Der letzte Jackal 3 rollt vom Band: Welchen Aufklärer bekommt die britische Armee jetzt?

Der letzte Jackal 3 rollt vom Band
Welchen Aufklärer bekommt die britische Armee jetzt?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.07.2026
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Jackal 3 Extenda
Foto: Babcock

Der Jackal – insgesamt entstanden 123 Modelle – wurde ursprünglich für den Afghanistan-Einsatz der britischen Streitkräfte entwickelt. Aus dem damaligen Sofortbedarf entstand eine Fahrzeugfamilie, die heute unter anderem für Aufklärung, Patrouillen, Feuerunterstützung, Konvoibegleitung und logistische Aufgaben genutzt wird. Anders als klassische geschützte Radfahrzeuge setzt der Jackal auf eine offene Bauweise, die eine gute Rundumsicht sowie die Integration unterschiedlicher Waffen- und Missionssysteme ermöglicht.

Moderne Technik für schwieriges Gelände

Technisch basiert der Jackal 3 auf der neuesten HMT-Mk3-Plattform von Supacat. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 6,7 Liter großen Cummins-Reihensechszylinder-Dieselmotor mit 182 PS und 700 Newtonmetern Drehmoment. Die Kraftübertragung übernimmt ein Fünfgang-Automatikgetriebe. Je nach Gelände kann zwischen Zwei- und Allradantrieb mit Geländeuntersetzung gewechselt werden.

Zur Geländetechnik gehören eine höhenverstellbare Einzelrad-Luftfederung sowie Sperr- beziehungsweise Limited-Slip-Differenziale an allen Achsen. Die Bodenfreiheit lässt sich zwischen 180 und 485 Millimetern variieren. Nach Herstellerangaben bewältigt der Jackal Steigungen bis 60 Prozent, Seitenneigungen von 32 Grad sowie Wasserdurchfahrten bis zu einem Meter Tiefe. Mit einem 230-Liter-Tank soll eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern möglich sein.

Extenda-Version transportiert deutlich mehr Ausrüstung

Die letzten ausgelieferten Fahrzeuge gehören zur Variante Jackal 3 Extenda. Sie verfügt über eine zusätzliche Achse und kann dadurch deutlich mehr Material transportieren als das 4×4-Modell.

Während der Jackal 3 eine Nutzlast von bis zu 2.400 Kilogramm bietet, steigt diese beim Extenda auf bis zu 4.200 Kilogramm. Das zulässige Gesamtgewicht erhöht sich gleichzeitig von neun auf zwölf Tonnen. Trotz der höheren Zuladung bleibt laut Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h erhalten.

Jackal 3 Extenda
Babcock

Erster Exportauftrag ging nach Tschechien

Außerhalb Großbritanniens war die Jackal-Familie bisher nur vereinzelt im Einsatz. Vier Fahrzeuge wurden zeitweise an Estland ausgeliehen und dort im Rahmen des Mali-Einsatzes verwendet. Der erste reguläre Exportauftrag folgte 2025 aus Tschechien.

Die dortige 601. Spezialkräftegruppe erhält 18 Jackal 3 Extenda, die ältere Land Rover ersetzen sollen. Damit wird die aktuelle Generation erstmals dauerhaft von einem weiteren NATO-Mitglied genutzt.

Wer sind Babcock und Supacat?Babcock International ist ein britischer Rüstungs- und Engineering-Konzern mit Sitz in London. Das Unternehmen übernimmt unter anderem die Wartung, Modernisierung und Fertigung von Militärfahrzeugen, Schiffen, U-Booten und Luftfahrzeugen für die britischen Streitkräfte sowie internationale Kunden.

Supacat ist ein britischer Spezialfahrzeughersteller mit Sitz in Honiton in der Grafschaft Devon. Das Unternehmen entwickelt hochmobile Militärfahrzeuge für Spezialkräfte und reguläre Streitkräfte, darunter die Fahrzeugfamilien Jackal, HMT und Coyote, die in mehreren NATO-Staaten eingesetzt werden.

Wie es mit dem Jackal weitergeht

Mit dem Abschluss der Produktion endet zunächst nur der aktuelle Beschaffungsauftrag. Einen offiziell angekündigten Nachfolger gibt es bisher nicht. Stattdessen deutet das britische Verteidigungsministerium an, die Zusammenarbeit mit Babcock und Supacat beim Erhalt und der Weiterentwicklung der Fahrzeugfamilie fortsetzen zu wollen.

Damit spricht derzeit vieles dafür, dass der Jackal 3 schrittweise modernisiert wird. Wahrscheinliche Schwerpunkte sind ein besserer Schutz gegen Drohnen, leistungsfähigere Kommunikations- und Führungssysteme, zusätzliche Sensorik sowie elektronische Kampfführung. Auch modulare Schutzsysteme dürften angesichts der Erfahrungen aus aktuellen Konflikten künftig stärker in den Fokus rücken.

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