Fehmarnbelt-Tunnel Femern A/S

Fehmarnbelt-Querung: Tunnel statt Brücke

Fehmarnbelt-Querung Der Tunnel kann kommen

Von einer festen Anbindung über den Fehmarnbelt träumen die Verkehrsplaner schon seit 1960. Das Bundesverwaltungsgericht hat Klagen von Projektgegnern abgewiesen. Jetzt darf der Tunnel unter der Ostsee endlich gebaut werden.

Eine feste Verkehrsanbindung über den Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark steht schon lange auf der Agenda der Verkehrsplaner. Zunächst wurde ein Brückenprojekt präferiert. Deutschland, Dänemark und Schleswig-Holstein einigten sich im Jahr 2007 nach langen Debatten auf den Bau einer Brücke, die die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden sollte. 2008 wurde ein entsprechender Staatsvertrag unterschrieben, in dem sich Deutschland dazu verpflichtet, die Straßen- und Schienenanbindung auf seiner Seite sicherzustellen.

Tunnel statt Brücke

Im Jahr 2011 wurde dann das Brückenkonzept zugunsten eines 19 Kilometer langen Tunnels verworfen. Der Senktunnel für Autos und Züge soll zwischen Rødby auf Lolland und Puttgarden auf der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn verlaufen. Die Kosten dafür übernimmt Dänemark. Die deutsche Seite kommt lediglich für die Anbindungskosten auf. Mit der Ostseeverbindung würde sich die Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von gut vier auf gut drei Stunden verkürzen.

Auf dänischer Seite wird bereits seit 2015 die Tunnelanbindung gebaut. Ende 2019 wurden die Arbeiten zum Bau eines Arbeitshafens und einer Fabrik für die Tunnelelemente aufgenommen. Auf deutscher Seite kommt es aber immer wieder zu Verzögerungen. Im Mai 2019 reichten Gegner der Fehmarnbelt-Querung beim Bundesverwaltungsgericht zahlreiche Klagen gegen das Projekt ein, darunter unter anderen der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Reedereien Scandlines und Stena Line. Die Tunnelgeger führten mögliche Umweltskandale sowie staatliche Konkurrenz für den privaten Fährbetrieb ins Feld.

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Fertigstellung im Jahr 2029

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat jetzt die Klagen der Tunnelgegner abgewiesen und so den Weg für den Tunnelbau frei gemacht. Der Planfeststellungsbeschluss habe der Überprüfung standgehalten, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier bei der Urteilsbegründung.

Ab Januar 2021 will Dänemark das nördliche Tunnelportal errichten. Auf deutscher Seite, wird hingegen weiter um die neu zu bauenden Bahntrasse gestritten. Es geht um Linienführungen, Lärmschutz und Ausgleichsflächen. Nach derzeitiger Planung soll der Tunnel 2029 fertiggestellt sein. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf rund 10 Milliarden Euro beziffert. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2020 anvisiert.

Fazit

Eine feste Verkehrsanbindung über die Ostsee ist ein lang gehegter Traum der Verkehrsplaner. Jetzt scheint das Tunnelprojekt die letzte große Hürde genommen zu haben. Die Tunnelfreigabe ist für 2029 geplant.