Mercedes SL 560 mit weltberühmten Erstbesitzern: Deutscher Händler sucht Käufer

Mercedes 560 SL von Ivana und Donald Trump
Vom 5th-Avenue-Glamour in die badische Provinz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.02.2026
Als Favorit speichern

Er steht da, wie so viele Mercedes SL aus einer gepflegten Sammlung. US-Modell – eindeutig zu erkennen an den Parkbank-Stoßstangen und den Sealed-Beam-Doppelscheinwerfern. Chromglänzend, V8-blubbernd. Doch dieser 1987er SL 560 ist politisch aufgeladen wie kaum ein anderer. Denn der Erstkäufer war kein Geringerer als Donald Trump. Der Roadster war ein Geschenk für seine damalige Ehefrau Ivana Trump. Jetzt steht er seit Jahren bei einem deutschen Händler.

Historische Garantie-Karte

15. Juli 1987 steht auf der Garantiekarte, mit Schreibmaschine eingetippt. Und darüber: Donald Trump, 225 Fifth Avenue, New York. Das ist nicht nur eine Adresse, das ist ein Statement. Manhattan, Hochglanz, Goldverzierungen. In dieser Welt gehörte ein 560 SL quasi zur Grundausstattung – wie Marmorboden und vergoldete Wasserhähne. Es war die Zeit von Schulterpolstern, Champagnerempfängen und Privatjets – und eben für diesen Mercedes SL mit 5,6 Litern Hubraum und 231 PS. Auf dem US-Wunschkennzeichen aus Florida prangt "Ivana 1".

Der 560 SL war damals das Spitzenmodell der R107-Baureihe für den US-Markt. Acht Zylinder, sattes Drehmoment, Automatik – kein Sportwagen, sondern ein lässiger Cruiser für Ivana, für den Palm Beach Boulevard und die Country-Club-Parkplätze. Damals kostete der Roadster gut 60.000 US-Dollar (über 100.000 D-Mark). Heute werden gute Exemplare für rund 40.000 Euro gehandelt.

SL hielt länger als die Ehe

Die Ehe der Trumps brachte drei Kinder hervor (Ivanka, Eric und Donald Trump Jr.), hielt aber bekanntlich nur von 1977 bis 1990. Der Mercedes überdauerte die gemeinsamen Jahre sogar noch länger. Nachdem Donald seine Ivana verlassen hatte, trennte sie sich bald auch vom SL. Sechs Jahre hatte sie ihn bewegt – rund 19.000 Kilometer. Dann verschwand der Wagen aus dem Rampenlicht – bis er 2014 wieder auftauchte. Und seine vielleicht kurioseste Etappe begann: von Florida nach Waghäusel.

2014 kaufte Baris Baz den SL gemeinsam mit seinem Vater für den Oldtimerhandel der Familie. Rund 40.000 Euro zahlten sie – ein Preis, der damals durchaus marktgerecht war. Hinzu kamen Transportkosten, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer. Die berühmte "Kiste in den Container"-Nummer ist eben kein Schnäppchen. Die Idee war klar: Ein 560 SL ist als Klassiker gefragt. Ein 560 SL mit Trump-Vergangenheit? Einmalige Gelegenheit. Ein Auto mit Geschichte, Dokumentenmappe, Originalbrief von Ivana – inklusive Unterschrift und handgemaltem Smiley.

Promi-Bonus oder politisches Risiko?

Und tatsächlich meldeten sich Interessenten. Viele wollten wissen: "was letzte Preis". Einige wollten aber auch Details. Zwei wurden konkret. 100.000 Euro und 110.000 Euro standen im Raum. Verkauft wurde der SL bisher nicht. Offenbar reichten die Angebote dem Verkäufer nicht. Klare Regeln für Promi-Vorbesitz gibt es nicht. Je nach Bekanntheit kann sich der Wert eines Klassikers schon mal verdoppeln.

Aber dreimal so viel? Klar ist der Name Donald Trump bekannt – aber genau dieser Name polarisiert eben auch. Er ist auch für potenzielle Investoren ein Risiko. Ein Auto mit seiner Historie ist nicht einfach nur ein Sammlerstück – es ist auch eine Aussage. Wer es kauft, positioniert sich zumindest indirekt. In Florida, wo Trump eine große Anhängerschaft hat, könnte genau das den Preis treiben. In Deutschland hingegen wirkt der Name offenbar wertmindernd. Also bleibt der SL stehen. Und der Händler wartet auf den einen Käufer, der den Preisvorstellungen nachkommen möchte.

Fazit