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A45 „Sauerlandlinie“: 60 Brücken müssen abgerissen werden

Autobahn A45 „Sauerlandlinie“ 60 Brücken müssen abgerissen werden

Nachdem die marode Rahmedetalbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid bereits vollgesperrt ist, wurde nun bekannt, dass weitere Autobahnbrücken entlang der Sauerlandlinie neu gebaut werden müssen. Das teilt die Autobahn GmbH mit, die Betreibergesellschaft der deutschen Autobahnen.

Demnach müssen langfristig 60 Talbrücken und kleinere Bauwerke an der A45 ersetzt werden – je nach Zustand haben sie jedoch noch eine Restnutzungsdauer, die die Autobahn GmbH auf einen Zeitraum zwischen 2026 und 2038 datiert. Dabei sollen die neuen Brücken neben der Autobahn gebaut und nach Fertigstellung eingeschoben werden, der Verkehr soll möglichst ohne Beeinträchtigungen weiterlaufen können.

Bedarf schon länger bekannt

Die Brückenneubauten sind zusammen mit dem sechsspurigen Ausbau der A45 im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgeführt, der bereits 2016 beschlossen wurde. Nach Angaben der Autobahn GmbH sind die Baumaßnahmen dort als vordringlich eingestuft. Seit 2011 war bekannt, dass langfristig eine Vielzahl der Brücken ersetzt werden müssen.

Aktuell sind 15 Brücken an der A45 im Bau bzw. starten 2022 mit Baumaßnahmen. "An dieser Zahl lässt sich ablesen, dass wir konsequent daran arbeiten, die A45 zu einer wieder leistungsstarken Verbindung zu machen", sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH. Klar sei aber auch, dass nicht überall an der Strecke gleichzeitig gearbeitet werden könne. "Wir schauen genau, wo Brücken so schnell wie möglich erneuert werden müssen. An anderen Stellen gewinnen wir Zeit, in dem wir Brücken verstärken und so ihre Lebensdauer verlängern."

Rheinbrücke Leverkusen (dpa)
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Lkw Hauptverursacher von Straßenschäden

Besonders wegen der Sperrung der Rahmedetalbrücke seit Dezember 2021 sind an der Sauerlandlinie A45 Brücken aus den Baujahren vor 1980 nochmals in den Fokus geraten. Entsprechend werden bauähnliche Brücken nun bundesweit mittels Laserscan auf Schäden untersucht. Besonders die Brückenbauwerke, die vor 50 bis 60 Jahren erbaut wurden, halten dem modernen Verkehr nicht mehr Stand. Seit 1956 hat das Gesamtgewicht der Lkw von 24 auf 40 beziehungsweise 44 Tonnen im kombinierten Verkehr zugenommen, die Achslasten stiegen von 8,0 im Jahr 1956 auf nunmehr 11,5 Tonnen. Je höher die Achslast, umso höher ist die Belastung der Straße. Ein dreiachsiger Lkw (30 Tonnen) richtet den gleichen Schaden an wie 15.000 Pkw á zwei Tonnen. Bis 2030 soll der Güterverkehr auf der Straße noch weiter zunehmen. 2010 wurden 3,12 Milliarden Tonnen bewegt, 2030 sollen ein 3,63 Milliarden Tonnen sein.

Aktuell führt die Brückensperrung der A45 zu einem täglichen Verkehrschaos, da der Verkehr über Lüdenscheid geleitet wird. Dieser Zustand wird auch noch einige Zeit dauern – mit fünf Jahren Bauzeit rechnet die Autobahn GmbH.

Fast 40.000 Brücken in Deutschland marode

2018 hatte die Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) in einer groß angelegenen Erhebung festgestellt, dass 39.621 Fernstraßenbrücken in Deutschland in einem "nicht ausreichenden" (Zustandsnote 3,0 bis 3,4) oder gar "ungenügenden Zustand" (3,5 bis 4,0) seien (siehe Fotoshow). Die Rahmedetalbrücke hatte seinerzeit die Note 3,0 erhalten.

Übrigens: Brücken in Deutschland werden nach der DIN 1076 regelmäßig untersucht. So gibt es alle sechs Jahre eine Hauptprüfung, bei der auch schwer zugängliche Teile – "handnah", wie es heißt – gecheckt werden. Eine einfache Prüfung schließt sich nach drei Jahren an, jährlich gibt es eine Sichtprüfung. Eine Sonderprüfung wird zum Beispiel nach einem Unfall zusätzlich anberaumt.

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Fazit

Marode Brücken in Deutschland sind nicht erst seit der Sperrung der Rahmedetalbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid ein Thema. Die Sulzbachtalbrücke auf der A44 sackte 2021 ab, die Rhein-Brücke auf der A1 bei Leverkusen ist seit Jahren nach missglückten Sanierungsversuchen eine Großbaustelle und ein Nadelöhr für den Verkehr. Bereits 2018 hatte die Bundesanstalt für das Straßenwesen in einer Erhebung festgestellt, das fast 40.000 Brücken auf deutschen Fernstraßen marode und potenziell gefährlich sind. Ist Abhilfe in Sicht, ja. Wer regelmäßig auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, weiß um die Brückenbaustellen, die mal mehr und mal weniger offensichtlich sind. Ist die Abhilfe schnell in Sicht? Nein, die mehrjährigen Planungsverfahren dauern einfach zu lang, um vor die Situation zu kommen. Dazu verzögern, wie im Fall der Leverkusenbrücke auch lokale Initiativen ein schnelleres Vorgehen.

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