Für BMW wird der chinesische Markt zunehmend zum Problem. Während die Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 in Europa (+7,6 %) und den USA (+11,9 %) wuchsen, brachen sie in China um 30,2 Prozent ein. Dieser Absturz ist der entscheidende Faktor für den Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) im Automobilgeschäft, das um über 60 Prozent auf 629 Millionen Euro sank.
Fehlende Akzeptanz im Elektromarkt
Das Kernproblem liegt in der schwachen Position von BMW auf dem chinesischen E-Auto-Markt, dessen Gesamtanteil bereits bei rund 35 Prozent liegt. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 verkaufte BMW dort nur noch gut 10.000 E-Autos. Das entspricht einem Rückgang von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch fast 42.000 Einheiten abgesetzt wurden.
Die angebotenen Modelle finden kaum Anklang. Ein seit 2022 in China verfügbarer, auf dem 3er basierender i3 konnte sich auch mit Preisnachlässen von 10.000 bis 14.000 Euro nicht durchsetzen. Ähnlich ergeht es dem i5: Laut einem Bericht des "Handelsblatt" haben sich dessen Neuzulassungen mehr als halbiert, woraufhin BMW die Produktion in China nach eigenen Angaben "zeitweise pausiert" hat.
Der schrumpfende Verbrennermarkt als zusätzliches Risiko
Gleichzeitig erodiert BMWs traditionelles Kerngeschäft. Knapp 95 Prozent der in den ersten fünf Monaten des Jahres in China zugelassenen BMWs waren Verbrenner. Doch dieser Markt schrumpft rapide. Laut dem chinesischen Branchenverband CPCA gingen die Neuzulassungen von Verbrennern allein im Mai 2026 um 30 Prozent zurück, unter anderem aufgrund gestiegener Spritpreise.
BMW befindet sich somit in einer Zwickmühle: Das Unternehmen kann im stark wachsenden E-Segment nicht Fuß fassen und verliert gleichzeitig im für sie relevanten, aber schnell schrumpfenden Verbrennermarkt an Boden.





