Im Kern der neuen Drohnenabwehrfahrzeuge steht die Elysion Mission Core Software von Hensoldt. Diese verarbeitet Daten aus verschiedenen Sensortypen wie Radar, Funkfrequenzanalysen sowie elektrooptischen und infrarotbasierten Bilddaten. Durch die Fusion dieser Informationen entsteht ein präzises Lagebild, das Positionen, Höhen und Bewegungsrichtungen von Flugobjekten in Echtzeit darstellt. Die Software kann außerdem bestimmte Drohnentypen oder Kommunikationsmuster identifizieren und klassifizieren.
Die Sensorik ist entweder direkt im Fahrzeug integriert oder kann abgesetzt betrieben werden, um flexibel auf unterschiedliche Einsatzszenarien reagieren zu können. Dies ermöglicht eine Anpassung an spezifische Anforderungen wie etwa bei Großveranstaltungen mit vielen Besuchern oder an Flughäfen mit komplexen Luftraumstrukturen.
Mobile Plattform für flexible Einsätze
Die c-UAS-Systeme sind in Mercedes Sprinter-Fahrzeugen verbaut und bieten eine mobile Lösung zur schnellen Verlegung an verschiedene Einsatzorte. Im Inneren befindet sich eine Operator-Station, über die alle Systeme gesteuert werden können. Die Fahrzeuge sind autark konzipiert und können unabhängig von externer Infrastruktur betrieben werden.
Ein zentraler Vorteil dieser mobilen Plattform ist ihre Vielseitigkeit: Sie kann sowohl zur Überwachung sensibler Bereiche als auch zur gezielten Intervention genutzt werden. Dabei erfolgt zunächst eine Erfassung und Analyse der Drohnenaktivitäten. Erst nach einer Verifikation wird entschieden, ob Gegenmaßnahmen notwendig sind.
Vergleich mit anderen Systemen
Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass ähnliche Systeme wie Dedrone RapidResponse ebenfalls auf mobile Lösungen setzen. Dedrone kombiniert RF-Sensoren, Radar sowie PTZ-Kameras und bietet eine schnelle Einsatzbereitschaft innerhalb von 20 Minuten. Während Hensoldts Ansatz stärker auf die Integration in bestehende Sicherheitsstrukturen setzt, punktet Dedrone durch seine modulare Erweiterbarkeit.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Reichweite: Dedrone erreicht mit seinen RF-Sensoren bis zu fünf Kilometer, während Hensoldt keine genauen Angaben macht. Beide Systeme nutzen jedoch KI-gestützte Algorithmen zur Verbesserung der Erkennungsgenauigkeit.
Marktentwicklung und Zukunftsperspektiven
Der Markt für Anti-Drohnen-Technologien wächst rasant: Prognosen zufolge soll er bis 2032 ein Volumen von über 13 Milliarden US-Dollar erreichen – bei einer jährlichen Wachstumsrate von über 24 Prozent. Treiber dieses Wachstums sind unter anderem zunehmende Vorfälle an Flughäfen sowie neue gesetzliche Vorgaben zum Schutz kritischer Infrastrukturen.
In Deutschland spielt Hensoldt als führender Anbieter eine zentrale Rolle bei der Entwicklung solcher Technologien. Mit den neuen c-UAS-Fahrzeugen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur inneren Sicherheit und zeigt zugleich das Potenzial moderner Sensorfusionstechnologien auf.





