Auf der Autobahn A4 in Höhe des Kölner Eifeltors registriert eine neue stationäre Blitzeranlage seit Mitte Dezember 2025 eine heftige Zahl an Verkehrsverstößen. Innerhalb der ersten 23 Betriebstage wurden nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 9.100 Fälle festgestellt, bei denen sich Verkehrsteilnehmer nicht an die geltenden Vorgaben hielten. Die Messstelle befindet sich in einem Baustellenbereich mit verengter Fahrbahnführung und deutlich reduzierter Höchstgeschwindigkeit. Erlaubt sind dort lediglich 40 km/h. Zusätzlich gelten Einschränkungen für den Schwerlastverkehr, da eine marode Brücke Lastwagen nur die Nutzung einer bestimmten Fahrspur erlaubt.
400 Verkehrssünder pro Tag
Die Auswertung der Messdaten zeigt eine nahezu gleichmäßige Verteilung der Verstöße auf beide Fahrtrichtungen. In Richtung Aachen registrierten die Geräte 4.108 Fälle, in Richtung Olpe sowie an der Ausfahrt Eifeltor weitere 5050. Pro Tag summierten sich die Feststellungen in der Anfangsphase auf knapp 400 Verstöße. Hintergrund der Maßnahme ist eine Häufung von Unfällen nach Einrichtung der Baustelle. Viele Fahrer reduzierten ihre Geschwindigkeit erst spät oder ignorierten die Vorgaben vollständig. Auch das Lkw-Fahrverbot auf einzelnen Spuren wurde nach Angaben der Stadt häufig missachtet, was den Einsatz einer kombinierten Geschwindigkeits- und Gewichtskontrolle erforderlich machte.
Die Stadt Köln setzt an dieser Stelle erneut auf eine Messanlage, die ohne festen Stromanschluss auskommt. Entwickelt und installiert wurde das System von der Firma Vetro Verkehrselektronik aus Wismar. Der eingesetzte Anlagentyp ähnelt einer bereits seit dem Sommer auf der Bundesstraße 55a betriebenen Anlage, verfügt auf der A4 jedoch über zusätzliche Funktionen zur Überwachung des Lkw-Verkehrs.
Brennstoffzelle liefert Strom
Kernstück der Technik ist eine integrierte Methanol-Brennstoffzelle, die den benötigten Strom für Sensorik, Auswertung und Datenübertragung erzeugt. Diese Energieversorgung macht die Anlage unabhängig vom öffentlichen Stromnetz, das dort nicht verfügbar ist. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hatte das System im März 2025 zugelassen. In der Praxis wird das Methanol in regelmäßigen Abständen vor Ort nachgefüllt, in der Regel einmal pro Monat.
Zum Einsatz kommt ein laserbasiertes Messsystem, das mehrere Fahrspuren gleichzeitig überwachen kann und sowohl Geschwindigkeitsüberschreitungen als auch Verstöße gegen spurbezogene Fahrverbote erfasst. Die Anlage ist für den Dauerbetrieb ausgelegt und wird von der Stadt Köln zunächst gemietet. Für die Messstelle auf der A4 ist eine Laufzeit bis Ende Februar 2027 vorgesehen. Die Kosten für Miete, Wartung und Betrieb belaufen sich auf rund 245.000 Euro bei einer Mietdauer von 15 Monaten.












