Autos müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch TÜV genannt. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Umweltprüfung stellen Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS sicher, dass ein Fahrzeug verkehrssicher ist und alle gesetzlichen Vorgaben – bei der Abgasuntersuchung (AU) alle abgastechnischen Vorschriften – erfüllt.
Zu den wichtigsten Prüfpunkten gehören unter anderem die Bremsen, die Lenkung, die Reifen, die Beleuchtung und das Fahrwerk. Bei älteren Semestern wird auch nach Rost/Schäden an der tragenden Karosserie-Struktur gefahndet. Gibt der Prüfer in allen Punkten sein o.k., dann gibt es die neue Plakette. Bei festgestellten Mängeln muss nachgebessert und nachgeprüft werden. Ohne gültige HU darf ein Fahrzeug nicht dauerhaft im Straßenverkehr betrieben werden. Wer ohne gültige HU erwischt wird, zahlt Strafe. Je nachdem, wie lange der Prüftermin überzogen wird, liegen die Bußgelder zwischen 15 und 75 Euro, ab vier Monaten kommt noch ein Punkt in Flensburg dazu.
Haubendämpfer können "ablaufen"
Abgesehen von den oben genannten Punkten gibt es aber auch andere Gründe, warum die Prüforganisationen eine neue Plakette verweigern können. Einer davon sitzt unter der vorderen Haube und lässt sich selbst mit einem schnellen Blick überprüfen. In vielen modernen Autos gehört eine aktive Motorhaube zum Sicherheitspaket. Die springt im Fall eines Fußgängerchrashs leicht auf und soll so den Anprall des Unfallopfers dämpfen. Teil des Systems sind sogenannte Motorhaubendämpfer. Diese Gasdruckfedern sind nämlich mitverantwortlich, dass die Haube bei Bedarf auch wirklich aufspringt. Gasdruckfedern sind aber Verschleißteile und verlieren mit der Zeit ihre Dämpferwirkung. Man kennt das von nicht mehr ganz öffnenden Heckklappen oder -türen. Aufgrund ihrer besonderen Funktion sind die Gasdruckfedern an der Motorhaube deshalb mit einem Ablaufdatum versehen. Ist dieses Haltbarkeitsdatum überzogen, so gilt das als erheblicher Mangel und der Prüfer kann die neue Plakette verweigern.
Kleiner Aufwand, große Schutzwirkung
Im Regelfall haben diese Gasdruckfedern eine Haltbarkeit von vier bis fünf Jahren. An Autos, die regelmäßig in der Vertragswerkstatt vorstellig werden, werden diese Bauteile turnusgemäß getauscht. Der Wechsel kann aber auch leicht in Eigenregie durchgeführt werden. Die Preise für die Dämpfer variieren stark. Beim Markenhändler können für Originalteile schon mal 150 Euro für das Paar aufgerufen werden. Im Ersatzteilmarkt, gibt es Gasdruckfedern auch schon für 60 Euro oder weniger. Überraschend ist dabei, dass nicht bei jedem Anbieter ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt ist. Wer selbst wechselt, sollte auf jeden Fall sicherstellen, dass die Gasdruckfedern tatsächlich zum eigenen Auto und der dort verbauten Sicherheitstechnik passen. Es geht schließlich nicht nur um eine neue Plakette, sondern auch den Schutz von Fußgängern.





