Wartungskosten im Vergleich: Große Unterschiede zwischen Elektro und Verbrenner

Wartungskosten im Vergleich
Große Unterschiede zwischen Verbrenner und Elektro

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.01.2026
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Verbrenner Elektro Wartung
Foto: Krieger / Knecht

Wer glaubt, die größte Rechnung beim Elektroauto komme vom Schnelllader an der Autobahn, irrt. Auch der Stromer muss nämlich regelmäßig zur Inspektion – zumindest wenn man Garantie und Gewährleistung erhalten möchte. Immerhin: Der Werkstattbesuch fällt für E-Auto-Fahrer meist erfreulich günstig aus. Eine aktuelle ADAC-Erhebung zeigt: Stromer sind bei Wartung und Inspektion im Schnitt deutlich günstiger als vergleichbare Verbrenner. Kurios wird es allerdings beim Blick auf die Stundensätze: Ausgerechnet für das technisch simplere Auto verlangen viele Werkstätten mehr Geld.

Große Preisunterschiede innerhalb der Marken

Der ADAC hat in Hamburg, Köln und München genauer hingeschaut und 120 Kostenvoranschläge bei Markenwerkstätten von BMW, Dacia, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen angefragt. 94 Betriebe lieferten Zahlen. Das Ergebnis: gleiche Marke, gleicher Service – aber teils deutlich unterschiedliche Preise. Wer blind zur nächstgelegenen Werkstatt fährt, zahlt nicht selten drauf.

E-Autos: Weniger Teile, weniger Arbeit, weniger Kosten

Allgemein lässt sich zusammenfassen: Elektroautos sind bei der Inspektion im Schnitt rund ein Drittel günstiger als vergleichbare Verbrenner. Über alle drei Städte und deren Umland hinweg lagen – mit einer Ausnahme – die Wartungskosten für Benziner und Diesel deutlich höher. Das ist kein Wunder. Im E-Auto fehlt schlicht vieles, was sonst regelmäßig Geld kostet: kein Motoröl, kein Ölfilter, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage. Statt komplexer Mechanik gibt es Elektromotor, Leistungselektronik, Batteriegehäuse – und viel Ruhe im Wartungsplan. Weniger Teile, weniger Verschleiß, weniger auf der Rechnung.

Markenvergleich: Wo der Unterschied besonders deutlich ist

Am stärksten profitiert der Kunde bei BMW: Hier ist das Elektroauto im Schnitt satte 58 Prozent günstiger in der Inspektion als der vergleichbare Verbrenner. Auch bei Mercedes-Benz (45 Prozent), Volkswagen (44 Prozent) und Hyundai (39 Prozent) bleibt für Stromer-Fahrer nach dem Werkstattbesuch deutlich mehr Geld im Portemonnaie.

Aus der Reihe tanzt Dacia. Dort ist ausgerechnet der Verbrenner günstiger – im Schnitt um 43 Prozent. Ein Hinweis darauf, dass nicht nur Technik, sondern auch Herstellerstrategie und Wartungsvorgaben eine Rolle spielen.

Stadt und Land im Vergleich

Mindestens genauso relevant wie der Antrieb ist der Standort der Werkstatt. Die ADAC-Stichprobe zeigt ein klares Stadt-Land-Gefälle: Markenwerkstätten im Umkreis von bis zu 60 Kilometern um die Großstädte waren oft deutlich günstiger als ihre Pendants in der City. Ein Beispiel aus Hamburg: Die Inspektion eines BMW M440i kostete in der Stadt im Schnitt 1.054 Euro, im Umland 955 Euro – ein Plus von rund zehn Prozent.

Beim elektrischen BMW i4 wurde es noch deutlicher: 527 Euro in der Stadt gegenüber 373 Euro auf dem Land. Das sind stolze 41 Prozent Unterschied – für die gleiche Arbeit. Auch bei Volkswagen lagen die Stadtpreise durchweg höher. Mercedes-Benz zeigte sich vergleichsweise konstant, egal ob Innenstadt oder Provinz. Insgesamt war Köln im Schnitt etwas günstiger als Hamburg und München.

Teurer Stundenlohn fürs leisere Auto

Besonders erstaunlich: Bei fast der Hälfte der Werkstätten mit detaillierter Kostenaufstellung wurden für Elektroautos höhere Stundensätze angesetzt als für Verbrenner. Im Schnitt lag dieser "Elektro-Aufschlag" bei rund 17 Prozent. Technisch ist das kaum zu rechtfertigen. Zwar erfordert der Umgang mit Hochvolttechnik geschultes Personal, doch der tatsächliche Wartungsumfang ist geringer. Unterm Strich gilt: Würden Werkstätten für Stromer und Verbrenner gleich abrechnen, könnten E-Autos beim Service sogar noch günstiger sein.

ADAC rät: Vergleichen statt vertrauen

Damit die Inspektionsrechnung nicht unnötig unter Strom steht, empfiehlt der ADAC:

  • Mehrere Angebote einholen, auch im Umland
  • Schriftliche und detaillierte Kostenvoranschläge verlangen
  • Nachfragen, wenn Positionen unklar sind
  • Ein Kostenlimit vereinbaren und Rückmeldung bei Abweichungen von mehr als zehn Prozent fordern
  • Mobilitätsangebote prüfen, etwa Ersatzwagen oder ÖPNV-Tickets

Fazit