Der Alfa Romeo Tonale ist seit seinem Marktstart 2022 ein echtes Erfolgsmodell: Mehr als 100.000 produzierte Einheiten sprechen für sich. Und als Türöffner für die Elektrifizierung der Marke sicherte sich der kompakte SUV zudem zahlreiche internationale Auszeichnungen – darunter auch den Titel bei unserer BEST CARS-Leserwahl. Aber wenn der Tonale so erfolgreich ist – warum lesen Sie dann an dieser Stelle überhaupt eine Kaufberatung?
Ganz einfach: Weil das Facelift die Auswahl größer, vielfältiger und spannender macht. Und weil der Tonale als kompakter SUV aktuell das wichtigste Modell von Alfa Romeo ist, zeigen wir am neuen Sondermodell Sport Speciale und der sportlichen Variante Veloce, was alles möglich ist: vom Hybridbenziner über den Plug-in-Hybrid bis zum – Trommelwirbel, Tusch! – Diesel.
Drei überarbeitete Motoren
Zunächst stellt sich die Frage, für welchen Motor Sie sich entscheiden sollten. Die Antwort: Das kommt darauf an. Drei Motorisierungen stehen zur Wahl: ein Benziner (Ibrida 175) mit Hybridunterstützung, ein Plug-in-Hybrid (Ibrida Plug-in 270 Q4) und der Diesel 130. Das Einstiegsmodell ist der Ibrida 175. Er kombiniert einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit einer 15-kW-Elektromaschine im Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Systemleistung beträgt 174 PS, das maximale Drehmoment 240 Nm.
Der "Basis"-Motor fühlt sich keineswegs nach Verzicht an: Mit 212 km/h Spitze ist der Ibrida 175 sogar der schnellste Tonale. Besonders im Stadtverkehr soll das Hybridsystem den Verbrauch spürbar senken. Beim Facelift sorgt Alfa Romeo unter anderem für eine schnellere Abschaltung des Verbrenners, eine optimierte Ventilsteuerung bei Leistungsabruf sowie ein verbessertes Kupplungsmanagement beim Anfahren.

Gut sortiert: Digitalcockpit, viele echte Tasten und neu: Gangwählrad.
Es darf ein bisschen mehr sein? Und Sie fahren gern elektrisch? Dann ist das Topmodell, der Ibrida Plug-in 270 Q4, interessant. Hier arbeitet ein 1,3-Liter-Vierzylinder an der Vorderachse, während ein 90-kW-Elektromotor die Hinterachse antreibt. Die Systemleistung beträgt 268 PS. Der Sprint auf 100 km/h gelingt laut Alfa Romeo in 6,6 Sekunden. Rein elektrisch gefahren, treibt der Plug-in ausschließlich die Hinterräder an. Beim Facelift wurde vor allem das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor weiter optimiert, sodass der E-Antrieb häufiger zum Einsatz kommt. Zusätzlich zur Fahrdynamikregelung, die Alfa DNA (Dynamic, Natural, Advanced Efficiency) nennt, lässt sich das Energiemanagement beeinflussen: Der Fahrer kann festlegen, wie viel Strom im Akku verbleiben soll, oder den Verbrenner gezielt zum Nachladen aktivieren.
Das zahlt sich aus – etwa für die berühmte letzte Meile am Ziel einer langen Reise, die sich so lokal emissionsfrei zurücklegen lässt. Ein weiterer Vorteil, vor allem für Pendler und Laternenparker: Ist der 15,5-kWh-Akku geladen und eine Abfahrtszeit programmiert, steigen sie in ein vorgewärmtes Auto ein.
Vielfahrer sollten sich den Diesel 130 ansehen. Er bildet eine Besonderheit im Segment, in dem Selbstzünder rar geworden sind. Der 1,6-Liter-Multijet leistet 130 PS und stellt 320 Nm Drehmoment bereit. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt zwischen 5,3 und 5,9 Litern pro 100 km.

Wiedererkennungswert: das Heckdesign mit Lichtsignatur.
Egal für welchen Tonale Sie sich entscheiden: Das sportliche, typisch italienische Design ist immer inklusive. Im Zentrum steht das Scudetto, der ikonische Kühlergrill, der Klassiker wie den GT 2000 Junior ebenso zitiert wie Ikonen à la 33 Stradale oder die Giulia GTA. In die neu gestaltete Frontschürze, mit seitlichen Lufteinlässen integriert, trägt er nun ein überarbeitetes Wabengitter. Durch das Redesign wurde der vordere Überhang verkürzt, gleichzeitig verbreiterte Alfa Romeo die Spur an beiden Achsen. Am Heck erinnern die Leuchtgrafik und Linienführung an das V des Coupés Brera sowie an die große Limousine Alfa 164.
Design steht im Fokus
Zur Wahl stehen drei neue Farben: Verde Monza, Giallo Ocra und Rosso Brera, optional mit schwarzem Dach. Neu sind auch die Felgendesigns: Aero (17 Zoll), Classico (18 Zoll), Stile (19 Zoll) und Fori (20 Zoll). Im Innenraum setzt Alfa Romeo auf sportliche Eleganz. Für den Armaturenträger gibt es einen Alcantara-Bezug, und die Sitze sind in einer Schwarz-Weiß-Kombination, in schwarzem oder rotem Leder erhältlich.
Schickes Design ist das eine, Alltagstauglichkeit das andere. Hier punktet der Tonale: Das Kofferraumvolumen reicht von 500 bis 1.550 Litern, beim Plug-in-Hybrid sind es gut 100 Liter weniger. Die Ladekante ist erfreulich niedrig, und die Rücksitzlehnen klappen nahezu plan um. Dank der nur leicht absinkenden Dachlinie gibt es auch in der zweiten Reihe ausreichend Kopffreiheit.

Passt: Im Fond stimmt das Raumgefühl auch auf längeren Strecken.
Der Fahrer bekommt nun einen Gangwähler, der kein Hebel mehr ist, sondern ein flacher Drehschalter in der Mittelkonsole, der die Ladeschale besser zugänglich macht. Überhaupt: Die Bedienung bleibt angenehm analog. Eine physische Knopfleiste für die Klimafunktionen oder Shortcuts im zentralen Bildschirm, etwa zum Deaktivieren des Geschwindigkeitswarntons, erleichtern den Alltag.
Was kostet der Tonale?
Der Einstieg in die Tonale-Welt beginnt bei 41.400 Euro. Serienmäßig an Bord sind unter anderem 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, ein 12,3-Zoll-Digitalcockpit sowie ein 10,25-Zoll-Touchscreen für das Alfa-Connect-Infotainment-System inklusive Smartphone-Integration. Auch die Adaptive Cruise Control, die Fahrdynamikregelung Alfa DNA, adaptive Dämpfer und eine Zweizonen-Klimaautomatik gehören zum Umfang. Der Diesel-Sprint startet bei 41.500 Euro. Er bietet eine vergleichbare Ausstattung, rollt jedoch auf 18-Zoll-Rädern und bringt abgedunkelte Scheiben, Ambientebeleuchtung und Navigation mit. Der Plug-in-Hybrid Q4 ist ab 52.300 Euro erhältlich.
Für alle Motoren verfügbar: die neuen Ausstattungslinien TI und Sport Speciale. TI umfasst unter anderem eine Lederausstattung in "Nero", optional ist rotes Leder für 300 Euro erhältlich. Der neue Sport Speciale markiert die Spitze des Angebots – mit 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und Matrix-LED-Scheinwerfern, die mit wirklich guter Ausleuchtung überzeugen. Und damit haben Sie nun den tonalen Durchblick.
















