Der humanoide Roboter Figure 03 ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit und stellt eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber seinem Vorgänger dar. Eine der auffälligsten Neuerungen sind die taktilen Sensoren und Kameras in den Handflächen. Diese ermöglichen es dem Roboter, Bauteile präzise zu greifen und abzulegen. Während die Kameras die Lage und Ausrichtung eines Objekts erfassen, messen die Sensoren gleichzeitig den ausgeübten Druck. Dadurch kann Figure 03 empfindliche oder unregelmäßig geformte Komponenten sicher handhaben.
Zusätzlich verfügt der Roboter über eine kabellose Ladefunktion, die seine Verfügbarkeit erhöht. Statt manuell an eine Ladestation angeschlossen zu werden, kann er seine Energieversorgung autonom wieder aufnehmen. Auch die Außenverkleidung wurde überarbeitet: Weiche Materialien reduzieren das Verletzungsrisiko bei der Zusammenarbeit mit Menschen erheblich.
Physical AI: Intelligenz für reale Anwendungen
Die Integration von Physical AI ist ein zentraler Bestandteil des Figure-03-Projekts. Diese Technologie verbindet künstliche Intelligenz mit realen Maschinen und ermöglicht es dem Roboter, seine Umgebung wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Im Gegensatz zu stationären Robotern kann sich Figure 03 innerhalb bestehender Fabriken bewegen, Werkzeuge nutzen und Arbeitsplätze übernehmen, die ursprünglich für Menschen konzipiert wurden.
Die Herausforderungen dabei sind enorm: Der Roboter muss Entfernungen berechnen, Hindernisse erkennen und jede Bewegung in Echtzeit anpassen. Hierfür arbeiten Kameras, Tiefensensoren und KI-Modelle eng zusammen. Laut BMW ist diese Verbindung aus Sensorik, Bewegungssteuerung und künstlicher Intelligenz einer der anspruchsvollsten Bereiche der modernen Robotik.
Erfahrungen aus dem Einsatz von Figure 02
Die Entwicklung von Figure 03 basiert auf den Erkenntnissen seines Vorgängers, Figure 02. Dieser wurde über einen Zeitraum von zehn Monaten im Werk Spartanburg eingesetzt und unterstützte dort die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 Fahrzeugen. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Blechteile für den Schweißprozess präzise zu positionieren – eine Tätigkeit, die hohe Anforderungen an Genauigkeit und Wiederholbarkeit stellt.
Während dieser Zeit sammelte BMW wertvolle Daten über die Leistungsfähigkeit humanoider Roboter unter realen Produktionsbedingungen. Schwachstellen wie das Wärmemanagement im Unterarm oder empfindliche Verkabelungen wurden identifiziert und im neuen Modell behoben.
Vorteile für Produktion und Mitarbeiter
Der Einsatz von Figure 03 bringt zahlreiche Vorteile mit sich. In der Logistik übernimmt er monotone Aufgaben wie das Sortieren von Bauteilen in Sequenzierungswagen. Diese werden anschließend an definierte Übergabepunkte gebracht, wo sie von autonomen Transportrobotern weiterbefördert werden. Dadurch werden menschliche Mitarbeiter entlastet und können sich auf komplexere Tätigkeiten konzentrieren.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität des Roboters: Da er sich innerhalb bestehender Produktionsanlagen bewegen kann, entfällt der Bedarf an umfangreichen Umbauten oder speziellen Arbeitsbereichen. Dies macht ihn besonders attraktiv für Unternehmen, die ihre Prozesse schrittweise automatisieren möchten.
Technische Details im Überblick
Figure AI hat den Roboter mit einer komplett neuen Hardwareplattform sowie einer verbesserten Softwarearchitektur ausgestattet. Die Kameras verfügen über ein um 60 % größeres Sichtfeld und eine doppelte Bildrate im Vergleich zum Vorgängermodell. Die Latenzzeiten wurden um drei Viertel reduziert, was eine schnellere Reaktionszeit ermöglicht.
Besonders bemerkenswert ist auch die modulare Bauweise des Roboters: Seine Außenverkleidung ist nicht nur waschbar, sondern auch leicht austauschbar – ein Vorteil in industriellen Umgebungen mit hohen Hygieneanforderungen.





