Fußball-WM 2026 Dos and Don'ts bei Auto-Deko und Auto-Korso

Fußball-WM 2026
Dos and Don'ts bei Auto-Deko und Auto-Korso

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.06.2026
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Generell: Auch während der WM gelten die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung uneingeschränkt weiter. Wer gegen sie verstößt, riskiert Verwarnungsgelder, Bußgelder oder Punkte in Flensburg.

Autofahrer dürfen ihr Fahrzeug grundsätzlich mit Fahnen, Aufklebern oder anderen Fanartikeln dekorieren. Voraussetzung ist allerdings, dass die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird. Darauf weisen sowohl Verkehrsjuristen als auch Automobilclubs hin.

Fahnen und Spiegelüberzüge – erlaubt?

Kleine Fahnen an den Seitenscheiben oder Spiegelüberzüge in den Farben der eigenen Nationalmannschaft sind grundsätzlich zulässig. Problematisch wird es jedoch, wenn die Sicht des Fahrers eingeschränkt wird oder Fahrzeugteile verdeckt werden.

Insbesondere Kennzeichen, Scheinwerfer, Blinker und Außenspiegel müssen jederzeit vollständig sichtbar und funktionsfähig bleiben. Bei modernen Fahrzeugen befinden sich die Blinker häufig direkt in den Außenspiegeln. Werden diese durch sogenannte Spiegelsocken verdeckt, kann dies bereits zu einem Verstoß führen. Auch blinkende oder leuchtende Dekorationen sind im Straßenverkehr grundsätzlich nicht erlaubt.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Fahnen oder andere Fanartikel müssen sicher befestigt sein. Lösen sie sich während der Fahrt und gefährden andere Verkehrsteilnehmer, kann dies rechtliche Folgen haben.

Auf der Autobahn steigt das Risiko deutlich

Besonders bei höheren Geschwindigkeiten können Fahnen und andere Dekorationen zum Sicherheitsrisiko werden. Der ADAC rät deshalb seit Jahren dazu, größere Fahnen vor Fahrten auf Autobahnen vorsorglich abzunehmen. Der Grund liegt in den hohen Belastungen durch den Fahrtwind. Bereits bei Geschwindigkeiten um 90 km/h können sich schlecht befestigte Fahnen lösen. Gelangen sie auf die Fahrbahn, drohen gefährliche Situationen für nachfolgende Fahrzeuge.

Großformatige Fahnen an langen Stangen, die während der Fahrt aus Fenstern gehalten werden, sind deshalb ebenfalls keine gute Idee. Sie können andere Verkehrsteilnehmer gefährden und bei plötzlichen Fahrmanövern selbst zum Risiko werden.

Autokorsos sind nicht verboten

Nach wichtigen Siegen gehören Autokorsos für viele Fans zur Fußballkultur. Grundsätzlich sind solche Korsos in Deutschland nicht verboten. Allerdings gelten sämtliche Verkehrsregeln weiterhin uneingeschränkt. Rote Ampeln dürfen nicht überfahren werden. Vorfahrtsregeln bleiben bestehen. Auch das absichtliche Blockieren von Kreuzungen, um den Korso zusammenzuhalten, ist nicht zulässig.

Rechtsanwalt Tom Louven von Geblitzt.de verweist zudem auf § 30 Absatz 1 StVO. Danach ist unnötiges Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn dadurch andere belästigt werden. Hinzu kommt das Thema Hupen. Nach § 16 Absatz 1 StVO darf die Hupe grundsätzlich nur zur Warnung vor Gefahren oder außerhalb geschlossener Ortschaften zur Ankündigung eines Überholvorgangs verwendet werden. Zwar werden Hupkonzerte nach großen Fußballsiegen vielerorts toleriert, einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es jedoch nicht.

Rettungsgassen und Einsatzfahrzeuge haben Vorrang

Besonders wichtig bleibt die freie Durchfahrt für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei. Wer Einsatzfahrzeuge behindert oder das Bilden einer Rettungsgasse verhindert, muss mit deutlich höheren Sanktionen rechnen als bei einem gewöhnlichen Verstoß gegen die Hupenregelung. Auch während eines Autokorsos haben Einsatzfahrzeuge jederzeit Vorrang.

Alle Insassen müssen zudem auf zugelassenen Sitzplätzen sitzen und angeschnallt sein. Das Herauslehnen aus Fenstern oder Schiebedächern ist ebenso wenig erlaubt wie das Mitfahren auf Ladeflächen oder Fahrzeugaufbauten.

Fußball-WM 2026
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den Gastgeberländern USA, Kanada und Mexiko statt. Erstmals nehmen 48 Nationalmannschaften an einer WM-Endrunde teil. Gespielt wird in 16 Austragungsorten in den drei nordamerikanischen Ländern. Insgesamt stehen 104 Spiele auf dem Programm, das Finale wird am 19.07.2026 im MetLife Stadium bei New York ausgetragen.

Filmen und Fotografieren am Steuer bleibt verboten

Viele Fans möchten während der WM kein Spiel verpassen. Wer jedoch während der Fahrt einen Livestream auf dem Smartphone oder Tablet verfolgt, bewegt sich schnell im Bereich eines Bußgeldverstoßes. Nach den Vorschriften zur Nutzung elektronischer Geräte dürfen Fahrer Smartphones oder Tablets während der Fahrt grundsätzlich nicht in der Hand halten. Bereits dafür werden mindestens 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig.

Auch bei fest montierten Geräten gilt Vorsicht. Bewegte Bilder dürfen den Fahrer nicht vom Verkehrsgeschehen ablenken. Wer während der Fahrt ein Fußballspiel verfolgt, riskiert ebenfalls Sanktionen. Erlaubt bleiben dagegen Radioübertragungen oder Spielberichte über das Audiosystem des Fahrzeugs.

Auch Alkohol und Müdigkeit spielen eine Rolle

Viele WM-Spiele finden in den Abendstunden statt. Wer anschließend noch mit dem Auto unterwegs ist, sollte sowohl den Alkoholkonsum als auch die eigene Müdigkeit realistisch einschätzen. Für Autofahrer gilt grundsätzlich die 0,5-Promille-Grenze. Bereits ab 0,3 Promille kann jedoch eine Strafbarkeit wegen relativer Fahruntüchtigkeit vorliegen, wenn Fahrfehler oder Ausfallerscheinungen hinzukommen. Für Fahranfänger in der Probezeit gilt weiterhin die Null-Promille-Regel.

Verkehrsexperten weisen zudem darauf hin, dass Müdigkeit die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Nach späten Spielen oder langen Feiern kann deshalb bereits Übermüdung ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Fazit