Neuer GM Small Block V8: Generation 6 bietet legendären Hubraum und mächtig Power

Neuer GM Small Block V8
Generation 6 bietet legendären Hubraum und mächtig Power

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.03.2026
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Chevrolet Corvette C8 Grand Sport
Foto: GM

General Motors hat eine neue Small Block-Motorengeneration entwickelt – die sechste in 72 Jahren. Die soll eine deutliche Leistungssteigerung sowie Verbesserungen in der Effizienz bieten. Premiere feierte der neue LS6-V8 jetzt mit einem Hubraum von 6,7 Litern in den Grand Sport-Modellen der Corvette C8. Später sollen auch andere Modelle im GM-Kosmos den neuen V8 erhalten, dann aber voraussichtlich mit weniger Hubraum und weniger Leistung.

LS6 ist dabei keine neue Motorenbezeichnung. Das Kürzel verwendete GM erstmals 1970 für einen Big Block-V8 mit 7,4 Liter Hubraum. Der erste Small-Block mit dem Namen LS6 – im Grunde genommen ein überarbeiteter LS1-Motor – kam 2001 in der Corvette Z06 der C5-Generation zum Einsatz.

Legendärer Hubraum

Der neue LS6 setzt, so wie er in der Corvette verbaut wird, auf einen Aluminiumblock mit eingegossenen Zylinderlaufbuchsen aus Grauguss. Auch die Zylinderköpfe werden aus Aluminium gefertigt. Mit einer Bohrung von unverändert 103,25 Millimetern und einem Hub von 100 Millimetern (vorher 92 mm) ergeben sich 6,7 Liter Hubraum, oder nach amerikanischer Währung 409 Kubikinch. Und der 409er war in der Muscle Car-Ära eine Legende. Ein Vermächtnis, an das man bei GM gerne anknüpft.

Die Auslegung bleibt dabei weiter leicht überquadratisch. Das Drehzahllimit gibt GM mit 6.600 Umdrehungen an. Für Standfestigkeit sorgen geschmiedete Pleuel und geschmiedete Kolben sowie eine optimierte Ölversorgung aller Bauteile und ein kräftig überarbeitetes Kühlsystem, das insbesondere die Zylinderköpfe thermisch absichern soll.

Die Hubraumerhöhung gegenüber dem alte 6,2-Liter-Aggregat war notwendig um die aktuellen Vorgaben bei Verbrauch und Emissionen einzuhalten, da man unbedingt am Sauger-Konzept festhalten wollte.

Mehr Leistung und Drehmoment

Als Maximalleistung für den Sauger nennt GM 535 PS und 705 Nm. Der Vorgänger LT2 kam auf bis zu 495 PS und 637 Nm. Der im LS6 gewachsene Hub sorgt also für spürbar mehr Drehmoment, dessen Maximum zudem deutlich früher anliegt – im LS6 bei 4.600/min, der LT2 erreichte sein Maximum erst bei 5.150 Touren. Seine maximale Leistung erreicht der LS6 bei 6.100 Touren. Die Literleistung liegt dennoch bei nur 80 PS. Zum Vergleich: Der AMG-Zweiliter-Turbovierzylinder bringt es auf 210 PS.

Zu den weiteren Features zählen eine gegenüber dem Vorgänger von 11,5:1 auf 13,0:1 erhöhte Verdichtung sowie eine von 87 auf 95 Millimeter vergrößerte Drosselklappe. Der dahinter liegende Ansaugbereich wurde allerdings deutlich kompakter. Die Techniker versprechen sich dadurch höhere Strömungsgeschwindigkeiten und so eine bessere Zylinderfüllung. Die Steuerung des Ventiltriebs – es bleibt bei Zweiventiltechnik – übernimmt weiter eine unten liegende Nockenwelle über Stoßstangen. Kraftstoff wird über eine kombinierte Direkt- und Saugrohreinspritzung zugeführt. Wegen der hohen Verdichtung schreibt GM den Betrieb mit Premium Fuel (in den USA mit 91 bis 93 Oktan) vor.

Gefertigt wird der LS6 für die Corvette im GM-Motorenwerk in Flint (Michigan). Später dürften auch die Werke in Buffalo (New York) und in St. Catherines, Ontario/Kanada, in die Produktion der neuen Small-Block-V8-Motoren eingebunden werden.

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