Hubert Hahne fährt 1966 das erste Mal mit einem Tourenwagen in unter zehn Minuten um die Nordschleife. Am Tag vor dem Großen Preis von Deutschland, einem Formel-1-Rennen, starten die Tourenwagen zum Rennen um die AvD Nürburgring Trophäe.
Am Start sind Modelle wie Alfa Romeo Giulia Super, BMW 1800 und Lotus Cortina. Limousinen, die sich optisch kaum von Alltagsautos unterscheiden, oft sogar eine Straßenzulassung haben. Nur die Motoren sind kräftig getunt, leisten bis zu 185 PS. Hahne startet in einem BMW 2000 TI mit Zweiliter-Vierzylinder.
Hahnes Bestzeit: 9:58,5 Minuten
Nach einer spektakulären Runde, bei der nicht immer alle Räder gleichzeitig Bodenkontakt haben, bleibt die Stoppuhr bei 9:58,5 Minuten stehen – ein neuer Rekord für Tourenwagen. Rudolf Carraciola war am 26. Juli 1933 mit einem Auto Union Typ C nur etwas schneller; der Grand-Prix-Rennwagen hat allerdings einen 520 PS starken Mittelmotor und ein Leergewicht von 750 Kilogramm.
Hahne, 1935 in Moers geboren, hat im Alter von 25 Jahren mit dem Rennfahren angefangen und genau zehn Jahre später wieder damit aufgehört. Er war 1966 Tourenwagen-Europameister, gewann mit Jacky Ickx das 24h-Rennen in Spa, wurde 1969 in der Formel 2 Vize-Europameister. Wenn er nicht Rennen fuhr, verdiente Hahne sein Geld als BMW-Händler und nutzte seine Sporterfolge auch für die Werbung: In seinem Ausstellungsraum parkte ein BMW 1800 TI, mit dem er bei 16 Tourenwagen-Rennen gestartet war. Laut Infotafel, die daneben stand, gewann er damit 14 Rennen, stellte drei Streckenrekorde auf und fuhr mit dem Auto auf Achse zu den Rennen.





