macht's wett, oder nicht?

Technisch und historisch sehr interessant ist das Convertible Coupé von 1939. Dieses Auto treibt schon die zweite Generation des 16-Zylindermotors an. Der ist nicht mehr so schön gestylt wie sein Vorgänger, hat einen Zylinderwinkel von 135 Grad, innenliegende Krümmer und soll leichter sowie stärker sein. Außerdem passte der kompaktere Motor in ein kürzeres Chassis. Von jener Version, die am 17 Januar versteigert wird, sollen nur sieben Stück gebaut worden sein. Drei sollen noch existieren. Das Auktionshaus erwartet einen Erlös von 225.000 bis 275.000 US-Dollar, umgerechnet 202.000 bis 247.300 Euro. Verkauft wurde das Cabriolet für umgerechnet 231.840 Euro, der Preis lag also innerhalb des Estimates.

Fazit

Selten gibt es die Möglichkeit, so viele Cadillac V16 auf einmal zu sehen – und auch darauf zu bieten. Erstaunlich sind die unterschiedlichen Preise, doch aus der Ferne lässt sich der Zustand schwer beurteilen. Auch Seltenheit und historische Bedeutung sind wichtige Faktoren bei der Preisfindung. Doch ob Schnäppchen oder Millionen-Objekt: Reich zu sein, hat noch nie geschadet, wenn es ein Sechzehnzylinder sein darf.

Cadillac
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