Rossen Gargolov
Porsche Taycan 4S, Exterieur 9 Bilder

Stars und E-Autos: Aksel Lund Svindal unter Strom

Olympiasieger Aksel Lund Svindal im Interview „Da hatte ich zum ersten Mal Reichweitenangst“

Er ist zweimaliger Olympiasieger, fünfmaliger Weltmeister und gewann zweimal den Gesamtweltcup: Der ehemalige norwegische Skirennläufer Aksel Lund Svindal gehört zu den ganz Großen in seinem Sport – und fegte jahrelang mit Vollspeed die steilsten Skipisten hinunter ins Tal. Wie zufrieden er mit der Beschleunigung seines Taycan ist und wie ihm fast einmal bei minus 25 Grad der Akku leer ging, erzählt er im Interview.

Aksel, die Skandinavier ließen sich schon recht früh vom Thema E-Mobilität begeistern. Sie auch?

Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Thema. Mein Vater hatte sich schon vor ein paar Jahren ein Tesla Model S gekauft. Ich habe es mir manchmal ausgeliehen und bin damit ein paar Kilometer gefahren. Ich würde jetzt einmal behaupten, dass die Verarbeitung im Vergleich zu heute sicherlich nicht die beste war, aber ich bekam dadurch schon recht früh ein Gespür, wie sich ein E-Auto im Vergleich von einem gewöhnlichen Verbrenner unterscheidet. Ich war sofort angetan.

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Mit dem Sportwagen zum Sport: Seit einigen Monaten fährt Aksel Lund Svindal einen Porsche Taycan: "Ich bin ein großer Sportwagenfan. Von daher hat es mir die enorme Beschleunigung besonders angetan."
Worin liegen denn genau die Unterschiede?

Seit einigen Monaten besitze ich einen Porsche Taycan. Mit dem bin ich jetzt schon mehr als 50 000 Kilometer gefahren. Ich habe inzwischen also Erfahrung gesammelt. Ich bin ein großer Sportwagenfan. Von daher hat es mir die enorme Beschleunigung besonders angetan. Trotzdem ist das Auto sehr ruhig. Zugegeben, zu Beginn ist das ungewohnt, wenn in einem Porsche die klassischen Motorengeräusche fehlen. Aber ich habe für mich herausgefunden, dass ich dieses Geräusch überhaupt nicht vermisse. Es ist ja auch nicht so, dass man überhaupt nichts mehr hört. Es ist eben ein anderer Sound, aber der Sound gefällt mir.

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Wie sieht die Ladesäuleninfrastruktur in Norwegen aus?

Es gibt eigentlich nur ein Problem, wenn die Ferien beginnen und alle gleichzeitig unterwegs sind, im besten Fall noch in die gleiche Richtung. Je weiter man sich von einer Großstadt entfernt, desto dünner wird das Ladenetz. Aber im Normalfall reicht die Infrastruktur aus. Brenzlig wird es, wenn die Temperaturen deutlich unter null Grad fallen. Das sollte man nicht unterschätzen. Dann geht der Akku deutlich schneller leer als normal.

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Mit schnellen Abfahrten kennt sich Aksel Lund Svindal bestens aus, mit schnellen Autos inzwischen auch.
Schon einmal stehen geblieben?

Fast. Ich war einmal von Oslo in Richtung Lillehammer unterwegs. Das sind ungefähr zwei Stunden Fahrzeit auf der Autobahn. Ich fahre die Strecke häufiger, um ein paar Tage auf der Hütte meines Vaters in den Bergen zu verbringen. Normalerweise reicht eine Akkuladung ohne Probleme. Doch an diesem Tag sank die Temperatur auf minus 25 Grad, und die Ladeanzeige ging immer schneller nach unten. Da hatte ich zum ersten Mal etwas Reichweitenangst. Aber ich bin dann doch noch sicher angekommen.

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Sie zieht es heimat- und berufsbedingt häufig in Skigebiete. Gibt es denn dort genügend Ladesäulen?

Das ist tatsächlich ein Problem. Es gibt zwar genügend Säulen, aber wenn alle gleichzeitig laden, kann es länger dauern. Das Lademanagement hinkt etwas hinterher. Das liegt auch daran, dass inzwischen viele Norweger E-Auto fahren.

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Auch nach seiner aktiven Karriere zieht es Aksel Lund Svindal regelmäßig in die Berge zum Skifahren. Bei Minustemperaturen sinkt der Akku schneller. Diese Erfahrung hat auch Svindal schon gemacht.
Warum ist das so?

In Norwegen waren letztes Jahr erstmals mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Pkw reine E-Fahrzeuge. Für ein Auto muss man in Norwegen für gewöhnlich viel Steuern zahlen. Die Höhe richtet sich nach den CO2-Emissionen. Auf E-Autos fallen in Norwegen überhaupt keine Steuern an. Auch die Mehrwertsteuer entfällt. Dieses Angebot nehmen viele Norweger an. Der Strom hier in Norwegen ist aufgrund der vielen Wasserkraftwerke günstig und grün. Viele sind also umgestiegen und wollten die Technik einfach mal ausprobieren. Und viele bleiben dabei, ich auch.

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