Greenpeace klaut VW-Schlüssel in Emden dpa Picture-Alliance
Greenpeace klaut VW-Schlüssel in Emden
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Greenpeace klaut VW-Schlüssel in Emden 7 Bilder

Greenpeace klaut 1.500 VW-Schlüssel im Hafen Emden

Greenpeace-Aktion in Emden 1.500 VW-Schlüssel auf der Zugspitze

Mit einer spektakulären Aktion hat Greenpeace den Export von 1.500 VW verhindert: Sie klauten im Hafen in Emden die Schlüssel und stellen die jetzt auf der Zugspitze aus. Die Polizei ermittelt wegen schweren Diebstahls und Hausfriedensbruchs. VW sucht den Dialog.

Unter dem Motto "Schlüsselmomente für's Klima" habe man in Emden "hunderte klimaschädliche VW-Verbrenner" aus dem Verkehr gezogen, berichtet die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf ihrer Website. An der Aktion war laut Angaben der Behörden zwischen 30 und 40 Aktivisten beteiligt. Die Umweltschützer betonen dabei, dass die Schlüssel nur nur "vorübergehend" eingesammelt worden seien. Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan erklärte gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk, dass die auf dem Weg nach Süddeutschland seien. Dort werden sie auf der Zugspitze "ausgestellt", wo der Klimawandel schon deutlich sichtbar sein. Man wolle VW einladen und dann die Schlüssel zurückgeben, so Stephan.

Deutlich über 1.000 Fahrzeuge betroffen

Vorübergehend oder nicht, die Aktion hat nicht nur für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt, sie zieht auch Ermittlungen nach sich. Aktuell ermittelt die Polizei wegen schweren Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Noch nicht ganz klar ist zudem, wie viele Fahrzeuge aktuell tatsächlich in Emden ohne Schlüssel herumstehen. Greenpeace selbst spricht von "1.500 Schlüsseln von Abgasautos", Volkswagen selbst bestätigte auf Anfrage von auto-motor-und-sport.de, dass "deutlich über 1.000 Fahrzeuge" betroffen seien. Bei der Auswahl der Fahrzeuge waren die Aktivisten offensichtlich nicht besonders wählerisch, die Schlüssel stammen laut Volkswagen von Autos aller Konzernmarken, die "vornehmlich für den nordamerikanischen Markt" vorgesehen waren.

Greenpeace klaut VW-Schlüssel in Emden
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30 bis 40 Aktivisten waren an der Aktion in Emden beteiligt.

Auch Austausch der Schlösser möglich

Dort müssen Kunden jetzt also länger auf die Auslieferung ihrer bestellten Autos warten. Wie lange, das hängt davon ab, bis wann Volkswagen die Schlüssel wieder zurückbekommt. Nach Informationen von auto-motor-und-sport.de geht man bei Volkswagen von einer Lieferverzögerung "von ein bis zwei Wochen aus". Allerdings nur, wenn die "Schlüssel vor dem Wochenende wieder bei der Autoport Emden GmbH vorliegen!". Ob das klappt ist fraglich. Die Schlüssel sind laut Greenpeace ja noch unterwegs. Sollte die Aktion doch länger dauern, käme auch ein Austausch der Schlösser in Frage. Kostenpunkt pro Fahrzeug: rund 1.000 Euro. So weit ist man allerdings bei Volkswagen noch nicht. Das Unternehmen setzt zunächst auf den Dialog mit den Umweltschützern.

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Angebot zum Dialog

Dazu passt auch eine Nachricht von Markenchef Ralf Brandstätter, der in einem Posting im Business-Netzwerk Linkedin die Aktion aufgreift und betont, dass man bei Volkswagen das Thema Klimawandel sehr ernst nehme und jederzeit offen für einen kritischen Dialog sei: "Der Schlüssel zum Klimaschutz steckt in einem gemeinsamen, langfristigen gesellschaftlichen Kraftakt. Volkswagen wird seinen Teil dazu beitragen!"

Fazit

Ob nun vorübergehend oder nicht, mit der Aktion hat Greenpeace es geschafft, der globalen Lieferkette von Volkswagen einen empfindlichen Nadelstich zu versetzen. Die Umweltschützer fordern vom Riesen-Konzern deutlich mehr Anstrengungen in Sachen Klimaschutz und das Ende des Verbrenner-Verkaufs ab 2025. Allerdings ist Volkswagen hier nicht mehr als ein Platzhalter für die gesamte Branche und mit Blick auf den aktuellen Transformationsprozess eher ein positives Beispiel für den Umbau eines Konzerns. Deshalb kann und muss man solche Aktionen natürlich kritisch hinterfragen.

Auffällig ist, dass Volkswagen sich allergrößte Mühe gibt, sich möglichst faktenorientiert mit der Greenpeace-Forderung nach mehr Klimaschutz auseinandersetzt. Das zeigt, dass die Wolfsburger aus dem PR-Desaster des Diesel-Skandals gelernt haben.

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