Bei der Mecum-Auktion in Kissimmee vom 12. bis 21. Januar 2026 kam ein außergewöhnlicher Rennwagen unter den Hammer. Von dieser Ausführung existieren weltweit nur drei Exemplare. Verkauft wurde ein Ford GT40 MkII Factory Lightweight XGT-3 aus dem Jahr 1966. Der Zuschlag erfolgte bei 12,3 US-Dollar, aktuell umgerechnet rund 10,5 Millionen Euro. Damit ist der GT40 das drittteuerste Fahrzeug der Auktion – und das erste unter den Top Drei ohne springendes Pferd auf der Karosserie. Doch was macht diesen GT40 so besonders?
Wer bei der Jahreszahl 1966 sofort an das legendäre Duell zwischen Ford und Ferrari in Le Mans denkt, liegt richtig. Der GT40 MkII wurde gezielt entwickelt, um Ferrari zu schlagen. Die Bezeichnung XGT-3 steht für eines der extrem seltenen Fahrzeuge mit werkseitigem Leichtbau-Chassis. Nur drei MkII entstanden in dieser Ausführung. Das jetzt verkaufte Exemplar gilt als das am originalsten erhaltene Modell. Der Wagen wurde nie restauriert und befindet sich bis heute in seiner ursprünglichen Werkskonfiguration.
XGT-3 gehörte zum Ford-Aufgebot für Le Mans 1966, jenem Jahr des berühmten 1-2-3-Siegs. Er diente dort als Reservefahrzeug. Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring 1966 kam der GT40 zum Einsatz und belegte den zweiten Platz. Bis 1977 blieb das Auto im Besitz von Ford. Danach wechselte es viermal den Eigentümer; unter den ehemaligen Besitzern befinden sich bekannte Sammler wie Miles Collier und Fred Simeone. Zuletzt war der GT40 Teil der Apex Collection.
Ein Langstrecken-Rennwagen im Leichtbau
Der XGT-3 ist konsequent auf den Langstreckeneinsatz ausgelegt. Hinter den Sitzen arbeitet der bekannte 7,0-Liter-V8, den Ford speziell für Le Mans entwickelte. Die Kraft überträ GT ein manuelles Vierganggetriebe, ausgelegt für das hohe Drehmoment des Big-Blocks.
Das besondere Merkmal ist das Leichtbau-Chassis aus dünnwandigem Stahl, das nur bei drei MkII verwendet wurde. Die Karosserie besteht aus einer Kombination aus Stahl, Aluminium und Fiberglas. Hinzu kommt ein Aluminium-Leichtbaudach. Die Lightweight-Versionen verfügen zudem über ein verstellbares Fahrwerk sowie Kraftstofftanks in Le-Mans-Spezifikation.
Der Innenraum ist original erhalten. Er zeigt sich so, wie Ford ihn 1966 für den Renneinsatz gebaut hatte. Das Cockpit ist niedrig und eng, die Sitzposition flach. Große Rundinstrumente dominieren das Armaturenbrett. Zusätzliche Anzeigen überwachen Öl- und Wassertemperatur. Dämmung oder Komfortausstattung gibt es kaum. Die Schalensitze sind schwarz mit blauem Vierpunkt-Renngurt.
Der Preis in zweistelliger Millionenhöhe
Teurer als dieser GT40 waren nur ein Ferrari 250 GTO von 1962, der für 38,5 Millionen Dollar (32,8 Mio Euro) verkauft wurde, sowie ein Ferrari Enzo von 2003. Der XGT-3 war damit das teuerste Ford-Fahrzeug der Veranstaltung. Innerhalb der GT40-Historie ordnet sich der Preis ebenfalls weit oben ein. Den bisherigen Rekord für einen MkII hält ein anderes Exemplar: Chassis P/1032, das 2025 bei RM Sotheby’s für 13,2 Millionen Dollar (11,2 Mio Euro) verkauft wurde. Der Markt für originale GT40 MkII bewegt sich damit weiter auf sehr hohem Niveau.












