Testgelände Zala Zone in Ungarn AVLZalaZONE
Toyota Teststrecke Ottawa Lake
Daimler Prüf- und Technologiezentrum Immendingen
04/2012, Teststrecke, BMW Ascheim
04/2012, Teststrecke, BMW Miramas Frankreich 57 Bilder

Teststrecken und Prüfgelände

Hier testet die Autoindustrie

Vor jeder neuen Modelleinführung wird die Neuentwicklung von den Autoherstellern unter härtesten Bedingungen auf Herz und Nieren getestet. Wir haben die Testgelände der Autobauer und der Auftragsentwickler aufgespürt.

AVL-ZalaZONE entwickelt neues sein Test- und Prüfgelände in Ungarn Stück für Stück weiter. Das 265 Hektar große Areal liegt in Zalaegerszeg und hört auf den schönen Namen "Zala Zone". Das Testzentrum soll das größte seiner Art in Europa sein. Zala Zone bietet unter anderem einen Autobahnabschnitt, ein Hochgeschwindigkeitsoval, eine Smart City Zone für den Test von autonom fahrenden Autos sowie einen knapp zwei Kilometer langen Handlingkurs. Dazu jede Menge Prüfstände und Prüflabore.

Toyota mit neuem Testzentrum in Michigan

Toyota Teststrecke Ottawa Lake
Toyota
Toyota-Testrecke in Michigan.

Um künftig autonom fahrende Autos zu testen baut Toyota am Standort Ottawa Lake in Michigan/USA eine ganz spezielle Teststrecke. Die bietet neben einem Oval, Stadtkulissen und Skidpads. In Betrieb gehen soll die neue Testsrrecke im Oktober 2018. Daimler besitzt ein Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen, 2018 eröffnet der Konzern auf über 500 Hektar eines ehemaligen Bundeswehrstandorts unter anderem seine Teststrecke. Auf den Plänen zeigen sich großzügig angelegte Bahnen für Handling, Top-Speed und Bremsentests.

"Porsche kauft Nardo" lautete im April 2012 die Schlagzeile. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller holte die legendäre Teststrecke in Süditalien unter das Dach des VW-Konzerns. Nardo steht für Highspeed. Die 12,5 Kilometer lange überhöhte Kreisbahn gilt als schnellster Rundkurs der Welt. Über 400 km/h sollen hier fahrbar sein. Doch Nardo bietet mehr als nur den Highspeed-Kick. Auf dem über 700 Hektar großen Areal stehen den Testern auch verschiedene Handling- und Offroadpisten zur Verfügung.

Zehn Millionen Testkilometer bis zur Serienreife

Teststrecke Fahrzeugerprobung
Ford
Auch auf Marterstrecken müssen sich die Autos beweisen.

Diese gehören auch bei nahezu jedem anderen Hersteller zur Standardausstattung der Testgelände. Zudem wird auf speziellen Akustikmessstrecken und Bremspisten gefahren. An Steilstrecken mit bis zu 30 Prozent Steigung bleibt kein Testerauge trocken. Marter- und Schlechtwegestrecken setzen dem Fahrwerk zu. Pisten mit Kopfsteinpflasterbelag haben sich hier sogar den Beinamen "Belgische Straße" verdient. Auf Skidpads und bewässerten Pisten werden Fahrdynamiksystemen die optimale Abstimmung beigebracht. Andere Kurse simulieren Bergstraßen oder Stadtfahrten. Getestet werden einfach alle Fahrsituationen die Autos im Alltag begegnen können.

Nokian Tyres‘ Testgelände „White Hell“ Ivalo

Ergänzend zu den Fahrten auf den Testgeländen müssen sich die Prototypen natürlich unter anderem auch unter eisigen Bedingungen im hohen Norden beweisen und Hitzeschlachten in Afrika oder dem Death Valley schlagen. Auf dem Programm stehen aber auch schnelle Runden auf der Rundstrecke – gerne trifft man sich dazu auf der Nürburgringnordschleife – oder auf etlichen Kilometern im normalen Straßenverkehr.

Wie hoch die Testvorgaben sind, zeigt Porsche am Beispiel Nardo. Begünstigt durch das milde Klima sollen sich dort die Testräder ganzjährig in drei Schichten an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr drehen. Insgesamt sammeln die neuen Modelle so schon vor dem Marktstart gut zehn Millionen Testkilometer.

Wo die Autobauer diese Distanzen zurücklegen, zeigt die Fotoshow mit zahlreichen Testgeländen der Autobauer weltweit.