Porsche Porsche / Patrick Lang
Porsche-Carbon-Keramikbremsen
Porsche-Carbon-Keramikbremsen
Porsche Panamera Turbo S
Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid 27 Bilder

Extra Porsche-Keramikbremse ist nicht bestellbar

Keramikbremsen-Mangel bei Porsche Teures Extra aktuell nicht bestellbar

Porsche-Kunden können derzeit viel Geld sparen: Die je nach Modell bis zu 10.000 Euro teuren Keramikbremsen sind vergriffen.

Wer sich einen Porsche Taycan Turbo S, 911 Turbo S, Panamera Turbo S oder Cayenne Turbo S bestellt, bekommt Carbon-Keramikbremsen serienmäßig. Wer "nur" einen 911 Turbo, Macan GTS oder Cayman GT4 sowie GT4 RS möchte, kann sich die High-Performance-Bremsen optional bestellen. So war das jedenfalls bisher. Jetzt ist die teure Ausstattung (7.319 Euro für Boxster/Cayman bis 9.615 Euro für die Turbo-Derivate des 911) aus dem Konfigurator verschwunden.

Porsche-Carbon-Keramikbremsen
Brembo
Carbon-Keramikbremsen sind extrem standfest - aber auch sehr teuer.

Enorm hohe Kundennachfrage

Porsche hat uns dazu auf Nachfrage mitgeteilt, dass die enorm gestiegene Nachfrage nach Carbon-Keramikbremsen dazu geführt hat, dass der Sportwagenhersteller aktuell nur Modelle mit Keramik-Bremsanlage ausliefern kann, bei denen die Hightech-Stopper Teil der Serienausstattung sind. Auch eine Kapazitätserhöhung beim Lieferanten hat das Problem bisher nicht so weit entschärft, das interessierte Kunden die Option wieder bestellen können.

Porsche 911 Turbo S
Porsche
Die großen Carbon-Keramikbremsen sind für Einsätze in Rennen ideal - beim Porsche 911 Turbo S gehören sie zum Serienumfang.

Bremsscheiben aus Bayern

Porsche rüstet seine Fahrzeuge grundsätzlich mit Bremsen des italienischen Zulieferers Brembo aus. Die speziellen Carbon-Keramikbremsen kommen aber von SGL-Carbon. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden hat sich auf die Herstellung von Spezialgraphiten, Carbonfasern und kohlefaserverstärkten Kunststoffen spezialisiert. In seinem Werk im bayerischen Meitingen stellt SGL-Carbon die Bremsscheiben für Porsche, aber beispielsweise auch für Bentley und Lamborghini her. Seit 2009 arbeitet SGL-Carbon im Rahmen des Joint Venture BSCCB (Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes) mit Brembo zusammen. SLG-Carbon gehört zu 27,46 Prozent der SKion GmbH aus Bad Homburg – die wiederum der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten gehört. 18,44 Prozent gehören der BMW AG, die wiederum unter der Kontrolle der Familie Quandt und somit auch von Susanne Klatten steht. Mit BMW ist SGL-Carbon das Joint Venture SGL ACF (Automotive Carbon Fibers) eingegangen. Und auch VW hat sich Anteile an dem Carbon-Spezialisten gesichert: 7,41 Prozent der Anteile gehören den Wolfsburgern.

Porsche Panamera Turbo S
Porsche
Beim Porsche Panamera Turbo S gehören Carbon-Keramikbremsen zum Serienumfang.

Zulieferer: keine Lieferschwierigkeiten

Auf unsere Nachfrage hat Brembo/SGL-Carbon zwar bestätigt, dass der Hersteller Porsche mit Carbon-Keramikbremsscheiben beliefert – eine Erklärung für die Verteilung der Bremsscheiben bei Porsche zwischen den Serienmodellen und der Optionsliste hat der Zulieferer natürlich nicht. Lieferschwierigkeiten habe SGL-Carbon hinsichtlich der begehrten Bremsscheiben nicht.

Wann die optionalen Carbon-Keramikbremsen wieder im Angebot sind, konnte uns Porsche auf Nachfrage nicht mitteilen. Der Sportwagen-Hersteller geht aber davon aus, dass er die Bremsen "zeitnah in den kommenden Monaten" wieder in seinen Optionskatalog mit aufnimmt.

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Fazit

Chipmangel, Magnesiummangel, Aluminiummangel: Wenn aktuell etwas nicht lieferbar ist, liegt reflexartig der Verdacht nahe, dass einfach ein weiterer Mangel hinzugekommen ist. Aber in Sachen Nichtbestellbarkeit von optionalen Carbon-Keramikbremsen bei Porsche scheinen weder ein Mangel an Spezialkeramik noch an Carbon die Ursache zu sein: Der tief mit Bremsenhersteller Brembo und der deutschen Autoindustrie verwobene Hersteller SGL-Carbon hat keine Lieferprobleme. Porsche selbst gibt als Ursache eine unerwartet hohe Nachfrage nach der überaus teuren Ausstattung mit keramischen Bremsscheiben als Ursache für den Wegfall dieser Option an. Der Autohersteller betont, dass sein Zulieferer bereits den Lieferumfang erhöht hat, um das Problem abzumildern – akut geholfen hat das anscheinend nicht.

Porsche möchte die optionalen Crabon-Keramikbremsen "zeitnah in den kommenden Monaten" wieder anbieten – alles andere als ein genauer Zeitpunkt. Bis dahin können Porsche-Käufer tausende Euro sparen – oder mehr ausgeben: Für Modelle, bei denen die Superbremse Serie ist.

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