Schnellladepark Seed & Greet am Kreuz Hilden Tesvolt
Schnellladepark Seed & Greet am Kreuz Hilden
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Schnellladepark Seed & Greet am Kreuz Hilden
Schnellladepark Seed & Greet am Kreuz Hilden 8 Bilder

Schnelllade-Park Seed & Greet am Kreuz Hilden

Die Riesen-Strom-Tankstelle vom Bäcker

Bäcker Roland Schüren aus Hilden tut sich mit Tesla und Fastned zusammen, um einen riesigen Schnelllade-Park. Jetzt ist das Lade-Paradies fertig. Vorerst. Der nächste Bauabschnitt ist bereits geplant.

Der Gewerbepark direkt am Autobahnkreuz Hilden ist nicht Deutschlands allerschönste Ecke, er liegt aber extrem verkehrsgünstig: Die wichtigen Autobahnen A3 und A46 kreuzen sich direkt nebenan, die gesamte Metropolregion rund um Düsseldorf liegt als Einzugsgebiet drumherum. Für Bäckerei-Unternehmer Roland Schüren der perfekte Ort, den innovativsten Schnelllade-Park für Elektroautos zu bauen. Anfang 2020 wurden die Pläne konkret, seit Anfang Oktober ist das 12.000 Quadratmeter große Ladepark-Projekt in Betrieb. Im ersten Bauabschnitt wurde knapp die Hälfte der vorgesehenen 114 Ladeplätze fertiggestellt. An derzeit 28 Schnellladeplätzen von Fastned (8) und Tesla (20) können Elektrofahrzeuge ihren Akku mit einer Ladeleistung von bis zu 300 Kilowatt (Fastnet), bzw. 250 kW (Tesla) aufladen.

Schnellladepark Seed & Greet am Kreuz Hilden
Ihr Bäcker Schüren
Bäckerei-Unternehmer Roland Schüren ist mit seinem Unternehmen Vorreiter in Sachen CO2-Neutralität. Jetzt gehört im auch Deutschlands größer Schnelllade-Park.

Schnellladen für alle

Tesla hat zwölf Supercharger der neusten V3-Generation installiert, wobei Tesla-Fahrer Roland Schüren großen Wert darauf legt, auch für ältere Tesla-Modelle attraktiv zu sein und deshalb darauf bestand, dass auch noch V2-Charger installiert wurden. Mit dem Start in Hilden hat Tesla in Deutschland inzwischen sieben Supercharger-Stationen mit V3-Säulen in Betrieb, für den niederländischen Ladenetz-Betreiber Fastned ist es die zehnte Schnelllade-Station in Deutschland.

Alle Lade-Geschwindigkeiten, flexible Preise

Zwei riesige Solardächer überspannen den Ladepark, E-Auto-Fahrer müssen hier also beim Laden nicht im Regen stehen. Von der Einfahrt kommend sind auf der linken Seiten die Tesla-Supercharger untergebracht, auf der rechten Seite stehen die High-Power-Charging-Säulen (HPC) von Fastned. Ein Stück weiter hat Roland Schüren noch AC-Ladesäulen von Compleo (7-22 kW) installieren lassen. Die müssen zwar ohne Dach auskommen, überzeugen aber mit extrem günstigen Preisen. An den Compleo-Säulen kann nicht nur mit den üblichen Ladekarten, sondern auch per Girokarte gezahlt werden.

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Pause im Backshop

Zwischen Tesla-Superchargern und Fastned-HPC-Dach befindet sich der Seed & Greet" genannte, 150 Quadratmeter große Backshop von Bäcker Schüren: Dort können sich die Nutzer während des Ladevorgangs mit Getränken, Backwaren und warmen Speisen versorgen.

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Tesvolt
Die Energie, die zwei kleine Windkraftanlagen und die Photovoltaik-Anlage auf den Carports erzeugen, wird in einem 2 Megawatt großen Batteriespeicher von Tesvolt zwischengespeichert.

Zwischenspeicher im Container

Die Energie fürs Laden wird fast ausschließlich vor Ort erzeugt und in einem 2 Megawatt großen Batteriespeicher des deutschen Anbieters Tesvolt gespeichert. Die beiden Container speichern einerseits den Strom aus der aktuell 336 Kilowatt Peak (kWp) großen Photovoltaikanlage und zwei kleinen Windkraftanlagen, um teure Lastspitzen zu kappen, die beim Laden von Elektroautos entstehen würden. Zusätzlich puffern sich auch grünen Strom aus dem Netz, wenn er besonders günstig ist und entlasten das Stromnetz, wenn mehr Strom im Netz ist als abgenommen wird.

Vertikales Gewächshaus geplant

Klingt riesig, ist aber tatsächlich lediglich der erste Schritt. Die nächsten Fundamente für zusätzlichen Fastned-Säulen sind bereits gegossen, außerdem sollen noch einmal 20 weitere Tesla-Supercharger dazukommen. Gleichzeitig wird dann die Solaranlage auf eine Gesamtleistung von über 700 kWp erweitert. Und dann ist da ja noch der dritte Bauabschnitt, den Roland Schüren im Auge hat. Bis Ende 2022 soll der zusätzliche fünfstöckige Gebäudekomplex fertig sein, der neben dem Café-Bistro auch externen Büromietern Platz bieten wird. Zwischen den beiden Gebäudeteilen wird sich dann das vertikale Gewächshaus befinden, das sich auf 1.000 Quadratmetern über vier Stockwerke erstreckt. Hier sollen Salat, Erdbeeren und Blaubeeren für den Bedarf der Bäckerei kultiviert werden.

Umfrage

583 Mal abgestimmt
Sollen Mineralölkonzerne ein Schnellladenetz bauen?
Ja, jede weitere Ladestation hilft der Elektromobilität.
Nein, die haben in den letzten Jahrzehnten genug an uns Autofahrern verdient.

Fazit

Die Kombination aus 100% grünem Strom und einer Infrastruktur, die man üblicherweise nur von klassischen Autobahn-Raststätten kennt, ist in Deutschland aktuell einzigartig. Die Idee darf gerne zahlreiche Nachahmer finden!

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