A14 zwischen Deutschland und Österreich: Neue Blitzer-Technik im Pfändertunnel

A14 zwischen Deutschland und Österreich
Neue Blitzer-Technik im Pfändertunnel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.05.2026
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Pfändertunnel
Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH

Die sogenannte Section Control soll während der Bauphasen für ein gleichmäßigeres Tempo sorgen. Für Autofahrer bedeutet das eine andere Art der Kontrolle als bei klassischen Blitzern.

Die Anlage ist nach Angaben der Betreiber noch nicht aktiv. Sie soll ausschließlich nachts und nur während der Baustellenführung mit Gegenverkehr eingesetzt werden. Einen konkreten Starttermin gibt es bisher nicht.

Durchschnitt statt Einzelmessung

Section Control misst nicht die Geschwindigkeit an einem einzelnen Punkt. Stattdessen wird die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine definierte Strecke berechnet. Am Anfang und am Ende der Messstrecke werden Kennzeichen erfasst und mit Zeitstempeln versehen. Aus der benötigten Zeit ergibt sich die gefahrene Geschwindigkeit.

Wer die Strecke schneller durchfährt als erlaubt, überschreitet rechnerisch das Tempolimit. In diesem Fall werden Autofahrer dann mit einem Bußgeld automatisch belegt.

Einsatz nur in einer Tunnelröhre

Der "Blitzer" befindet sich ausschließlich in der Weströhre und erfasst den Verkehr von Deutschland in Richtung Österreich. In der Gegenrichtung ist keine Section Control installiert.

Der Grund sind aktuelle Bauarbeiten, bei der die Oströhre nachts regelmäßig gesperrt ist. Der Verkehr wird in diesen Phasen in der Weströhre in beide Richtungen geführt. In diesem Zeitraum gilt ein reduziertes Tempolimit von 60 km/h.

Aktivierung noch offen

Die Technik ist installiert, aber noch nicht freigeschaltet. Laut Betreiber fehlen noch behördliche Verordnungen. Erst danach kann der Messbetrieb beginnen.

"Die Anlagen werden dann nur von Montag bis Freitag in der Nacht und lediglich im Zuge des Baustellenbetriebs aktiv sein", sagt Alexander Holzedl, Sprecher der österreichischen Autobahnbetreiber-Gesellschaft Asfinag, dem Südkurier.

Klassische Blitzer bleiben möglich

Ob zusätzlich weiterhin stationäre oder mobile Blitzer im Tunnel eingesetzt werden, ist offen. Die Entscheidung liegt bei der Polizei. Die Asfinag verweist auf eine enge Abstimmung mit den Behörden.

Auch zur technischen Toleranz der Messung äußern sich die Behörden nicht. "Details über die Geschwindigkeitstoleranz geben wir aus taktischen Gründen nicht bekannt", sagt ein Sprecher der Landespolizeidirektion Vorarlberg der Zeitung.

Section Control-Erfahrungen aus Österreich

Section Control wird auf mehreren Autobahnabschnitten in Österreich bereits eingesetzt. Nach Angaben der Asfinag halten sich dort nahezu alle Fahrer an die vorgegebene Geschwindigkeit.

Der Anteil der Überschreitungen liege bei unter einem Prozent. Gleichzeitig werde ein gleichmäßiger Verkehrsfluss beobachtet, mit weniger Spurwechseln und geringerer Unfallgefahr.

Unfallentwicklung im Pfändertunnel

Die Unfallzahlen im Tunnel sind zuletzt gestiegen. Nach Angaben der Landespolizeidirektion Vorarlberg wurden 2023 insgesamt 13 Unfälle, 2024 insgesamt 16 Unfälle, 2025 insgesamt 25 Unfälle und 2026 bisher sieben Unfälle registriert. Die Behörden sehen Geschwindigkeitsverstöße weiterhin als eine der zentralen Ursachen.

Parallel zur neuen Überwachungstechnik investiert die Asfinag in die Modernisierung des Tunnels. Für die Jahre 2025 und 2026 werden rund 34 Millionen Euro genannt.

Bedeutung der Strecke

Der Pfändertunnel liegt auf der Rheintal/Walgau Autobahn A14 und ist eine zentrale Verbindung zwischen Süddeutschland und Österreich sowie weiter in Richtung Schweiz und Italien. Er verbindet den Raum Bregenz mit der Grenze bei Lindau.

Die Oströhre wurde 1980 eröffnet, die Weströhre kam 2012 hinzu. Seit Dezember 2019 ist der Abschnitt zwischen Grenze und Hohenems mautfrei.

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