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Emoji Car Displays

In den USA beliebt, in Deutschland verboten

Über ein Emoji Car Display in der Heckscheibe teilen viele Autofahrer in den USA anderen Verkehrsteilnehmern ihre aktuelle Gemütslage mit. In Deutschland hat der Gesetzgeber etwas gegen diese Art der Kommunikation.

Ein Display in der Heckscheibe, über das anderen Verkehrsteilnehmern Symbole oder ganze Nachrichten gezeigt werden, ist grundsätzlich eine gute Idee. Zumindest so lange es sich dabei um Warnhinweise wie „Achtung Stau“ oder „Bitte Abstand halten“ handelt. Auch ein einfaches Ausrufezeichen könnte Hinterherfahrende vor einer Gefahr warnen.

Emoji Car Display
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Per Saugnapf werden die Displays befestigt.

Blöd nur, dass die Emoji Car Displays – wie sie inzwischen etwa in den USA häufig Verwendung finden – nur selten für solche Zwecke genutzt werden. Stattdessen zeigt man lieber dem zu dicht auffahrenden Drängler digital den verbotenen Finger oder lässt zusammenhangslos Emojis in der Heckscheibe erscheinen. Diverse Anbieter haben dafür kleine LED-Displays im Programm, die per Saugnapf in der Heckscheibe befestigt und über die 12-Volt-Steckdose mit Strom versorgt werden. Von Emojis bis zu ganzen Textnachrichten können die kleinen Displays allerhand „Informationen“ nach hinten kommunizieren. Die Sicherheit im Straßenverkehr wir durch die meist unverantwortliche Verwendung der Heckscheibendisplays aber in keiner Weise erhöht. Und das ist nicht der einzige Grund, aus dem der Gesetzgeber sie hierzulande verbietet.

Klare rechtliche Regelung

In Deutschland ist der Fall klar: Ein Heckscheibendisplay zu verwenden ist strafbar. §49a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) besagt, dass „an Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern [...] nur die vorgeschriebenen und die für zulässig erklärten lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein [dürfen].“ Zu diesen erlaubten Einrichtungen gehören die Emoji Car Displays eindeutig nicht. Wer nun argumentiert, dass die Displays auch ein Teil der Innenbeleuchtung sein könnten, liegt ebenfalls daneben. Die darf nämlich laut StVZO nicht nach außen dringen, sodass sie andere Verkehrteilnehmer nicht blendet oder die eigenen Signalleuchten verändert.

Emoji Car Display
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Die Displays werden meist per Smartphone App gesteuert.

Zusätzlich dazu werden die meisten angebotenen Displays über eine Smartphone App gesteuert. Die Verwendung während der Fahrt ist dann ohnehin illegal. Einige Hersteller werben zwar mit ablenkungsfreier Sprachsteuerung, verschweigen aber das grundsätzliche Montage-Verbot.

Mit einer Strafanzeige im Falle einer Beleidigung – etwa durch den digitalen Mittelfinger – müssen Nutzer der Heckscheibendisplays ebenfalls rechnen. Auch eine Ablenkung anderer Verkehrsteilnehmer kann zur Anzeige gebracht werden. Kurz zusammengefasst: Wer ein Car Emoji Display benutzt, riskiert Bußgeld, Führerscheinentzug und Strafanzeige.

Chance liegt im autonomen Fahren

Dass Autofahrer in jeder Verkehrssituation eine Warnung auf dem Display aktivieren können, ohne dabei selbst abgelenkt zu sein, ist zweifelhaft. Die auf erhöhte Sicherheit zielende Idee, auf vorausliegenden Gefahren mit einem Warnsignal auf der Heckscheibe eines Fahrzeugs aufmerksam zu machen, ist aber nicht neu. Sie wird aktuell sogar von großen Automobilherstellern verfolgt. Wenn es um die Integration autonom fahrender Autos in den Straßenverkehr geht, ist Kommunikation schließlich ein großer Sicherheitsfaktor.

Mercedes Experimental-Sicherheitsfahrzeug, Exterieur
Mercedes-Benz
Mercedes-Prototyp warnt Hinterherfahrende automatisch vor Gefahren.

Autonome Fahrzeuge könnten hinter sich fahrende Verkehrsteilnehmer tatsächlich zuverlässig warnen, wenn sie eine Gefahr erkennen. Sie wären dadurch berechenbarer für alle Anderen. Mercedes-Benz hat bereits im Rahmen einer Studie zu Experimental-Sicherheitsfahrzeugen (ESF 2019) einen Prototypen entwickelt, bei dem Heck- und sogar Frontscheibe als Bildschirm für Hinweise genutzt werden können.

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Ja, zusätzliche Warnungen sind immer ein Sicherheitsplus.

Fazit

Dass die Emoji Car Displays bei uns verboten sind, ist gut so. Das Risiko des Missbrauchs ist schlicht zu hoch. Wenn jeder seinen Unmut per visueller Botschaft an den Fahrer hinter sich kommunizieren könnte, wäre die Folge eine neue Ebene der Auseinandersetzung, die wohl kaum zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt. Ganz zu Schweigen von der massiven Ablenkung durch die vermutlich meist unbedeutenden Botschaften.

Das grundsätzlich gute Konzept der Warnung hinterherfahrender Verkehrsteilnehmer hat die größten Chancen bei der Integration autonomer Fahrzeuge in den Straßenverkehr.

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