Der Maserati Ghibli wurde von einem 4,7-Liter-V8-Motor angetrieben, der eine Leistung von 310 PS nach DIN-Norm lieferte. Diese beeindruckende Kraftquelle basierte auf einem Rennmotor aus den 1950er Jahren und wurde speziell für den Einsatz in Straßenfahrzeugen angepasst. Eine Besonderheit war die Trockensumpfschmierung, bei der das Öl in einem separaten Behälter statt in einer Ölwanne gespeichert wurde. Diese Konstruktion ermöglichte es Maserati, den Motor besonders tief im Fahrzeug zu positionieren und so die aerodynamischen Vorteile des flachen Designs zu nutzen.
Die drei Weber-Doppelvergaser sorgten für eine optimale Gemischaufbereitung und trugen wesentlich zur Leistungsentfaltung bei. Mit vier obenliegenden Nockenwellen wurde eine präzise Steuerung der Ventile gewährleistet – ein Merkmal, das den Ghibli technisch von vielen Konkurrenten abhob. Der Motor war nicht nur leistungsstark, sondern auch klanglich ein Genuss: Das sonore Brüllen des V8 bei hohen Drehzahlen machte jede Fahrt zu einem Erlebnis.
Fahrwerk: Starrachse mit Blattfedern
Während der Motor des Ghibli modernste Technik repräsentierte, zeigte sich das Fahrwerk eher traditionell. Die Hinterachse bestand aus einer blattgefederten Starrachse – eine Konstruktion, die bereits damals als veraltet galt. Dennoch gelang es Maserati durch den Einsatz eines Panhardstabs und eines Querstabilisators, das Fahrverhalten zu optimieren. Kritiker bemängelten jedoch das "schroffe" Fahrverhalten auf unebenen Straßen sowie die begrenzte Bodenhaftung bei hohen Geschwindigkeiten.
Die Vorderachse hingegen war moderner gestaltet: Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern sorgte hier für bessere Fahreigenschaften. Trotz dieser Bemühungen blieb der Ghibli ein Fahrzeug, das vom Fahrer Muskelkraft und Präzision verlangte – insbesondere beim Rangieren oder bei langsamer Fahrt ohne Servolenkung.
Performance: Geschwindigkeit trifft Kontrolle
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h gehörte der Maserati Ghibli zu den schnellsten Fahrzeugen seiner Zeit. Die Beschleunigung war ebenso beeindruckend wie die Elastizität des Motors: Selbst bei hohen Geschwindigkeiten hatte man stets genügend Leistungsreserven.
Doch diese Performance forderte ihren Tribut – sowohl vom Fahrer als auch vom Fahrzeug selbst. Der hohe Benzinverbrauch machte häufige Tankstopps notwendig; zwei Tanks mit jeweils etwa 45 Litern Fassungsvermögen waren hierfür vorgesehen. Zudem erforderte das manuelle Fünfgang-Getriebe Präzision beim Schalten – ein weiteres Indiz dafür, dass der Ghibli kein Auto für jedermann war.





