Der Ford GT von 2006 in Dunkelblau mit Rallye-Streifen soll eines von nur 101 in die EU gelieferten Fahrzeuge sein. Der Tacho zeigt inzwischen rund 28.000 Meilen, was umgerechnet 45.061 Kilometern entspricht.
Von Beginn an machte Clarkson keinen Hehl aus seinem jüngst bestellten Auto. Allerdings ließ dieses durch lange Lieferverzögerungen auf sich warten. Als der Sportwagen dann endlich seinen Fuhrpark bereichert, muss er zugeben, "its terrible". Warum? Weil sich der Sportwagen zwar auf der Rennstrecke gut macht, aber nicht auf den britischen Landstraßen.
Zu breit und zu unzuverlässig
Zudem ist der GT mit 1,96 Metern so breit, dass er die Londoner Hammersmith Bridge nicht passieren kann, die allerdings leider auf Clarksons Arbeitsweg lag. Und der ausladende Wendekreis macht jeden kleineren Kreisverkehr zu einem Wendemanöver in drei Zügen. Die nächste Schmach gab es auf dem Parkplatz des Top-Gear-Studios. Nach der Aufzeichnung macht sich das Team auf den Heimweg, doch der Ford springt bedauerlicherweise nicht an. Die Folge: Ein Abschleppwagen und ein gemieteter Toyota Corolla.
Ein fehlerhaftes Alarmsystem, das mit Sirene und Warnhinweisen per SMS mehrfach einen angeblichen Diebstahl meldete, gab schließlich den Ausschlag: Gerade mal drei Wochen nach der Auslieferung verlangte Clarkson sein Geld zurück und das Auto ging wieder an Ford.
Unter einen Post von Carl Hartley kommentierte Clarkson zum aktuellen Verkauf: "Ich hoffe, sie haben die Alarmanlage repariert." Einen Preis nennt das Angebot nicht, allerdings ist der Wagen inzwischen als verkauft markiert. Es scheint also eine Person gegeben zu haben, die die Vergangenheit des GT nicht abgeschreckt hat.
Le-Mans-Mythos als Serienauto
Ford setzte den GT als Hommage an die GT40-Erfolge in Le Mans und als technisches Ausrufezeichen jenseits der Volumenmodelle auf. Der historische Bezug ist bedeutend: 1966 beendete Ford mit dem GT40 die damalige Siegesserie von Ferrari und fuhr beim 24‑Stunden‑Rennen von Le Mans einen Dreifachsieg ein.
Als Ford Anfang der 2000er Jahre den GT neu auflegte, zielte das Projekt genau auf diese Geschichte: ein straßenzugelassener Supersportwagen im Look und Layout der 60er, aber mit moderner Großserientechnik. Unter der flachen Karosserie arbeitet beim 2006er ein 5,4‑Liter-V8 mit Kompressor, kombiniert mit 6‑Gang-Schaltgetriebe und Hinterradantrieb. Insgesamt entstanden von 2004 bis 2006 4.038 Exemplare.
2017 brachte Ford eine zweite GT-Generation, ebenfalls als Halo-Car und Motorsport-Projekt. Der Ansatz fiel deutlich moderner aus: Statt V8 setzte Ford auf einen 3,5‑Liter-V6 mit Doppelturbo und ein völlig anderes Aerodynamik- und Packaging-Konzept. Der Wagen zielte stärker auf Rundstrecke und Abtrieb als auf Retro-Inszenierung – und markierte damit einen Bruch zur ersten Serie, die stärker vom GT40-Mythos und der klassischen Architektur lebte.





