Zum Tod von Peter Falk: Er brachte dem Porsche 911 das Fahren bei

Peter Falk verstorben
Rennleiter, Ingenieur, Rallyefahrer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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Peter Falk (1932-2026)
Foto: Porsche

Als er 1959 bei Porsche anfängt, ist Peter Falk einer von zehn Mitarbeitern im Fahrversuch. Es ist die Zeit, als der Wechsel vom 356 zum 911 ansteht. Die Sportwagenikone wird der Ingenieur und Rallyefahrer bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1993 begleiten. Er verhilft "dem Elfer zum Fahren", erklärt Porsche. Den ersten Einsatz eines 911 im internationalen Motorsport erlebt der Ingenieur als Beifahrer von Herbert Linge: 1965 fahren die beiden die Rallye Monte Carlo, kommen als eins von 22 Teams ins Ziel und werden Fünfte in der Gesamtwertung. Gestartet waren 237 Teams. Kein schlechter Einstand und doch nur der Anfang einer langen und sehr erfolgreichen Renngeschichte.

Autoschlosser, Ingenieur und Co bei Rallyes

Falk, 1932 in Athen geboren, lernt Autoschlosser und studiert in Stuttgart Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik. Motorsport interessiert ihn, im Alter von 23 Jahren nimmt er als Co-Pilot seines Nachbarn Alfred Kling an seiner ersten Rallye teil. Es folgen Einsätze bei der Rallye Genf, der Internationalen Deutschland Rallye 1957 und ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.

Bei Porsche ist Falk immer dabei, wenn es schnell wird: Er "treibt die Entwicklung vieler Modelle voran, vom 904 bis hin zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen", schreibt der Hersteller. Von 1973 bis 1981 ist er als Versuchsleiter in der Serienentwicklung mittendrin, als sich der 911 weiterentwickelt und mit den Transaxle-Modellen 924 und 928 ganz neue Baureihen auf die Straßen kommen.

Rennleiter mit Siegen in Le Mans und bei der Paris-Dakar

Damit prägt Falk "die technische Ausrichtung der Marke auch abseits der Rennstrecke", so Porsche in einem Nachruf. Als Rennleiter ist Falk für zahlreiche Erfolge verantwortlich: Unvergessen sind die Einsätze der 956 und 962 in der Gruppe C. Die Liste der Erfolge von Falk als Rennleiter ist beeindruckend: In den 80er-Jahren gewinnt Porsche siebenmal das 24h-Rennen von Le Mans, elf Weltmeistertitel, fünfmal in Daytona und zweimal bei der Rallye Paris-Dakar. Laut Porsche "zählten der Sieg in Le Mans 1982 wie der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zu seinen persönlichen Höhepunkten."

Peter Falk (1932-2026) Ingenieur und Rennleiter bei Porsche
Porsche

Gegen Ende der 80er-Jahre begegnet Falk noch einmal dem 911: Als Leiter der Fahrwerkentwicklung ist er am 993 beteiligt, der letzten Neuentwicklung des luftgekühlten 911. Rennfahrer, Kollegen und Mitarbeiter schätzten an Falk sein außergewöhnliches theoretisches und praktisches Können, dem das Team wichtiger war als er selbst: "Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste." Weggefährten wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck schätzten Falk als ruhigen, besonnenen Menschen mit feinem Sinn für Humor.

Nach seinem Ruhestand im Jahr 1993 blieb Falk Porsche verbunden, gab Interviews und half bei der Organisation von Oldtimer-Rallyes. Peter Falk verstarb am 23. Januar 2026. Er hinterlässt seine Frau Ruth und eine Tochter.

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