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Kfz-Zulassungen kaum noch möglich

Zulassungsstellen machen dicht

Im Zuge der Corona-Krise schränken immer mehr Zulassungstellen ihren Betrieb ein oder machen gar völlig dicht. Fahrzeuge an-, ab- oder umzumelden wird damit immer schwieriger. Bayern bietet jetzt eine vereinfachte Online-Zulassung.

auto motor und sport-Kollege Jo Deleker versuchte zum Saisonstart in seinem Heimatlandkreis ein Motorrad zuzulassen, ist dabei aber auf ganzer Linie gescheitert. Von vier Zulassungsstellen im Landkreis hat aktuell nur noch eine geöffnet. Und die beschränkt sich nur noch auf absolut notwendige Zulassungen. Motorräder gehören offensichtlich nicht dazu. Wie Kollege Deleker ergeht es bundesweit aber vielen Kfz-Besitzern, die ihr Fahrzeug derzeit an-, ab- oder ummelden möchten.

Jedes Amt regelt den Betrieb selbst

Von immer mehr Landratsämtern hört man: "Fahrzeugzulassungen sind aktuell nicht möglich". In anderen Ämtern geht der Zulassungsbetrieb aber uneingeschränkt weiter. Da es im Bereich Zulassungsstellen keine landes- oder gar bundeseinheitliche Regelungen gibt, bleibt den Bürgern also nur, bei jeweiligen Landratsamt nachzufragen, ob noch Zulassungsdienste angeboten werden und wenn ja welche. Teilweise geben auch die Internetseiten der Behörden Auskunft. Oftmals ist auch eine telefonische Voranmeldung oder eine Terminreservierung online zwingend erforderlich. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Gewerbetreibende. Die Ämter wollen unbedingt Menschenansammlungen vermeiden.

Eine Liste über den aktuellen Status der einzelnen Zulassungsstellen ist auf der Internetseite des Zulassungsdienstleisters Kroschke zu finden, die täglich zweimal aktualisiert wird.

ZDK will vom Bund Hilfe

"Hohe Bestände mit Krediten vorfinanzierter Neuwagen füllen die Verkaufsräume und Läger des Vertragshandels. Dieses derzeit tote Kapital legt sich als Schlinge um den Hals der mit hohem Fremdkapitalanteil arbeitenden Händler", erklärt ZDK-Präsident Jürgen Karpinski in einem Brief an die Bundesminister Scheuer und Altmaier und fordert von diesen, einen Anstoß in Richtung der zuständigen Kommunalbehörden zu geben, um dieses für die Autohändler gravierende Problem lösen zu helfen.

Online-System noch mit Schwächen

Keine echte Zulassungsalternative bietet die eigentlich seit Oktober 2019 eingeführte Online-Zulassung "i-Kfz". Hier fehlt es vielfach bei den Behörden an der entsprechenden Softwareausstattung oder der passenden IT-Anbindung. Zudem ist das Online-System ziemlich komplex, so dass nicht jeder der ein Fahrzeug an-, ab- oder Ummelden möchte alle Voraussetzungen erfüllt.

Bayern mit Sonderlösung

Angesichts der Corona-Pandemie haben Zulassungsstellen in Bayern seit dem 8. April und mindestens bis zum 2. Juni 2020 die Möglichkeit, Fahrzeughaltern den Zugang zu i-Kfz-Online-Diensten zu erleichtern. Damit ist es nicht mehr notwendig, sich mit der eID-Funktion des Personalausweises (nPA) zu authentifizieren, um Fahrzeug-Zulassungen und -Abmeldungen über das Bürgerservice-Portal der AKDB online zu beantragen. Eine mit Benutzername und Passwort angelegte BayernID reicht aus. Kleine Einschränkung: Die Ausnahmegenehmigung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr stellt es allen Zulassungsstellen in Bayern frei, ob sie bei bestimmten Antragsprozessen auf die Authentifizierung mittels nPA verzichten und damit Fahrzeughaltern einen erleichterten Zugang zu den Online-Dienste im Zulassungswesen gewähren wollen.

Wie die AKDB aber mitteilt, will ein Großteil der Zulassungsstellen von der vereinfachten Online-Authentifizierung Gebrauch machen. Eine Liste der Zulassungsstellen, bei denen die vereinfachte Anmeldefunktion bereits möglich ist, finden Sie hier.

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