Die beiden Fraktionsvizechefs Sepp Müller (CDU) und Armand Zorn (SPD) bestätigten, dass die Entlastung nicht verlängert wird. Als Grund nannten sie die hohen Kosten für den Staat. Nach Angaben der Koalition belaufen sich die Mindereinnahmen auf rund 1,6 Milliarden Euro.
Gleichzeitig warnte die Koalition die Mineralölbranche vor übermäßigen Preissteigerungen. Sollte es nach dem Auslaufen des Tankrabatts zu einer starken Verteuerung kommen, seien weitere Maßnahmen denkbar. Genannt wurden unter anderem eine höhere Pendlerpauschale, gezielte Zuschüsse für Autofahrer mit geringeren Einkommen, eine erneute Senkung der Energiesteuer oder ein Eingriff in den Kraftstoffmarkt.
Teurer Sprit schon vor dem Stichtag?
Mit dem Ende des Tankrabatts entfällt eine Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter Kraftstoff. Für einen typischen 50-Liter-Tank entspricht das rechnerisch 8,35 Euro. Bei einem 60-Liter-Tank wären es bereits rund 10 Euro. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich dieser Effekt nicht erst am 01.07.2026 bemerkbar macht.
Bereits in der letzten Juniwoche könnten die Preise unter Druck geraten. Der Grund liegt in einer ungewöhnlichen Kombination mehrerer Faktoren.
Ab dem 27.06.2026 beginnen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Sommerferien. Niedersachsen und Bremen folgen bereits ab 02.07.2026. Gleichzeitig dürfte ein Teil der Autofahrer versuchen, noch vor dem Ende des Tankrabatts möglichst günstig vollzutanken. Die Nachfrage nach Kraftstoff wird dadurch deutlich steigen.
Die Restbestände spielen eine entscheidende Rolle
Die aktuelle Entlastung erfolgt über die Energiesteuer. Diese wird nicht erst an der Zapfsäule fällig, sondern bereits dann, wenn Kraftstoff Raffinerien oder Tanklager verlässt. Deshalb befinden sich Ende Juni noch Kraftstoffmengen im Markt, die während der Laufzeit des Tankrabatts mit niedrigeren Steuersätzen versteuert wurden.
Diese Bestände sind jedoch nicht unbegrenzt verfügbar. Wenn Ferienverkehr und zusätzliche Tankvorgänge vor dem Fristende die Nachfrage erhöhen, könnten die günstig versteuerten Mengen schneller verkauft werden als unter normalen Umständen. Tankstellen und Großhändler müssten dann früher neue Lieferungen beschaffen. Diese gelangen jedoch zunehmend zu den regulären steuerlichen Bedingungen in den Markt. Für Autofahrer bedeutet das: Der Preisvorteil des Tankrabatts könnte bereits vor dem offiziellen Ende schrittweise abschmelzen.
Denn, Kraftstoffpreise orientieren sich nicht ausschließlich an den tatsächlichen Einkaufskosten, sondern auch an Erwartungen über die künftige Entwicklung.
Deshalb ist es durchaus möglich, dass Teile der erwarteten Verteuerung bereits vor dem 30.06.2026 eingepreist werden. Gleichzeitig begrenzt der Wettbewerb den Spielraum. Wer deutlich früher als die Konkurrenz erhöht, riskiert Kunden zu verlieren.
Worauf Autofahrer jetzt achten sollten
Nutzen Sie unsere Spritpreis-App
Um ein wenig die Kraftstoffkosten zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen.
Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.





