So hätte die Corvette Sting-Ray auf Wunsch des Designers aussehen sollen

Corvette Studio Concept von Peter Brock
So hätte die Sting-Ray eigentlich aussehen sollen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Es kommt selten vor, dass ein Automobildesigner zu dem Werk zurückkehrt, das seinen Namen untrennbar geprägt hat – und es Jahrzehnte später so umsetzt, wie es ursprünglich gedacht war. Genau diese außergewöhnliche Konstellation verkörpert das 1963 Chevrolet Corvette Studio Concept Split Window Coupe. Entworfen, weiterentwickelt und persönlich angeboten von Peter Brock – dem kreativen Kopf hinter der frühen Sting-Ray-Idee – gelangt dieses Einzelstück im Januar 2026 bei der Mecum-Auktion in Kissimmee zur Versteigerung. Es ist keine Hommage, kein Nachbau, sondern die späte Vollendung einer ikonischen amerikanischen Designidee.

Ein Meilenstein der Corvette-Geschichte – neu gedacht

Die Corvette Sting Ray von 1963 gilt als einer der wichtigsten Sportwagen der Nachkriegszeit. Ihre elegante Linienführung, die Split-Window-Heckscheibe und die technische Weiterentwicklung machten sie zu einem Design- und Technikstatement. Doch viele Details des Serienfahrzeugs waren damals Kosten- und Produktionszwängen unterworfen.

Mehr als sechs Jahrzehnte später griff Brock genau hier an. Basierend auf seinen originalen Skizzen von 1957 entstand dieses Studio Concept Split Window Coupe, das die Silhouette bewahrt, aber funktional, technisch und ästhetisch weiterentwickelt ist. Die vormals rein dekorativen Lufteinlässe sind nun funktional, die seitliche und rückwärtige Sicht wurde deutlich verbessert, und die Karosserie wirkt klarer und tiefer.

Exklusive Technik unter skulpturalem Blech

Unter der Karosserie arbeitet ein 6,2-Liter-LT4-V8 mit Kompressor. Er leistet 725 PS und verleiht dem Konzeptfahrzeug Fahrleistungen, von denen man 1963 nur träumen konnte. Die Kraft wird über ein 5-Gang-Schaltgetriebe an die Hinterräder geleitet. Ein speziell gefertigtes Art-Morrison-Chassis mit Einzelradaufhängung, Ridetech-Gewindefahrwerken sowie Wilwood-Scheibenbremsen hebt das Fahrverhalten auf zeitgemäßes Niveau.

Der von Brock gewählte Farbton Ferrari Azzurro California Blue betont die klaren, skulpturalen Linien des Coupés. Der Innenraum verbindet klassisches Corvette-Design mit modernem Komfort: Leder in Navy Blue und Beige, Sparco-Schalensitze, von Brock signierte Dakota-Digital-Instrumente sowie zeitgemäße Klima- und Dämmtechnik sorgen für ein hochwertiges und zugleich alltagstaugliches Ambiente. Die vergrößerte, bündig eingesetzte Split-Heckscheibe und die reduzierte Chromoptik folgen klaren gestalterischen Vorgaben.

Ein Einzelstück mit historischer Bedeutung

Das Studio Concept wurde im November 2025 bei den Muscle Car and Corvette Nationals (MCACN) in Chicago erstmals öffentlich gezeigt und gehörte dort zu den meistbeachteten Fahrzeugen der Ausstellung. Am Freitag, den 16. Januar 2026, wird das 1963 Chevrolet Corvette Studio Concept Split Window Coupe bei der Mecum-Auktion in Kissimmee versteigert. Ein Schätzwert ist bisher nicht veröffentlicht.

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