Manuelle Schaltgetriebe sind in der Automobilindustrie auf breiter Front auf dem Rückzug. Doppelkupplungsschaltboxen oder Automatikgetriebe übernehmen – zumindest, wenn noch ein Verbrenner an Bord ist.
Bei Ferrari haben sie die letzten Schaltgetriebe 2012 mit dem California und dem 599 GTB aussortiert. Seither dominieren automatisierte Schaltboxen oder eben Doppelkupplungsgetriebe. In einer Patentschrift, die Ferrari beim US-Patentamt eingereicht hat und die am 14. Mai 2026 veröffentlicht wurde, haben sich die Italiener dennoch ein elektronisch gesteuertes Kupplungspedal für den Einsatz in Straßenfahrzeugen schützen lassen.
Authentisches Pedalgefühl
Das Patent beschreibt einen mechanisch vom Getriebe völlig unabhängigen Pedalbock mit hängendem Kupplungspedal. Alle ausgehenden Signale werden nur noch elektronisch "by Wire" übertragen. Für ein dennoch authentisches Pedalgefühl soll eine Gegendruckfeder sorgen, die über ein Nockenprofil angesteuert wird. So soll sich mit zunehmendem Pedalweg ein steigender Pedalgegendruck einstellen – so, wie man es von konventionellen Kupplungspedalen kennt. Die so ausgelegte Mechanik sorgt zudem für eine sichere Pedalrückstellung. Für die Umsetzung in ein elektronisches Steuersignal wird ein Potenziometer eingespannt.
Bleibt noch die Frage, was Ferrari mit solch einem Kupplungspedal will, wenn man doch aktuell gar kein dazu passendes Getriebe im Angebot hat. Theoretisch ergeben sich mehrere Optionen. Was die Fans wohl am meisten freuen würde, wäre ein echtes Comeback eines manuellen Schaltgetriebes in einem Ferrari. Denkbar, aber eher unwahrscheinlich. Alternativ lässt sich mit so einem Pedal natürlich auch ein Doppelkupplungsgetriebe oder eine Automatik ansteuern. Statt Padels am Lenkrad für den manuellen Eingriff könnte hier eine Kombination aus Kupplungspedal und Schalthebel zum Einsatz kommen. Die dienen dann nur als Signalgeber, ein Aktuator setzt den Schaltbefehl dann um. Eine weitere Option wäre ein simuliertes Schaltgetriebe an einem Elektromodell. Hier würde das Kupplungspedal den puristischen Ansatz um ein weiteres haptisches Erlebnis ergänzen.
Ob so ein gefaktes Schaltgetriebe bei den echten Handschaltfreunden gut ankommen würde sei dahingestellt. Ferrari würde sich damit zumindest alle Optionen offen halten.





