Statt im Streifenwagen zu sitzen oder sich hinter Ecken zu drücken, tarnen sich die Beamten als Busch und beobachten den Verkehr vom Straßenrand aus. Der Polizist trug einen sogenannten Ghillie-Anzug, wie er sonst vor allem von Scharfschützen oder Jägern genutzt wird. Neben einem dicht belaubten Baum fiel die Verkleidung selbst für aufmerksame Verkehrsteilnehmer kaum auf. Das Ergebnis der Aktion waren 74 Anzeigen wegen verbotener Handynutzung am Steuer innerhalb von nur sechs Stunden.
"Not a Cop"
Eine weitere besonder Tarnung hatte ein zweiter Polizist, der auf einer Parkbank stand und per Funkgerät die erwischten Fahrzeuge an die weiteren Einsatzkräfte meldete. Auf seinem exponierten Beobachtungsposten musste die Tarnung noch perfider sein, als sein Kollege im Ghillie-Anzug. Kein Autofahrer kommt schließlich auf die Idee, einen Mann, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Not a Cop" ("Kein Polizist") für einen eben solchen zu halten.
Nach Angaben der Polizei diente die ungewöhnliche Tarnung dazu, Fahrer zu entdecken, die ihr Smartphone nur dann weglegen, wenn sie einen Streifenwagen erkennen. Ein Beamter, der sich unauffällig zwischen Bäumen oder Büschen aufhält, soll diesen Gewöhnungseffekt umgehen.

Dieser Polizist hat eine besonders perfide Tarnung.
So hoch sind die Strafen in New Jersey und Deutschland
Wer in New Jersey mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit deutlich höheren Strafen rechnen als in Deutschland. Bereits beim ersten Verstoß werden 200 bis 400 US-Dollar (rund 175 bis 350 Euro) fällig. Beim zweiten Verstoß steigt das Bußgeld auf 400 bis 600 US-Dollar (rund 350 bis 525 Euro). Ab dem dritten Verstoß drohen 600 bis 800 US-Dollar (rund 525 bis 700 Euro). Zusätzlich werden drei Punkte im Fahrerregister eingetragen.
Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu viele Punkte sammelt, muss mit weiteren Maßnahmen bis hin zum zeitweisen Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Beim dritten Handyverstoß kann der Führerschein deshalb für bis zu 90 Tage entzogen werden.
Deutschland setzt eher auf Kamera-Technik
In Deutschland fällt das Bußgeld deutlich geringer aus. Wer während der Fahrt ein Handy oder ein anderes elektronisches Gerät unerlaubt benutzt, zahlt 100 Euro und erhält einen Punkt in Flensburg. Kommt es zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, steigt das Bußgeld auf 150 Euro, hinzu kommen zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot. Wird durch die Handynutzung ein Unfall verursacht oder fremdes Eigentum beschädigt, werden 200 Euro, zwei Punkte und ebenfalls ein Monat Fahrverbot fällig.
Bei der Kontrolle gehen die Behörden hierzulande inzwischen einen anderen Weg als die Polizei in New Jersey. Statt auf als Busch getarnte Beamte setzen mehrere Bundesländer auf sogenannte Monocams. Die Kameras werden auf Brücken oder erhöhten Standorten installiert und erkennen mithilfe einer speziellen Software, ob Fahrer ein Handy in der Hand halten. Verdächtige Aufnahmen werden anschließend von Polizeibeamten ausgewertet. Rheinland-Pfalz nutzt das System bereits, weitere Bundesländer beobachten die Technik oder prüfen eine Einführung.





