Der Autobauer BMW galt lange als Vorzeigeunternehmen der deutschen Autoindustrie und vor allem als krisenfest. Jetzt scheint die Autokrise auch den Autobauer aus München zu erreichen.
Nach einem massiven Absatzeinbruch auf dem chinesischen Markt hatten die Bayern eine Gewinnwarnung herausgegeben. Gegensteuern will BMW mit Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen, die zwar das Ergebnis einmalig im zweiten Halbjahr 2026 belasten werden, aber mit sichtbaren Effekten in den Folgejahren. Solche Einmalkosten gelten in der Industrie häufig als Hinweis auf tiefgreifende Umstrukturierungen. Im Kapitalmarkt-Call bezifferte BMW diese Einmalkosten auf rund eine Milliarde Euro.
Personalstand soll sinken
BMW selbst spricht nicht von einem Stellenabbau. Aus dem im März publizierten Geschäftsbericht für 2025 geht allerdings hervor, dass BMW für 2026 mit einem leichten Rückgang der Personalzahlen kalkuliert. Gegenüber der Zeitung Merkur bestätigt BMW, dass so ein leichter Rückgang sich im Bereich von ein bis knapp 5 Prozent bewegt. Bei weltweit 154.540 Beschäftigten stünden demnach also rund 7.500 Jobs zur Disposition. Allerdings besteht bei BMW eine unbefristete Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung, die einen Kahlschlag beim Personal eigentlich ausschließt.
Noch ist nichts beschlossen
Möglich wäre der Stellenabbau laut Merkur über Programme wie Altersteilzeit und Vorruhestand sowie über die natürliche Fluktuation – also indem Stellen von Mitarbeitern nicht nachbesetzt werden, die in Rente gehen oder deren Verträge auslaufen. Beschlossen sei aber noch nichts, mögliche Programme zum Stellenabbau müssten gegebenenfalls zunächst intern und mit den Arbeitnehmervertretern beraten werden.
Schon 2025 war die Zahl der Beschäftigten bei BMW um rund 3.000 gesunken – vor allem in Deutschland und China. Auch bei einem Jobabbau im laufenden Jahr könnten diese beiden Länder am stärksten betroffen sein.





